MacBook-Dauertest:
3 Monate mit dem Klappcomputer

Langzeittests haben einige Vorteile: Sie offenbaren Freud aber auch Leid mit einem neuen Gerät. So geschehen mit dem MacBook, das wir einem Alltags-Dauertest unterzogen haben.

Schon am Abend dämpft ein kleines Problemchen meine Begeisterung: Anstatt, wie üblich, bei fast leerer Batterie in den Ruhezustand zu fahren, geht das MacBook einfach aus. Diverse eigene Versuche, das Problem in den Griff zu kriegen (z.B. Zurücksetzen der Power Managing Unit) scheiterten, ich hielt es für eine defekte Zelle im Akku. Anruf bei der Hotline ergab: Fehler in der Firmware. Habe mit ein paar Tage später trotzdem einen neuen Akku geben lassen beim lokalen Service Provider, sicher ist sicher.

Ansonsten aber allgemeine Zufriedenheit. Der Lüfter springt nur bei echter Belastung an, zum Beispiel bei der Nutzung von Flash-intensiven Seiten. Auch die frisch eingebaute Festplatte überzeugt mit geringen Laufgeräuschen. Prozessorseitig bin ich ebenso zufrieden. Es braucht schon viele CPU-intensive Tasks, um ihn irgendwann mal an die Grenzen zu führen. Und ich merke durchaus, wann ich im Firefox mal ein paar Tabs schließen sollte, um ihn wieder auf Kurs zu bringen.

Überzeugt bin ich auch vom Betriebssystem. Trotz ausdauerndem Gebrauch hatte das MacBook bis vor kurzem immerhin eine Uptime von 40 Tagen, bis ich es doch mal neu starten musste.

Ein Hauptproblem der MacBook-Reihe war und ist die Verarbeitung. So merkt man hardwareseitig nach ein paar Monaten an einigen Stellen, dass sich starke Abnutzungserscheinungen breit machen. Trotz Benutzung eines Schutztuches hat sich eine Kante des Topcases unwiderruflich in das Display gefressen und eine Linie hinterlassen. Außerdem hat das Topcase an den Stellen braune Flecken, wo die Hände aufliegen. Zugegeben, meine Hände waren sicher nicht immer hygienisch rein, aber unschön ist es allemal.

Und mein MacBook wurde auch nicht verschont von einem Serienfehler: An der rechten Unterkante ist das Gehäuse gebrochen, exakt an der Stelle, wo der Abstandshalder des Displaydeckels in zugeklapptem Zustand aufliegt.

Ich kenne mittlerweile diverse Leute denen es ähnlich ergangen ist, manchen früher und manchen später. Beide Fehler lasse ich demnächst beheben, Zeitaufwand bei meinem lokalen Service Provider: Rund 15 Minuten für das Topcase, etwas länger dauert der Austausch des Displays. Die an den Handablagen entstandenen gelben Stellen haben mit dem Topcasewechsel dann auch vorerst ein Ende.

Auch in Sachen Audio ist nicht immer alles schön: Bei Benutzung der Kopfhörer hört man stellenweise seltsame Interferenzen, vermutlich erzeugt von Bauteilen innerhalb des MacBooks. Wer also ab und zu mal ein leichtes Fiepen in den Ohren hat, dem sei gesagt: Es ist kein Defekt, das liegt vermutlich an der Verarbeitung. Definitiv verbesserungswürdig.

Benutzt man den Laptop an seinem eigentlichen Bestimmungsort, nämlich auf dem Schoss, kann es schon mal etwas wärmer werden. Was zu erwarten ist, da die Hitze nur “untenrum” abgegeben werden kann. Gerade die Airport-Karte ist dabei ein Wärmespender. Ich habe keine Statistik, aber laut Temperaturtool war sie meistens das wärmste Bauteil.

Ansonsten bin ich nach nunmehr drei Monaten weitestgehend zufrieden. Das MacBook ist leise, die Webcam bietet überraschend gute Qualität, die Tastatur unerwartet benutzbar und vergleichsweise leise.

Gut: Der Akku hält lange durch. Wo der Mitreisende Acer-Nutzer im Zug schon nach 2 Stunden seinen Laptop an den Strom hängen muss, sitze ich noch nach über drei Stunden aktiver Benutzung seelenruhig auf meinem Platz. Wenn man das Display nicht auf voller Helligkeit nutzt, kann man zusätzlich sparen. Bei normaler bis intensiver Benutzung musste mein MacBook frühestens nach 3 1/2 Stunden mal ans Netz. Und ich war nicht gerade energiesparend.

Insgesamt ist das MacBook definitiv sein Geld wert. Es gibt sicher noch Verarbeitungsmängel, aber vor denen sind auch andere Hersteller ja nie gefeit. Wer wirklich auf Nummer Sicher gehen will, dass eventuelle Defekte unproblematisch behoben werden, dem empfiehlt sich die Anschaffung von AppleCare. Und wenn man es als Import aus den USA kauft, ist es auch nicht ganz so teuer.

