Webcam-Spanner verurteilt:
Der Umkehr-Hack

Peter Sennhauser, 6. August 2008 11:19 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Ein zypriotischer Computerexperte ist zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte Teenager via Trojaner durch deren eigene Webcam beobachtet.

Kann sich noch jemand erinnern an diese netten “Visier”-Sichtschutz-Klappen an den früheren Logitech-Webcams? Wer sich je gefragt hat, wozu diese Sichtblende diente, kriegt spätestens jetzt die Antwort: Webcams sind nämlich via Trojaner (oder Flash-Anwendungen in Websites – allerdings mit Warnung für den Besucher) ebenso leicht zu “kidnappen” wie andere Teile des PC. Mit einem entsprechend präparierten Trojaner-Programm hat ein 47-järhiger Zypriot junge Damen ausspioniert – und muss jetzt dafür vier Jahre absitzen:

Laut “TheRegister” hat der Mann eines seiner Opfer nicht nur durch dessen eigene Webcam beäugt, nachdem das junge Mädchen den Fehler gemacht hatte, auf ein infiziertes Attachment einer Email zu klicken. Vielmehr hat der Webcam-Spanner es danach auch noch kontaktiert und versucht, expliziteres “Material” zu erpressen, mit der Drohung, ansonsten vorher angelegte Webcam-Bildchen im Internet zu publizieren.

Die erpresste junge Dame allerdings liess sich nicht einschüchtern und meldete das Blackmailing der Polizei. Diese konnte den Kriminellen ermitteln und verhaften. Und jetzt dürfte er nicht nur wegen Computerdelikten, sondern auch noch für Erpressung vier Jahre absitzen.

Der Erfolg der Behörden in diesem Fall ist zwar erfreulich – aber eine Schutzklappe an der Webcam wäre nun mal wesentlich schwieriger zu umgehen als ein nicht aktualisiertes Virenschutzprogramm.

[Via TheRegister]

» Mehr lesen: Datenträger (316)

» Weitere Artikel der Kategorie "Computer" lesen

» Nächster Artikel: Wellness Connected: Selbstkontrolle am PC
» Älterer Artikel: Ferngesteuerte Schabe: Fliegender Scherzkeks

» Drucken
» Merken/E-Mail


Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

Oder verbinde dich mit deinem Facebook-Account