Wuala Onlinespeicher:
Ab August im Browser

Wuala, der Schweizer Online-Speicherdienst, macht das Internet zur jederzeit verfügbaren Fetsplatte und geht im August in die offene Beta-Phase über. Grösste Neuerung: Die Anwendung lädt vollständig im Browser, und Dokumente können auch mit Personen geteilt werden, die kein Wuala-Konto besitzen.

Wuala Alpha für Mac

USB-Sticks und selbstgebrannte DVD machen grosse Speicherkapazitäten jederzeit zugänglich – aber auf Besuch bei der Verwandschaft hat man dann die gewünschten Urlaubsfotos eben grade nicht auf dem Stick, und auf der alten Kiste bei Tante Emma kann die DVD nicht gelesen werden. Wuala, ein Online-Speicherdienst, der die Harddisks seiner Benutzer zu einem gigantischen Datenzentrum mit Privatkonti vereinigt, leistet hier Abhilfe. Das Zürcher Startup vermochte uns bereits zum Launch der geschlossenen Alpha-Version vor rund einem halben Jahr zu begeistern – jetzt aber wird mit der offenen Beta-Phase ab August die Funktionalität um zwei grosse Schritte erhöht:

Ab 14. August steht die neue Version zur Verfügung, die das Herunterladen und installieren einer eigenständigen Applikation für Wuala überflüssig macht – die gesamte Bedienung des persönlichen Speichers, der Zugriff auf geteilte Dateien von Freunden und die Gruppen, der inzwischen recht ansehnliche Gesamtumfang ist dann direkt in jedem Browser nutzbar.

Weit wichtiger noch finde ich die Ankündigung des Wuala-Teams, dass mit der neuen Version Dateien (und hoffentlich auch ganze Ordner) nicht mehr nur für den Zugriff durch andere Wuala-Nutzer freigegeben werden können, sondern dass auch Leute ohne Wuala-Account auf Einladung hin die Dateien abrufen können.

Das hat mich bisher davon abgehalten, meine wichtigsten Fotos in die Wolke hochzuladen, die Wuala ist: Die Daten werden auf meinem Rechner verschlüsselt, zerstückelt und dann auf die Harddisks anderer Nutzer verteilt. Ein reffinierter Algorithmus sorgt dafür, dass zu jeder Zeit alle Teile jeder Datei von den Rechnern der andern Mitglieder heruntergeladen werden können. Weil ich meine Dateien aber leider nur mit andern Wuala-Nutzern teilen konnte, fiel der schnelle Dateitausch mit einem nicht-Alphatest-Mitglied ins Wasser.

Im Alphatest habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass das Hochladen von Dateien einigermassen zäh vor sich geht – weil man aber ganze Ordner in die Wuala-Struktur ziehen kann, stört das nicht weiter – über Nacht werden die Daten dann hochgeladen.

Das schöne an Wuala ist neben dem Umstand, dass es kostenlos ist, die Tatsache, dass es sich um den einzigen mir bekannten Online-Speicherdienst handelt, der beliebig grosse Dateien schluckt – also auch einen vier Gigabyte grossen Film, so man als Nutzer denn so viel Speicher “verdient” hat: Zu den anfänglich verfügbaren 4GB Speicherplatz kann jeder Benutzer entweder zusätzlichen Speicherplatz erhalten, indem er mehr von seiner eigenen Festplatte zur Verfügung stellt und dafür sorgt, dass sein Rechner mindestens 17% der Tageszeit online ist, oder indem er neue Mitglieder wirbt – aber Wuala lässt auch den Kauf von Speicherplatz zu (zu allerdings meiner Ansicht nach etwas zu happigen Preisen).

Wuala Homepage

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12 Kommentare

  1. Mick
    schrieb am 18. Juli 2008 um 17:47 Uhr (#)

    Ich habe mir 100 GB zusätzlich gekauft und meine ganze Fotosammlung auf Wuala gesichert. Das hat zwar vier Tage und Nächte gedauert, weil ich einfach den Fotoordner auf einmal rübergezogen habe. Schlauer wäre es, das portionenweise zu machen. Denn mit dem Hochladen arbeitet der Rechner massiv: zerstücken, hashcoden, portionieren, cachen, hochladen, checksummen etc. Zudem hat sich für die Dauer des Hochladens der Speicherbedarf lokal verdoppelt, weil alles im lokalen Cache verarbeitet wird. Bei 20 GB Fotodaten schon ein Haufen. Aber jetzt sind die Bilder meines Lebens sicher, auch bei einem Erdbeben, das alle meine lokalen Daten zerstören könnte (zumindest hoffe ich doch, dass die Wuala Wolke global genug ist:) Vor allem aber kann ich nun jederzeit und überall allen immer genau das Bild zeigen, das ich gerade zeigen möchte. Und bald wohl auch alle meine Musikstücke und – viel später – meine Filme.

  2. Markus
    schrieb am 20. Juli 2008 um 10:26 Uhr (#)

    Das Allerliebste an wua.la ist mir immer noch, dass die Daten verschlüsselt verteilt werden. Keiner, keiner und nochmal keiner kann diese Daten lesen oder verstehen, solange ich das nicht will. Nichtmal die Betreiber von wua.la selbst können das.
    Es wundert mich ein wenig, dass das so gut wie nie zur Sprache kommt.

  3. Mick
    schrieb am 20. Juli 2008 um 12:11 Uhr (#)

    Das muss ja nicht so laut gehämmert werden. Die Industrie wird noch früh genug auf wua.la losgehen. Und dann überlebt wuala nur, wenn es die kritische Grösse schon erreicht hat.

