Neue Studie von Nielsen:
Mobil surfen können die Amis

Rund jeder sechste Handy-User in den USA geht mit seinem Mobiltelfon regelmässig ins Internet. Diese und andere Fakten hat eine von Nielsen Mobile durchgeführte Studie ans Tageslicht gebracht.

Erst letzte Woche habe ich mich darüber lustig gemacht, wie wenige SMS die Amerikaner von ihren Handys aus verschicken. Eine von Nielsen Mobile durchgeführte Studie (pdf) zeigt nun aber, dass sie dafür auf einem anderen Feld vorneliegen – nämlich bei der Nutzung des Internets vom Handy aus.

Nielsen befragte in den ersten drei Monaten des Jahres 2008 mehr als eine Million Menschen in sechzehn Ländern und kam dabei zum Schluss, dass 15.6 Prozent der amerikanischen Handynutzer via Handy mindestens einmal pro Monat ins Internet gehen – das bedeutet Platz 1 der Rangliste. Danach folgen Grossbritannien und Italien – Deutschland ist mit 7.4 Prozent bloss auf Platz 8.

Wer sich die Studie genauer anschaut, findet noch weiteres interessantes Datenmaterial.

So sind zum Beispiel (in den USA) nur 56 Prozent der Handy-Internetler männlich. Mobiles Internet ist also überhaupt nicht nur ein Thema für Geeks und “Das Model und der Freak”-Kandidaten.

Wer nun denkt, dass all die BlackBerry-Sklaven (und Sklavinnen) in den USA die Statistik “verfälschen”, den muss ich leider enttäuschen. In den USA benutzen nur gerade mal 4% Prozent der mobilen Internet-User einen BlackBerry. Das am häufigsten genutzte Gerät ist in den USA das Motorola RAZR (10%). In Europa ist das RAZR mit 3% bloss auf Platz 3 – angeführt wird die Liste von den Nokia-Geräten N95 (5%) und N70 (4%).

Und das iPhone? Gemäss Statistk liegt das Super-Handy von Apple in den USA mit 4% auf dem zweiten Platz, in Europa taucht es noch gar nicht in der Rangliste auf (was nicht weiter überrascht, da Nielsen in Europa bloss Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden und Grossbritannien angeschaut hat – das iPhone war bislang erst in zwei dieser fünf Ländern erhältlich). Interessant wäre jedoch nicht bloss eine Auflistung nach Geräten, sondern nach durchschnittlichem Traffic pro Gerät. Ich behaupte mal, dass diese 4% iPhone-User deutlich mehr surfen als die RAZR-Besitzer (geht man mit dem wirklich ins Internet? Haben die in den USA ein Sonderangebot gehabt?).

Von Zahlen und Statistiken kann man ja immer halten, was man will. Die Erkentnis, dass sich bei der mobilen Internetnutzung noch kein Key Player herausgebildet hat, ist aber dennoch sehr spannend.

Nielsen Mobile: The wordlwide state of the mobile web (pdf)

[via Engadget Mobile]

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1 Kommentar

  1. Mobile Surfer
    schrieb am 19. September 2008 um 01:43 Uhr (#)

    Nunja, hierbei muß doch als aller erstes der Netzausbau berücksichtigt werden. In deutschland sind schnell Umts Netze nach wie vor nur in Ballungscentren ausgebaut. In den Usa zwar auch, da sind die Ballungscentren aber traditionell größer. Bzw. genaugenommen wird dort größtenteils kein Umts sondern Edge genutzt. In .de gibts außerhalb der Umts Zonen dann eben fast unzumutbare gprs Geschwindigkeit.

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