(Bilder: Kathrin Grannemann)

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16 Kommentare

  1. Michael
    schrieb am 17. August 2008 um 12:09 Uhr (#)

    Es freut mich, dass sich dieser Test weitgehend mit meinen positiven Erfahrungen deckt. Die Software ist super. Die Hardware ist zwar vielseitig einsetzbar, aber manchmal nur begrenzt haltbar (z. B. defektes Topcase). Aber immerhin funktioniert auch nach zwei Jahren intenisver Nutzung alles andere so wie am ersten Tag. Und beim schwarzen MacBook gibt’s auch keine Flecken ;)

  2. robert
    schrieb am 17. August 2008 um 13:36 Uhr (#)

    Interessant das scheinbar alle MacBooks die selben Probleme haben. Ich habe das MBP seit gut 4 Monaten.
    Zwar ist das Gehäuße wunderschön, aber es wird ebenfalls sehr heiß.
    Ich will hier nicht die Probleme aufzählen, aber kurz gesagt ist Apple dennoch ein Genuß wenn auch sehr teuer.
    Stelle man sich Vista als OS drauf vor, wäre die Hardware allerdings ein Witz und Apple wohl auch schon Pleite.

  3. Daniel
    schrieb am 17. August 2008 um 13:55 Uhr (#)

    Bei mir ist auch genau an der gleichen stelle ein stück des gehäuses abgebrochen :S muss es jetzt noch schnell bevor die garantie abläuft abschicken damit mein macbook wieder ganz ist !:)

  4. Schreibt hier auf dem Blog Kathrin Grannemann
    schrieb am 17. August 2008 um 14:12 Uhr (#)

    @Michael dafür sieht es aber nach einiger Zeit so leicht schmierig aus an den beanspruchten Stellen, zumindest kam mir das bei den bisher gesehenen Exemplaren so vor.

    @robert Ja, die Probleme sind allgegenwärtig, allein bei meinem Service Provider wurden bisher rund 100 Topcases ausgetauscht.
    So teuer finde ich die Apple-Geräte nicht, im Endeffekt sind sie zumindest im Laptopbereich für die Ausstattung, die sie haben, in Ordnung. Vor allem, wenn man, wie ich, zu Edu-Preisen kauft. Aber auch ansonsten ist der Preis angemessen, wenn man die Recger mal mit ähnlich ausgestatteten Windows-Maschinen vergleicht.

    @Daniel Apple hat das Topcase-Problem schon vor einem Jahr offiziell eingestanden und die Servicestellen angewiesen, zu reparieren. Von daher gehe ich stark davon aus, dass du auch im Bereich der Gewährleistung noch einen Austausch genehmigt bekommst.

  5. robert
    schrieb am 17. August 2008 um 14:19 Uhr (#)

    Hm, Themas Preis:
    Also iMacs und MacBook ist sicherlich günstig und mit Rabatt absolut akzeptabel. Gäbe es OsX für alle Rechner dann wäre sie immer noch wegen den Design ok.
    Wenn man aber Profi ist, dann sieht die Sache echt beschießen aus. Der einzige Mac in dem man mal die Grafikkarte tauschen kann oder den man vernünftig ausbauen kann ist der MacPro. 2700? ist der Hammerpreis dafür. Es gibt keine Alternative bei Apple.
    Bei mir stehen daher immer noch Windows Kisten rum die eine ganze Fülle von Aufgaben erfüllen. Für den Preis vom MacPro bekomme ich 4 gute PCs!! Und selbst die 8 GigRam wegen Vista schmerzen nicht weil sie nur ca. 20% von dem betragen was Apple dafür verlangt (bei identischer Hardware).
    Ich finde es einfach nicht gut das Profis von Apple so abgezockt werden.

  6. Michael
    schrieb am 17. August 2008 um 16:56 Uhr (#)

    @robert: Einen Mac Pro für “Profis” gibt es in der einfachsten Ausführung schon ab 2000 ? ? und nicht erst ab 2700 ?.
    Die utopischen Apple-Preise für die Hardware-Aufrüstung sind zwar Abzocke; aber du musst deine zusätzliche Hardware nicht direkt bei Apple kaufen. Schließlich gibt es die gleichen RAM-Riegel, Festplatten usw. auch in jedem anderen Shop zu wesentlich günstigeren Preisen.
    Also lass dich von Apple nicht “abzocken” sondern denk beim Nachrüsten einfach mal ein wenig nach…

  7. robert
    schrieb am 17. August 2008 um 17:37 Uhr (#)

    Du meinst man sollte den zweiten Prozessor auch nicht bei Apple kaufen… das spart die 440?… dazu kommen 250 für den Prozessor, 200 für anständig RAM, 100 für ne anständige Festplatte und natürlich noch 400 für eine gute Grafikkarte… also unter 3000 keine Chance!
    Schon mal einen PC gekauft?

  8. Michael
    schrieb am 17. August 2008 um 18:47 Uhr (#)

    @robert: Jetzt bitte nicht beleidigt sein oder unsachlich werden.
    Wo ist dein Problem? Solange du nicht jedes Upgrade im Apple-Store anklickst, kommst du mit einem Mac Pro vergleichsweise günstig weg. Wenn du natürlich einen preiswert zusammengebastelten PC mit einem ordentlich aufgerüsteten Mac Pro vergleichst, verstehe ich, dass du die PC-Variante bevorzugst.
    Das Preis-Argument zählt aber nur so lange, wie der PC noch funktioniert… Und genau deshalb war mein letzter PC-Kauf auch der allerletzte!

