Acer ErgoStand:
Hoch den Kopf!
Von Wolf-Dieter Roth am 25. Juli 2008 um 17:45 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Zubehör
Zum Acer ErgoStand kann greifen, wer gerne den PC auf statt unter dem Tisch und den Monitor hoch darauf thronend hat, so wie es einst mit dem IBM PC begann.
Es gibt Produkte, deren Nutzen mir wohl für immer verschlossen bleibt. So habe ich noch nie einen Monitor auf den PC gestellt, nicht mal in den Tagen des IBM XT, wo dies eigentlich üblich war:
Einerseits mag ich den Kopf zum Arbeiten nicht hoch aufrecken müssen - das mag zwar im Büro vielleicht eleganter aussehen als ihn scheinbar depressiv hängen zu lassen, aber am Abend habe ich ein steifes Genick. Und der weite Weg der Augen zwischen Tastatur und Monitor nervt, da ich immer noch im 10/5-Fingersystem schreibe. Und jene Telefonbuch- oder Kopierpapierstapel unter dem Monitor stets sofort entfernte, auch wenn sie sonst wirklich jeder in der Firma nutzte.
Den Ergonomie-Richtlinien entsprechen sie übrigens nicht: Ein Blickwinkel von 90° wird keineswegs für Computerarbeit empfohlen. Wäre dem so, hätten die Monitore längst längere Füße. “Bei entspannter Sitzhaltung sollte die Sehachse vom Auge zur Bildschirmmitte etwa 35 Grad von der Horizontalen nach unten verlaufen”, so die DIN EN ISO 9241-5, die Acer im Begleittext für den ErgoStand selbst zitiert. Wer dazu einen Monitor-Hochstand braucht, dürfte also an einem zu niedrigen Tisch sitzen oder den Monitor ungesund nah stehen haben!!
Andererseits mag ich die lärmende Kiste nun nicht ausgerechnet direkt vor meiner Nase stehen haben. Wozu gibt es denn Tower, die man bequem aus dem Weg und unter den Tisch stellen kann?
Aber ok, designbewußte Menschen mögen ja sogar in Monitore verpackte Big…nein iMacs. Und natürlich ist ein kleines Desktop-Gehäuse billiger als ein großer Tower, was alleine schon dafür spricht, daß Firmen zu ersteren greifen und nur die Abteilungsleiter, die aber ohnehin ihren PC durch die Sekretärin bedienen lassen, einen Tower unter den Tisch bekommen.
In diesem Punkt bringt der Acer ErgoStand immerhin einen Pluspunkt: Damit bekommt der Abteilungsleiter den schicken Designer-PC auf den Schreibtisch - man muß ihm nur erzählen, er hieße Acer EgoStand - und die Untergebenen stattdessen den häßlichen, aber nützlichen Tower darunter. Und alle sind zufrieden.
Allerdings gibt es für den 69 Euro großen ErgoStand durchaus sinnvolle Anwendungen, nämlich PCs, die seinem Namen entsprechend im Stand verwendet werden, beispielsweise an Standpulten oder in der Höhe verstellbaren Tischen oder gar mit Wandhalterungen.
Dann ist der PC-Halter unter dem Monitorhalter für Acer-PCs im USFF (nicht Untersuff-Offizier, sondern Ultra Small Form Factor!) zu gebrauchen, sortiert mit Halteschlaufen auch den unvermeidlichen Kabelsalat und der Monitorhalter selbst trägt Acer-Monitore von 17 Zoll normal bis 22 Zoll Widescreen und läßt sich um 45 Grad nach rechts und links sowie um bis zu 90 Grad vertikal kippen.
Aber vielleicht kann mir das ja mal jemand erklären, wieso in deutschen Büros landauf landab Tonnen von Alt- und Neupapier der bestimmungsgemäßen Verwertung vorenthalten werden, um die Monitore der Angestellten hoch zu stellen…
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