Google China:
Kostenlose Musik für Alle

DRM oder nicht DRM, Abo oder Einzelkauf, legal oder illegal. In China stellen sich diese Fragen nicht, denn die Piraterie ist hier gerade im Musiksektor übermächtig. Begeben wir uns also in die Grauzone.

Während in westlichen Gefilden die Grundsatzdiskussionen über den “richtigen” Vertrieb von Musik noch in vollem Gange sind, hat Google China im Reich der Mitte einen anderen Weg eingeschlagen. Alle verfügbaren Titel von top100.cn lassen sich kostenlos und DRM-frei auf den eigenen Rechner laden, und das völlig legal.

Zwar sind bereits Schwergewichte wie iTunes auf dem chinesischen Markt aktiv, der Anteil der illegalen Downloads liegt doch derzeit bei rund 90% der heruntergeladenen Titel. Um das Angebot für Google und die vertretenen Labels monetär zu melken wird Werbung geschaltet, die Einnahmen werden zwischen den Parteien verteilt.

Wie sich das Modell entwickeln wird wir die Zukunft zeigen, eine rasche Adaption des Konzepts auf unsere Breitengrade ist allerdings in naher Zukunft nicht zu erwarten, wollen die Labels doch größtmöglichen Einfluss auf das, was mit ihren Dateien geschieht. Dabei ist diese Idee im asiatischen Raum noch nicht mal so neu. In Süd-Korea experimentiert man schon länger mit einer Mischung aus Flatrate und Werbefinanzierung.

Via Yahoo

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4 Kommentare

  1. Sachar
    schrieb am 31. August 2008 um 16:29 Uhr (#)

    Wollen wir denn überhaupt, dass sich so ein Modell bei uns durchsetzt?

    Ich finde es unfassbar, dass es Länder gibt, in denen ganz offensichtlich kein Respekt vor dem geistigen Urheberrecht besteht.

    Wenn also ein Chinese auf die Idee kommen sollte, den Content von neuerdings einfach zu kopieren und selbst zu vermarkten, wäret Ihr de facto ohne jegliche Hoffnung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr das begrüßen würdet.

  2. Andy
    schrieb am 1. September 2008 um 08:37 Uhr (#)

    Ich kaufe meine Musik nach wie vor auf CD. Und dann auch nur ältere, weil die neueren einfach zu teuer sind.
    Die gesamte Unterhaltungsindustrie fährt jedes Jahr aufs neue einen Spitzenumsatz ein und beklagt sich nur.

    Ich möchte meine Musik überall hören können, sooft und lange ich will und mir das nicht durch einen Kopierschutz vorschreiben lassen.
    Für mich wäre das was mich sofort umstellen liese, eine monatliche Fixgebühr, die finanziert durch Werbeeinnahmen, nicht ins Extreme fällt.

    So long.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Don Dahlmann
    schrieb am 1. September 2008 um 15:21 Uhr (#)

    @Sachar: Deswegen schreiben wir ja auch in Deutsch :)

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Modell, dass dort ausporbiert wird, begrüße. Das Problem ist aber auch, dass das bisherige Urheberrecht, jedenfalls in Deutschland, an seine Grenzen gestossen ist und man sich etwas überlegen muss, wie man Künstler in Zukunft Geld verdienen kann. Eine Mischkalkulation, Bezahldienst und Werbeeinnahmen, sind sicher ein Idee, ob sich das trägt ist etwas anderes.

  4. Sachar
    schrieb am 1. September 2008 um 15:24 Uhr (#)

    Ich glaube, dass man da nicht sofort zu viel erwarten darf.

    Auch Apples iTunes ist nicht von hier auf jetzt durchgestartet. Bis sich werbefinanzierte Dienste wie eben roccatune nicht nur etablieren sondern auch als wirtschaftliche Stütze der Musikindustrie erweisen, wird gewiss noch ein wenig Zeit vergehen.

    Wir arbeiten daran, dass es nicht zu lange dauert.

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