  9. robert
    schrieb am 17. August 2008 um 18:58 Uhr (#)

    Beleidigen will ich niemanden. Es klang nur seltsam.
    Ich kaufe und baue Pcs seit 15 Jahren. Die Hardware die ich verbaue ist besser als die welche im Mac verwendet wird. Apple ist was Komponenten angeht auch nicht vergleichbar mit Firmen wie Dell.
    Das weis der Standartverbraucher natürlich nicht und nicht selten hört man das der RAM oder die Festplatte bei Apple besser Qualität hätten. Leider kennen sich Apple User halt überhaupt nicht mit Computern aus.
    Ich finde es nunmal unfair das Apple seine Kunden so veräppelt. Ich musste mir für meine Laptop den biligsten RAM kaufen, weil nur der funktionierte. Wieso weis das keiner?
    Ich glaube wenn man Apple endlich mal kritisiert dann tun sie auch was. Aber es kommt mir seit Jahren so vor, als wollen sie gar nicht den großen Markt.
    So könnte Apple doch auch einen klein MacPro mit einen QuadCore rausbringen. Kaum einer besitzt die Software die 2 Xeon Prozessoren richtig nutzt. Photoshop ist eine lahme Ente die noch nicht einmal 64bit unterstützt.
    Der MacPro ist zudem noch ein Energiefresser. Ich hab schon vor 2 Jahren alle Xeons duch Dual und Quadcores ersetzt.
    Übrigen meine Renderfarm hat Plates welche die selben Xeons besitzen wie im MacPro.. kostenpunkt mit zwei CPU und 8 GigRAM 1100,-
    Das Argument besser verarbeitet ist ein Witz. Die Verpackung ist besser und das Innenleben sieht sehr schick aus.. das war es auch schon.
    Bitte versteh das nicht falsch, aber wenn jeder Apple nur lobt, dann werden die weiterhin dicke Gewinne machen und nicht investieren.

  10. mike
    schrieb am 18. August 2008 um 01:28 Uhr (#)

    statt des Apple Care Plans kann ich nur das Gravis Safety Pack empfehlen, kann man auch kaufen wenn der Rechner net bei denen gekauft wurde und kostet nur weniger wie die Hälfte des Apple Care! Deckt sogar mehr Schäden ab….

    Grüße

  11. mike
    schrieb am 18. August 2008 um 01:34 Uhr (#)

    es geht mir bei apple weniger um die etwas teurere aber umso “schönere” hardware als viel mehr um den unix unterbau des genial aufgebauten os gui.

    und damit verglichen brauch windows noch viel aero =)

  12. Schreibt hier auf dem Blog Kathrin Grannemann
    schrieb am 18. August 2008 um 06:24 Uhr (#)

    @mike 140? hätte mich bei Gravis das SafetyPack gekostet, über Import habe ich für AppleCare 169? bezahlt. Für mich der ausschlaggebende Grunde für AppleCare war, dass ich nicht so ohne weiteres 2 und mehr Wochen ohne meinen Laptop auskomme, und bisher ist bei mir keine Gravis-Reparatur unter 2 Wochen geblieben, weil viele Filialen die defekten Geräte zur Reparatur nach Berlin einschicken. Während ich mit AppleCare einen lokalen Service Provider aufsuchen kann, der im Optimalfall nicht länger als 2-3 Tage braucht.

  13. Marcel
    schrieb am 18. August 2008 um 08:55 Uhr (#)

    Uff – da bin ich ja beruhigt. Habe seit rund 9 Monaten ein MacBook und nun “reisst” die Kante dort, wo ich die rechte Hand auflege. Da es offenbar ein “bekanntes” Problem ist, muss ich mich beim Händler wohl nicht rechtfertigen, ich hätte “grobe Hände” oder sowas ;-)

  14. MH
    schrieb am 18. August 2008 um 09:58 Uhr (#)

    Was ich mich bei Apple aber immer noch Frage, warum verdammt baut Apple als wohl einziger Hersteller Combolaufwerke ein? Warum kann man in einem 1000,- Euro Gerät keine DVD Brenner einbaun?

  15. Marc
    schrieb am 18. August 2008 um 10:23 Uhr (#)

    @MH: Das war auch einer der Gründe, warum ich kein MacBook gekauft habe. Den Mehrpreis für einen Apple hätte ich gezahlt, aber nicht auch noch ohne DVD-Brenner, der in jedem 500 EUR Windows-Notebook verbaut ist.

  16. Colin
    schrieb am 19. August 2008 um 11:04 Uhr (#)

    Zum Bericht: Von wegen Laptop und wird warm auf den Beinen….Apple verwendet spätestens seit den Intel Macs den Begriff Laptop eben genau deshalb nicht mehr….Es sind Notebooks und diese sind eben nicht für die Beine gedacht, es gibt ja auch im Zug Tische….. ;-)

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