Hochhaus-Erdbebenschutz:
378 541 Liter Wasserpendel

Bisweilen kommen die Architekten moderner Hochhäuser auf kreative Ideen wenn es darum geht, im Falle eines Erdbebens den Wolkenkratzer schadenfrei davonkommen zu lassen.

Das System ist dabei zunächst einmal relativ einleuchtend: Setzt ein Erdbeben den Wolkenkratzer in Schwingung, fängt auch der Inhalt des im obersten Stockwerk liegenden Wassertanks an, Wellen zu schlagen. Ab einer bestimmten, kritischen Amplitude schlagen die Wellen des trägen Wassers asynchron zu den von unten emporkommenden Schwingungen und heben diese auf:


Es ist ein ähnliches Prinzip wie das der lärmschluckenden Kopfhörer, die mit einer “Verdoppelung” des Aussenlärms mit genau einer halben Wellenlänge Verzögerung dafür sorgen, dass Lärm und “Weisser Lärm” sich gegenseitig auslöschen.

Damit das Wasser nicht zu sehr in Schwingung gerät und die Bewegungen verstärkt statt aufhebt, werden in den Riesentank kleine Wellenbrecher eingebaut.

Physikalisch mag das Konzept zwar einleuchten, aber wenn man die Angst der Leute allein beim Eurotunnel (rund 40 Meter unter dem Meer) bedenkt, könnte es sich für die Mieter des Gebäudes als leicht irritierend herausstellen, rund 380.000 Kilogramm Wasser über ihren Köpfen zu wissen.

Auf der anderen Seite besteht damit auch Gewähr, dass immer genug Dusch- und Badwasser vorhanden ist. Die Wellenbrecher machen leider die Nutzung des Tanks als geschlossenes Dachhallenbad nicht realistisch.

Via DVICE

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4 Kommentare

  1. Manuel
    schrieb am 26. August 2008 um 20:37 Uhr (#)

    Hmm die Idee ist nicht schlecht…
    Andererseits: ein klitzekleiner Berechungsfehler, und das Gebäude knallt schwungvoll auf den Boden…

  2. Guido
    schrieb am 27. August 2008 um 13:18 Uhr (#)

    Passen würde das auch als Aquarium und Naherholungszone für Hochhausanwohner…

  3. DerEineTyp
    schrieb am 27. August 2008 um 13:50 Uhr (#)

    Gewichte zum Schwingungsausgleich, sei es in Form von Wassertanks oder auch Stahlkugeln auf den Dächern von Hochhäusern, gibt es schon länger. Ein beeindruckendes Beispiel ist die 660.000 kg schwere Stahlkugel die im 92. Stockwerk über den Köpfen pendelt und Erdbeben- oder Taifunschwingungen ausgleichen soll.

    http://www.geo.de/GEO/technik/2781.html

  4. div
    schrieb am 8. Juni 2009 um 22:12 Uhr (#)

    Sehr schöner Artikel kam mir sehr gut für meine Physik Recherchen zum Thema Schwingende Wassersäulen.

    Vielen Dank !

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