40 Jahre Intel:
Vielbeinige Blumenkinder

Wolf-Dieter Roth, 31. Juli 2008 08:07 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

40 Jahre…

…ist der Chiphersteller Intel geworden. In den USA hat man den Geburtstag schon am 18. Juli gefeiert, dem Tag der Eintragung von Intel ins US-Handelsregister. In der Weltstadt Feldkirchen bei München holte die deutsche Intel-Niederlassung es heute, am 30. Juli nach.

40 Jahre Intel
Ende einer Deutschlandreise: Der Intel-VW-Bus am Fuße des roten Teppichs der Intel 40-Jahres-Feier (Bild: W.D.Roth)

Da die Gündung des Unternehmens 1968 war, präsentierte sich Intel nun als “68er” – dabei waren doch die mit den 68er-Prozessoren 6800, 6809 und 68000 die Konkurrenz, Motorola!

Aber diese 68er sind nicht gemeint, sondern die anderen, die von Blumen im Haar, Hasch im Joint und freier Liebe sangen – und heute mitunter verklemmter und spießiger sind als die, gegen die sie einst kämpften.

In Deutschland sind “68er” oft technikfeindlich, nutzen High-Tech höchstens, um ausgiebig über High-Tech zu schimpfen. In den USA war dies anders, dort waren Hippies und Geeks eine Gemeinschaft, bis der “Una-Bomber” das beendete. Und deshalb hatte Intel auch kein Problem damit, sich als Kind der 68er zu präsentieren.

Intel 40 Jahre
Süße Chips…eine Geburstagstorte für Intel (Bild: W.D.Roth)

Dazu gehört natürlich auch der versiffte, verqualmte und Öl verlierende VW-Bus, später der Schrecken aller Schwiegermütter, weil der neue Freund der Tochter mit dieser in den Wald fährt, um sich dann dort gemeinsam sinnlos zu besaufen. Intel machte das “Projekt Deutschlandreise” daraus, das jedoch für manches beteiligte Medium zum PR-Desaster geriet, weil alle Medien, die das PR-Material nutzten und über diese VW-Bus-Tour berichteten, von den Watchbloggern die Hucke voll bekamen.

Da es einmal nicht drohte, zu gewittern, machte sich neuerdings.com auf, die Intel-Geburtstagsfeier zu besichtigen. Ein paar Impressionen vom angesichts der Abgelegenheit des Standorts nur schwach besuchten Geburtstagsparty in den Bildern.

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Musik der 68er und eine “Teestube” – doch ohne Tee und Wasserpfeife… (Bilder: W.D.Roth)

Die Namen der beiden Gründer – “Moore Noyce” waren als Firmenname wenig geeignet, da dies auch als “more noise” – “mehr Lärm” – verstanden werden konnte. Aus dem stattdessen gewählten “Integrated Electronics” wurde die Kurzform “Intel” geboren. Andy Groove kam als dritter im Bunde hinzu, er brachte den Spruch “Only the paranoid survive” (“Nur die Paranoiden überleben”) als Firmenmotto ins Spiel.

Die ersten erfolgreichen Produkte waren RAM-Speicherchips, die die bis dahin üblichen Kernspeicher ablösten. 1971 kam mit dem “4004″ der erste Mikroprozesser heraus, der eigentlich nur 12 für eine Rechenmaschine bestimmte Chips ersetzen sollte. Der 1974 herausgekommene “8080″ war dann der erste für Homecomputer taugliche Mikroprozessor, 1978 folgte mit dem “8086″ der Urahn aller heutigen Pentiums.

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“Wenn Ossi Urchs aufd er Bühne erscheint, ist es Zeit, die Party zu verlassen!” (Bilder: W.D.Roth)

Heute beschäftigt Intel etwa 85.000 Mitarbeiter an 300 Standorten in 50 Ländern.

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