Philips SHE9850 im Test:
Zwei Ohren voller Musik

Wer Geld in die Ohrhörer SHE9850 (Affiliate-Link) von Philips investiert, wird mit Tragkomfort und perfektem Sound belohnt. Und muss sich nicht mehr mit den billigen Dingern rumärgern, die selbst teuren MP3-Playern beigelegt werden.

Vermutlich habe ich schräge Ohren. Deshalb kneifen mich übliche Ohrstöpsel permanent. Oder ich hatte bisher einfach die falschen Ohrhörer.

Mit den Philips SHE9850 muss ich mir keine Sorgen mehr machen. Denn die kleinen Silikonkappen in Kombination mit der abgewinkelten Bauform passen nun endlich auch in meine Ohren so gut, dass ich Musik freiwillig über Ohrhörer geniesse. Erst wenn dann der Telefonhörer dagegen kracht, merke ich, dass die Stöpsel drin sind.

Erstes Lob kriegt Philips also für die Erkenntnis, dass Ohren nicht gleich Ohren sind. Sie packt deshalb Silikonstöpsel in drei verschiedenen Grössen in die Schachtel. Zusätzlich gibt es noch einen Knetschaumgummistöpsel, der sich im Ohr wieder ausdehnt und dann für noch bessere Dämmung gegenüber Aussengeräuschen sorgen soll. In meinem Test waren aber kaum Unterschiede zwischen Silikon und Knetschaum zu erkennen.

Volle Pulle
Eine erschreckende Überraschung bietet der SHE9850 beim ersten Anschliessen. Der Sound fetzt in voller Lautstärke los. Das liegt an dem extrem guten Wirkungsgrad von 115 db/mW. Im Klartext: Die Philips-Stöpsel machen aus weniger Saft mehr Musik. Da die meisten MP3-Player für die eher ineffizienten Eigenstöpsel ausgelegt sind, liefern sie unnötig viel Power, die vom Philips direkt in Lautstärke umgesetzt wird. Man kann also den Lautstärkeregler brav zurückdrehen. Teenies werden die Philips-Stöpsel lieben, weil sie gleich die erzieherische Lautstärkebegrenzung von iPod und Co. auf 100 Dezibel ausser Kraft setzten. Diese wird nämlich jeweils mit den Originalstöpseln eingemessen.

Ausgewogen mit vielen Details
Die Werbeabteilung von Philips schmückt den SHE9850 mit Ausdrücken wie “Balanced Armature Wandler, Experten-Feinabstimmung durch iLAB und angewinkeltes Akustikröhrendesign”. Meine Übersetzung für die Praxis lautet: “Guter, ausgewogener Sound in leisen und kräftigen Passagen mit vielen Details und hoher Transparenz.” Gegenüber absoluten High-End-Kopfhörern schwächelt der Philips vielleicht ein wenig in der Räumlichkeit und neigt manchmal dazu, den Mitteltonbereich zu stark zu betonen. Das sind aber Details, die vor allem in unruhigen Umgebungen eh nicht wahrnehmbar sind.

Wer mit dem SHE9850 joggt, sollte das Kabel mit der mitgelieferten Klemme so befestigen, dass es nicht dauernd am Stoff reibt, die Geräusche werden sonst in Ohr übertragen.

Fazit: Den Preis wert
Der SHE9850 (Affiliate-Link) hat einen Ehrenplatz in meinen Ohren erobert. Mit einem Preis von knapp 65 Euro (90 Franken) ist er auch sein Geld wert.

 

Technische Daten:

  • Impedanz: 12 Ohm bei 1 kHz
  • Empfindlichkeit: 115 dB SPL/mW bei 1 kHz
  • Maximale Eingangsleistung: 3 mW
  • Frequenzgang: 20 – 20 kHz
  • Kabellänge 1,2 Meter

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10 Kommentare

  1. benz
    schrieb am 13. August 2008 um 12:03 Uhr (#)

    Danke für den Hinweis zu den Ohrhörern. Meine Frage dazu lautet, ob der Stecker auch in die iPhone-2G-Buchsen passen?

    Gruss benz

  2. Sergej Müller
    schrieb am 13. August 2008 um 13:04 Uhr (#)

    @ benz
    Wahrscheinlich nicht, sonst würde es in der Dokumentation vermerkt sein. Ist es aber nicht.

  3. benz
    schrieb am 13. August 2008 um 13:31 Uhr (#)

    Danke für die Auskunft!

  4. Kai
    schrieb am 13. August 2008 um 14:02 Uhr (#)

    bei meinen letzten philips ohrstöpseln (~50 euro, modell weiß ich nicht mher) habe ich sehr schlechte erfahrungen gemacht: die stöpsel haben trotz 3 größen nie gehalten, das extrem flexible kabel hat sich ständig verknotet und die bässe waren enttäuschend schwach. Auch die ipod inears von apple habe ich aus ähnlichen gründen direkt wieder zurückgehen lassen.