  4. Peter Pan
    schrieb am 20. Juli 2008 um 14:40 Uhr (#)

    so,so keiner kann die daten lesen . wer bezahlt denn wuala ? ach ja , die verschenken ja ihre dienste und darben vor sich hin ! eines tages braucht ihr bei behörden keine fragebögen mehr ausfüllen ;-)

  5. kiwi
    schrieb am 30. Juli 2008 um 12:11 Uhr (#)

    if you need an invitation code, send me a message at

    kiwi78 @ gmail.com

  6. Hubert Zaun
    schrieb am 30. Juli 2008 um 19:01 Uhr (#)

    Nachdem ich Wuala nun ein paar Tage teste, bin ich über die Ankündigungen bezüglich der Veröffentlichung der Beta-Version doch eher unruhig.

    Wie soll denn das im Browser ablaufen? Und vor allem: Soll ich jetzt auf dem Rechner, der 24 Stunden am Tag läuft und dadurch eben dazu beiträgt, daß ich Wuala-Speicherplatz teile und bekomme, einen Browser ununterbrochen laufen lassen?

    Um ehrlich zu sein finde ich die Verwendung von Java auch eher suboptimal. Viel zu fett. Viel zu fett vor allem für die beliebten Netbooks. Mir scheint, an die Verwender von mobilen Rechnern, die nicht an DSL-Netz gekoppelt sind, hat man bei Wuala sowieso nicht gedacht.

  7. Marco
    schrieb am 27. September 2008 um 00:33 Uhr (#)

    Ich habe zwei Sachen noch nicht verstanden an Wuala:

    1) Wenn die Daten – so wie es überall steht – redundant gespeichert werden, dann verbraucht das System doch viel zu viel Speicherplatz, oder? Nehmen wir mal an, dass die Nutzer alle zusammen 4000 GB Speicher bereitstellen. Wenn jede Datei vier Mal gespeichert wird, dann kann man beispielsweise nur ein Viertel des Speicherplatzes effektiv nutzen!?

    2) Wenn das wirklich alles super verschlüsselt ist, dann wird Wuala doch zu ner Tauschbörse mit Massen an illegalen Daten, oder?

  8. Mick
    schrieb am 27. September 2008 um 14:19 Uhr (#)

    @ Hubert Zaun:
    a) was heisst zuviel? Jedes Backup belegt Speicher und ist redundant. Bis es gebraucht wird. Und die “cloud” hat ja eine indefinite Grösse.
    b) ja. Wird nicht. Ist schon. Aber niemand garantiert Dir, dass unter den Tauschern, auf die Du Dich eventuell einlässt, nicht ein Agent der Rechteverwerter sitzt.

  9. Marco
    schrieb am 27. September 2008 um 19:30 Uhr (#)

    @Mick:
    1) Ich meinte es so: Wenn es 1 Milliarde Internetnutzer gibt und jeder von denen eine 80 GB Festplatte hat, dann stehen ja 80 Milliarden GB an Speicherplatz in der Cloud zur Verfügung.
    Wenn aber alle Daten beispielsweise 2 Mal redundant gespeichert werden, kann man nur 40 Milliarden des Speicherplatzes nutzen, also nicht so effektiv … Aber anders geht es ja auch nicht, wenn man die Daten nicht bei einem Anbieter zentral speichern will. (Zahlen alle nur Beispiele)
    2) Ich habe jetzt diese Aussage hier irgendwo gelesen: “Wir kooperieren da mit verschiedenen Organisationen, um den Urheberrechtsverletzungen vorzubeugen. Hier in der Schweiz gibt es eine Bundesstelle, die Internetkriminalität bekämpft. Mit denen arbeiten wir sehr eng zusammen.” Also werden die sich wohl – wie du schon meintest – auch als Tauscher ausgeben und versuchen, illegale Tauscher zu finden.

  10. Mick
    schrieb am 29. September 2008 um 07:21 Uhr (#)

    @Marco: zu 2) Ich denke, bei der erwähnten Zusammenarbeit handelt es sich, wenn schon, eher um jene Kriminalität, welche z.B. die “Schweizer Bundesstelle” aktiv untersuchen, wie Kinderpornographie und ähnliches. Und da gibt es ja wie bei YouTube das user-flag und die Meldemöglichkeit. “Normale” Urheberrechtsverletzungen sind im Wuala-System sehr schwer nachzuweisen, weil es sich ja zumindest im Prinzip immer um geschlossene User-Groups handelt und damit allenfalls argumentiert werden kann, der Tausch erfolge im Familienkreis. Sollte das aber zum Problem für Wuala werden, sähe ich eher vertragliche Einigungen, wie sie Google für YouTube abschliesst mit den Urheberrechtsinhabern.

  11. Marco
    schrieb am 29. September 2008 um 21:48 Uhr (#)

    @Mick:
    Stimmt, da hast du Recht. Und die Bundesstelle könnte ja trotzdem alle Daten sehen. Denn wer Daten VERschlüsseln kann, der kann sie auch wieder ENTschlüsseln. Das heißt, das Wuala bei Verdacht einfach die Dateien entschlüsseln könnte und die Bundesstelle prüft die Dateien, oder?

  12. Mick
    schrieb am 29. September 2008 um 23:15 Uhr (#)

    @Marco: Nicht ganz: Wuala kann die Daten gemäss eigenen Angaben nicht entschlüsseln, wenn Du sie nicht freigegeben hast. Entschlüsselt kriegt sie nur, wer von Dir autorisiert ist. Das heisst, so lange Du nur Leute ran lässt, die Du wirklich kennst, bist Du sicher. Eine geschlossene Gruppe kann so lange beliebig tauschen, bis sie infiltriert wird von einem Agenten. Wie in den Zeiten des kalten Krieges eben. Ist das nicht romantisch? :)

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