Shure Kopfhörer:
High-End-Ohrbohrer

Wolf-Dieter Roth, 28. Juli 2008 11:56 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Auf die “Sound Isolating Ohrhörer” der SE-Reihe von Shure, etwa SE 210 MPA und SE 530 PTH schwören so manche iPod-User. Nun gibt es auch eine iPhone-taugliche Variante.

Sure-Kopfhörer
Querschnitt durch einen Shure SE 210 (Bild: Shure)

Shure ist manchem älteren Semester noch als Hersteller hochwertiger Mikrofone und vor allem Tonabnehmersysteme für Schallplatten bekannt. Also diese Nadeln, mit denen man die Rille in den schwarzen PVC-Scheiben durchfurchte, um den dabei entstehenden wunderlichen Geräuschen zu lauschen.

Mit einem iPod geht das nicht mehr so gut - die Kratzer auf dem Display gehen schon nach einmaliger Anwendung nicht mehr weg. Deshalb hat Shure umgestellt und liefert nun iPod-Kopfhörer. Diese sind von der Ohrbohr-Variante:

Ein komplettes Shure-Kopfhörerset mit Tragetäschchen
Komplettes Shure-Kopfhörerset inklusive Tragetäschchen

Es gibt ja eine Entwicklung der Kopfhörer für tragbare Geräte. Es begann bei den Transistor-Taschenradios aus Hongkong mit kleinen gelb-weißen Ohrhörern. Nach dreimaliger Benutzung meist mehr gelb als weiß.

Dann kamen mit dem Sony Walkman leichte, offene Kopfhörer, die besser klangen als so mancher geschlossene Kopfhörer zuvor.

Doch man fiel mit den Kopfhörern unangenehm auf und wurde als schüchtern verunglimpft. Es folgten Ohrhörer, die aber meist nicht in den Ohren stecken blieben. Und dann kamen die schalldicht abschließenden Ohrstöpsel.

Sie sind Geschmackssache - mir sind Kopfhörer mit Schallkompensation lieber. Die Sound Isolating Ohrhörer von Shure haben mittlerweile allerdings nicht nur einen stolzen Preis, sondern auch einen ebensolchen Ruf. Und da sie auch im Apple Store speziell zu iPod und iPhone angeboten werden, stand nun ein Test an.

Shure SE 530
Shure SE 530 (Bild: W.D.Roth)

Nicht am iPhone, da war keins mehr zu bekommen, die testen längst alle Kollegen. Aber ein iPod war noch da. Alt, aber gekauft.

Zum Vergleich diente neben dem Sennheiser PXC 250 noch ein AKG K24P, der vor einiger Zeit mal für 25 Euro angeschafft worden war, weil das Kabel des Sennheiser-Kopfhörers einfach zu kurz ist, um damit spazieren zu gehen und dabei auch keine Geräuschunterdrückung notwendig ist.

Getestet wurden der Shure SE 210 zu knapp 150 ? und der Shure SE 530 zu knapp 450 ?. Ersterer hat einen Mini-Lautsprecher im Gehäuse, letzterer sogar drei: einen Hoch- und zwei Tieftöner. Dazwischen liegen noch der SE 310 mit knapp 250 ? und der SE 420 mit knapp 350 ?.

Shure PTH
Shure Push To Hear (Bild: W.D.Roth)

Damit die Ohrbohrer nicht herausfallen, gibt es Silikongummis in drei Größen, Schaumstoffgummis in zwei Größen und noch einen “Tannenbaum”-Gummi. Damit ist das Ohr auf jeden Fall anschließend von Ohrenschmalz befreit.

Man muß die Ohrhörer so einsetzen, daß sie den Ohrkanal vollständig verschließen, also man nichts mehr von außen hören kann.

Mein Ergebnis: Der SE 530 klingt noch einmal deutlich besser als der SE 210; ob dies den dreifachen Preis rechtfertigt, muß allerdings jeder für sich entscheiden. Doch sowohl vom Tragen als auch vom Klang her ist der AKG-Kopfhörer einfach entspannender. Ersteres, obwohl er im Lieferzustand ziemlich fest sitzt und nach mehr ale einer Stunde zu drücken beginnt, dafür aber auch keinem Jogger von den Ohren rutscht. Und letzteres besonders am iPod - an einem Olympus LS-10 mit baßlastiger Musikausgabe sah es etwas besser aus.

Shure MPA
Shure MPA für iPone und Motorola Razr V3i (Bild: W.D.Roth)

Für meinen Geschmack haben die Shure-Ohrhörer jedoch zu viel Präsenz, also zu starke Wiedergabe der Mitten und höheren Mitten, auch wenn der Klang als solcher sehr rein ist und der AKG dafür bei den Höhen etwas muffliger ist.

Das Zubehörteil PTH - Push To Hear - bietet für knapp 60 Euro das Einblenden der “Real World” über ein Mikrofon. Man muß dann also nicht jedesmal die Ohrhörer aus dem Ohr pulen, wenn der Chef mit den Armen furchtelnd neben einem steht und dabei stumm die Lippen bewegt…

Der Music Phone Adapter MPA zu knapp 40 Euro ist dagegen zu Apple iPhone und Motorola RAZR V3i kompatibel und erlaubt es, die Ohrhörer sowohl zum Musikhören als auch zum Telefonieren zu benutzen. Allerdings muß dann der Chef einen erst auf dem iPhone anrufen, um mit einem sprechen zu können. Den direkten “Mithör-Knopf” gibt es hier nicht.

Beide Adapter können natürlich auch mit anderen Kopfhörern benutzt werden. Man muß sich nur das Mikrofon am Hemdenkragen anclipsen.

Shure Website

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4 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Mirko

    schrieb am 28. Juli 2008 um 14:02 Uhr (#)

    Ich hatte bei Gravis die Gelegenheit die Shure probezuhören. Und ich muss sagen. Ein Test gegen die Ultimate Ears (http://www.ultimateears.com) sei dringend angeraten. Ich selbst habe die super.fi 5 pro und bin der Ansicht, dass sie deutlich besser klingen.

  2. Pit

    schrieb am 3. August 2008 um 11:54 Uhr (#)

    @ Mirko

    Wir haben diesen Test gemacht und kommen zum klaren Ergebnis, dass die Shure eindeutig besser klingen. Vor allem auch bei geringerer Lautstärke und bei leise Passagen in der Musik.

  3. ohrhörer

    schrieb am 13. August 2008 um 21:45 Uhr (#)

    Ich hatte ebenfalls das Vergnügen, die Ohrhörer zu testen, und die Shure sind um “längen” besser! Sehr schöner Sound.

  4. Mirko

    schrieb am 21. August 2008 um 11:40 Uhr (#)

    Also ich weiß nicht, ob hier nicht eher die Shops kommentieren, weil sie die Ultimate Ears selber nicht führen.

    Nunja. Die Shure pauschal als um Längen besser klingend zu bezeichnen halte ich für unpassend. Die Angebotspalette beider Hersteller ist ja recht groß. Und bekanntermaßen sind Hörgewohnheiten und -eindrücke subjektiv. Für mich klingen z. B. die Shure SE 420 wenig neutral, eher präsent und Stimmen betont. Der 530 hat mir besser gefallen, halte ihn aber für überteuert. Vor allem aber fehlt mir die Dynamik der Ultimate Ears.

    Ich kann nur mal die Testberichte von Audio und Stereoplay empfehlen und ebenso Head-fi.org.


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