    Ich trauere immer noch den Sony Ericsson HPM-70 nach, die bei meinem W800 dabei waren: perfekter halt, satte bässe (vor allem mit dem MegaBass). leider sind ständig die aufsätze abgefallen und nachdem das zweite set weg war wurde mir die sache zu teuer.

    wie sieht es denn bei den SHE9850 mit dem Kabel und dem Bass aus?

  5. Agglo
    schrieb am 13. August 2008 um 23:43 Uhr (#)

    Wenn man den Artikel liest könnte man den Eindruck bekommen, der Autor hätte zum ersten Mal einen in-ear Kopfhörer mit geschlossenem System ausprobiert(Lautstärke, Kabel-Geräusche, 3 Silikon-Grössen usw.).

    Ich nutze seit Jahren verschiedene Modelle von S##y und bin sehr zufrieden; diesem Artikel haftet leider ein leichter PR-Geschmack an… ich hoffe ich liege (in beiden Vermutungen) falsch.

  6. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 14. August 2008 um 03:00 Uhr (#)

    @Agglo
    1. Wir testen hier für Normalanwender. Für Spezialisten gibt’s Fachmagazine mit vielen tollen technischen Daten.
    2. Positive Aussagen grundsätzlich der “PR” zu verdächtigen, womit Du wahrscheinlich bezahlte Werbung meinst, ist schlicht und einfach dumm; Schleichwerbungs-Verdächtigungen dieser unbegründeten Art hingegen sind, vorsichtig ausgedrückt, unfair.

  7. Kurt Haupt
    schrieb am 14. August 2008 um 08:27 Uhr (#)

    @Agglo
    Tja das Testerschicksal. Kritisiert man am Logitech Duet ist man ein Miesmacher; freut man sich über Ohrstöpsel, wird man als PR-Onkel verdächtigt. Und obwohl man von Bose, über Etymotic und Sennheiser bis Shure sich schon einiges um die Ohren geschlagen oder reingestöpselt hat, wird einem Unkundigkeit untergeschoben, wenn man nicht seitenlang über die “unglaubliche Transparenz der Bläser in jenem Stück und dem herzerweichenden Timbre der Stimme im anderen Song” fachsimpelt. Aber wenigsten wissen wir jetzt, dass Sony, äh S##y auch gute Stöpsel macht. :-)

  8. Agglo
    schrieb am 14. August 2008 um 10:01 Uhr (#)

    For the record:
    Mir ist nichts daran gelegen, neuerdings.com zu diffamieren oder einen Tester in seiner Ehre zu verletzen.

    Ich gebe euch mein Feedback, weil ich euer Blog gerne lese, bei diesem einen Artikel jedoch gestutzt habe.

    Wenn diese Stöpsel dermassen gut sind, dass sie den 2-3fachen Preis vergleichbar konstruierter Teile wert sind reichen m.E. die aufgeführten Argumente nicht (ich habe selbst Problem-Ohren und wurde für das halbe Geld zufriedengestellt).

    Also: Feedback bitte nicht als Aggression verstehen sondern annehmen – oder abprallen lassen wenns nicht zutrifft.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 14. August 2008 um 10:42 Uhr (#)

    Danke für die Erklärung. Um auch unsere Seite deutlich zu machen: Wir müssen jeden Tag ziemlich viel abprallen lassen (nicht nur in den Kommentarspalten), und ich glaube kaum, dass man uns vorwerfen kann, wir seien nicht kritikfähig.
    Wenn allerdings ein Feedback aus der Unterstellung mangelnder Professionalität oder gar der Korruption besteht – und das tut der Vorwurf der PR – dann können wir das weder auf der Blogwerk AG noch auf einem über jeden Zweifel erhabenen Profi-Journalisten mit einem Dutzend Berufsjahren sitzen lassen. Auch das bitte nicht als Aggression verstehen, sondern als die notwendige Verteidigung unseres Rufs.

  10. Zyb
    schrieb am 20. Februar 2009 um 12:19 Uhr (#)

    Ich hatte den gleichen Stutz-Effekt wie Agglo: Der Artikel klingt danach, als hätte der Autor noch nie In-Ohr-Hörer getragen. Es wirkt auch auf mich etwas deplaziert, die offensichtlichen Vorteile der Technik in einer Rezension _dieser speziellen_ Ohrenstöpsel so sehr hervorzuheben. Drei verschiedene Aufsätze mitzuliefern üblich, deswegen eine Lobeshymne anzustimmen wirkt seltsam. Wenn die Philips-Stöpsel aber _besser_ sind als die von Sennheiser, Bose und Co, dann würde ich mir wünschen, dass im Artikel erklärt wird, warum das so ist.

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