FatPrincess:
Frauen mästen als Spielziel

Sony’s Spiel FatPrincess ist ein Tabubrecher im 21. Jahrhundert. Es ist frei von Blut und Krieg – erbost aber jene, die dicke menschen als Zielscheibe des Spiels vermuten.

Fat Princess Sony
Fat Princess: Politisch höchst inkorrekt.

Aus dem Hause Sony kommt ein Computerspiel in harmloser Cartoon-Optik, welches das Zeug hat, ein echter Tabubrecher zu werden.

Grob zusammengefasst geht es in dem Spiel darum, die eigene Prinzessin so fett wie möglich zu machen, damit sie nicht geraubt wird.

Völlig unblutig also – und trotzdem Anlass für heftige Auseinandersetzungen:

Fat Princess orientiert sich an dem Spielprinzip eines “Capture the Flag”-Spiels. Ein Prinzip, das in Computerspielen bisher überwiegend militärisch umgesetzt wurde. Ursprünglich ging es bei “Capture the Flag” ganzn sportlich-strategisch darum, die Spieler auf dem Spielfeld so zu positionieren, dass die gegnerischen Spieler die Flagge auf dem eigenen Spielfeld nicht rauben können. Bei “Fat Princess” ist die Flagge die Prinzessin selbst.

Das vorrangige Ziel in Fat Princess ist es, die Prinzessin aus dem eigenen Team solange mit Kuchen und Süßigkeiten zu füttern, bis diese so fett geworden ist, dass das gegnerische Team nicht mehr in der Lage ist, die Prinzessin zu rauben, weil sie zu schwer geworden ist. Es handelt sich also um eine Art “Mästen” der virtuellen Spielfigur.

Fat Princess sorgt bereits vor Veröffentlichung für Wirbel und zeigt, wie ein Tabubruch im Jahre 2008 auszusehen hat. Das Multiplayergame ist bewußt nicht an militärischer Optik aktueller Spiele angelegt, sondern ist cartoonig gehalten. Würde man es nicht besser wissen, läge die Vermutung nahe, dass es sich um einen Titel von Nintendo handelt.

Für einen Aufschrei hat es dennoch gesorgt. Auf diversen Internetseiten, vor allem auf feministischen Gaming-Seiten , beklagt man eine Welle von Diskriminierungen, die auf fettleibige Personen zukommen könnte. Während man die Gewaltdiskussion in Computerspielen mittlerweile schon fast gelassen annimmt, ist das Motiv des “Mästens” offenbar hervorragend dazu geeignet, um einen Aufschrei zu provozieren.

Nicht von ungefähr scheinen die Bedenken zu kommen. So könnte eine ungünstige Reflexion des Mediums “Computerspiel” tatsächlich zu Diskriminierung und Ausgrenzung im Alltag führen, vor allem bei jugendlichen Rezipienten. Gleichzeitig aber rückt der Versuch der “Fat Princess” das Computerspiel zentral in die Rolle eines Kulturmechanismus und zeigt eindrucksvoll, dass selbst in unserer abgebrühten Zeit ein Tabubruch locker möglich ist. “Fat Princess” zeigt uns dabei, worin der Tabubruch liegt.

[via Kotaku]

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4 Kommentare

  1. Prinzzess
    schrieb am 31. Juli 2008 um 13:10 Uhr (#)

    es gibt aber wirklich männer, die ihre frauen mästen. vermtlich, damit sie kein anderer mann attraktiv findet.

  2. Gabriel
    schrieb am 31. Juli 2008 um 17:08 Uhr (#)

    Ich dachte es gibt nur Frauen, die ihre Männer mästen?

  3. Prinzzess
    schrieb am 31. Juli 2008 um 21:31 Uhr (#)

    naja, die gibt es sicher auch. ;)
    aber das ist dann sicher unbeabsichtigt! :D

  4. Gabriel
    schrieb am 31. Juli 2008 um 21:44 Uhr (#)

    Ich glaube doch an das Gute im Menschen ;). Allerdings finde ich einen unattraktiven Mann, besser als eine unattraktive Frau. Das mag aber vielleicht dadran liegen, dass ich ein Mann bin ;)…

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