Wuala als öffentliche Beta:
Online-Speicher für alle

Der Schweizer Webdienst Wuala öffnet seine Server – und die Euren: Das Verteilte-Online-Speicher-System geht heute in die öffentliche Betaversion.

Seit ich Wuala im letzten Herbst hier im Silicon Valley erstmals gesehen habe, haben die Jungunternehmer rund um Dominik Grolimund vieles verbessert und Zusatzdienste eingebaut. Ab heute soll der bisherige Alpha-Dienst der jungen Abgänger der Eidgenössischen technischen Hochschule in die öffentliche Beta-Phase übergehen. Allerdings ist jetzt am frühen Morgen auch auf dem Sneak-Preview für Blogger und Presseleute erst eine Meldung zu sehen, wonach der Server umgebaut wird – bis zur grossen Party heute abend wirds aber wohl laufen. Wuala ist nicht einfach ein weiterer online-Storagedienst, sondern ein ausgeklügeltes und paradoxes System, das sozusagen umgekehrt-proportianal skaliert:

Es wird mit mehr Benutzern schneller und nicht etwa langsame. Denn die Dateien der Benutzer liegen nicht auf zentralen Servern, sondern in webgerechte, verschlüsselte Häppchen verteilt auf den Rechnern der anderen Teilnehmer. Je mehr Benutzer sich im Wuala-Netz tummeln, desto einfacher wird es, diese Häppchen so zu verteilen, dass immer ausreichend Rechner online sind, welche Bestandteile der Dateien von Dritten enthalten.

Die aufregendste Neuerung an der zur Beta- (bisher Alpha-) Version mutierten Anwendung dürfte in der versprochenen Funktionalität aus dem Brwoser heraus bestehen: Bisher musste eine Java-Anwendung auf dem Rechner installiert werden. Ich würde vermuten, dabei wird es bleiben, um den eigenen Harddisk-Speicher auf einem “Hauptrechner” zu teilen – aber auf anderen Computern sollen die Mitglieder inskünftig ganz einfach via Webdienst Zugriff auf ihre Dateien erhalten.

Und nicht nur das: Äusserst erfreulich ist die versprochene Funktion, mit der eigene Dateien auch Leuten zur verfügung gestellt werden können, die gar keinen Wuala-Account haben. Das wird Wuala zusammen mit der theoretisch unbegrenzten Grösse der hochzuladenden Dateien zu einem einzigartigen Dienst machen.

Verteiltes Speichern…

Wo bei anderen Systemen und vor allem in Rechenzentren der Veraltungsaufwand überproportional zur Benutzerzahl ansteigt, soll im Wuala-Netz das Gegenteil passieren – je mehr Benutzer, desto schneller und zuverlässiger wird das System.

Das ist die eine geniale Komponente an Wuala, die auf dem Prinzip des verteilten rechnens (allerdings hier mehr in form verteilten Speicherns) à la Seti@home aufbaut.

Die andere besteht in einer Kombination aus sozialem Netz und Filesharing – denn die Mitglieder von Wuala sind grundsäzlich alle miteinander verknüpft und demnach ansprechbar. Benutzer können Freunde definieren und denen einzelne Dateien oder ganze Ordner für den Zugriff freigeben – das gleiche lässt sich auch für das gesamte Netz anstellen. Der Coup hierbei ist, dass die Dateien nrgends an einem Stück gespeichert werden, sondern dass sie als Stückwerk ind er gesamten Community verteilt sind.

…der Schrecken der Unterhaltungsindustrie?

Grade deshalb ist allerdings sehr zu befürchten, dass die Musik- und die Filmindustrie schnell ihre Häscher losschicken und behaupten werden, das ganze diene nur der Copyrightverletzung. Das zu beweisen dürfte ihnen allerdings hoffentlich ebenso schwer fallen wie ein Gesetz zu finden, das die Vorgehensweise von Wuala verbietet. Ein jüngster Richerentscheid in den USA hat nämlich bereits festgehalten, dass das blosse ablegen von Musikdateien in einem geteilten Verzeichnis auf einem PC kein “hosten” von Raubkopien darstellt.

Wuala ausprobieren

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1 Kommentar

  1. Wasserdicht
    schrieb am 14. August 2008 um 23:33 Uhr (#)

    Was ist daran so besonders. kann das alles auch.

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