MobileMe im Test:
iPhone spielt BlackBerry

Andreas Göldi, 13. Juli 2008 11:00 Uhr, 26 Kommentare Kommentare

Wäre es nicht schön, wenn man immer seinen Kalender, seine Kontakte und seine e-Mail auf allen stationären wie mobilen Geräten auf dem gleichen Stand haben könnte? Dachte sich Apple auch und schickt sich pünktlich zum iPhone-Launch mit dem neuen Dienst “MobileMe” an, dieses Problem zu lösen. Allerdings überzeugt das Resultat noch nicht so ganz.

Wir leben in komplizierten Zeiten: Der moderne Mensch benutzt meistens mehrere Computer und mindestens ein Mobiltelefon. Berufstätige verwalten oft einen Büro-Kalender, einen getrennten privaten Kalender, dazu möglicherweise noch irgendwelche themenspezifische Kalender. Hinzu kommen die diversen Kontaktlisten und oft zahlreichen e-Mail-Accounts, die sich mit der Zeit so ansammeln. All das unter einen Hut zu bringen und synchronisiert zu halten, ist ein echtes Stück Arbeit. Und leider sind die meisten Synchronisierungslösungen, die es heute gibt, eine mittlere Katastrophe.

Mobileme

Apple nimmt nun einen neuen Anlauf, diese missliche Situation zu verbessern. Und da diese Firma ein gewisses Talent hat, knifflige Probleme auf einfache und elegante Art zu lösen, darf man gespannt sein.

MobileMe” ist Apples neue Datenplattform für Kalender, Kontakte, e-Mail, Bilder und Dateien. Apple beschreibt MobileMe als “Exchange for the rest of us”, also eine Universallösung all dieser Bereiche für Leute, die keine teure Infrastruktur à la Microsoft Exchange oder Lotus Notes haben. Ausserdem löst MobileMe Apples bisherigen .Mac-Dienst ab.

Eines der bemerkenswertesten Features von MobileMe ist die sehr weitreichende iPhone-Integration: E-Mails sowie Änderungen in Kontakten und Kalendern werden drahtlos zum iPhone “gepusht”, erscheinen also augenblicklich auf dem mobilen Gerät. Umgekehrt werden Änderungen, die man auf dem Telefon macht, sofort auf den PC oder Mac zurückgeschrieben. Das hört sich äusserst praktisch an, denn das nervige Synchronisieren per Kabel fällt so weg. Damit tritt Apple ausserdem in sehr direkte Konkurrenz mit dem BlackBerry von RIM, denn diese Produktefamilie hat ihren Erfolg vor allem solchen Push-Funktionalitäten zu verdanken.

MobileMe ist ein kostenpflichtiger Dienst und kostet 79 Euro im Jahr (oder 119 Euro für das Familienpaket mit vier Accounts). Dafür kriegt man 20 GB Speicherplatz, den man gegen Zusatzgebühren aber auch erweitern kann. Man kann den Dienst kostenlos für 60 Tage testen und muss erst dann zahlen.

Seine Daten kann man mit MobileMe auf gleich drei Kanälen abrufen und bearbeiten: Auf dem Mac bzw. PC, auf der MobileMe-Website und auf dem iPhone.

Auf dem Mac synchronisiert MobileMe die Daten mit den üblichen mitgelieferten Apple-Programmen. Entourage-User haben allerdings Pech gehabt: Eine direkte Synchronisation gibt es komischerweise nur mit dem Notizblock-Feature von Entourage. Wenn man mehrere Macs benutzt, kann MobileMe zusätzlich auch noch verschiedenste Einstellungen zwischen den Geräten synchronisieren: Bookmarks, Passwörter, Dock-Items und sogar Dashboard-Widgets. So kann man zum Beispiel einen Büro- und einen Heim-Mac auf einem annähernd identischen Stand halten.

Mobilemesettings
Mit wenigen Klicks lässt sich einstellen, was genau synchronisiert werden soll.

Auch mit Windows-PCs synchronisiert sich MobileMe: PC-User müssen lediglich die neuste iTunes-Version installieren und finden sogleich ein Mobile-Me-Kontrollfeld in den Systemeinstellungen. Sogar Bookmarks und hochgeladene Dateien lassen sich automatisch abgleichen.

Mail
Auch PC-User können sich problemlos an MobileMe anhängen.

iPhone-User benötigen die neue Firmware 2.0, die auf dem 3G-iPhone eh schon drauf ist und für ältere iPhones gratis heruntergeladen werden kann. Auch einen iPod Touch kann man mit MobileMe synchronisieren. Der Setup ist simpel, und man kann einstellen, ob man alle Dienste oder nur einige davon mit MobileMe abgleichen will.

Die Website von MobileMe (unter der leicht zu merkenden Adresse www.me.com) ist ein beeindruckendes Beispiel moderner Web-Programmierung. Apple verwendet das JavaScript-Framework Sproutcore, um im Browser eine Benutzerführung zu realisieren, die beinahe identisch mit Apples Desktop-Programmen ist. Mac-User finden sich sofort zurecht, PC-User werden sich schnell daran gewöhnen. All der User-Interface-Zauber hat aber auch seinen Preis: Gelegentlich wirkt MobileMe ziemlich langsam, vor allem im Vergleich zu Googles Webapplikationen.

Mobilemeemail
Die Webmail-Applikation von MobileMe: Hübsch anzusehen, einfach zu bedienen, aber gelegentlich etwas träge (grössere Ansicht in der Galerie).

Die Webmail-Funktion von MobileMe kann sich durchaus sehen lassen. Sie wirkt wie eine leicht vereinfachte Version von Apple Mail. Leider waren im Test die Mailserver von Apple arg überlastet, wohl bedingt durch den weltweiten Launch des neuen iPhone. Daher war die Stabilität nicht gerade berühmt und die Performance beinahe indiskutabel. Aber es ist damit zu rechnen, dass sich das noch bessern wird.

Natürlich drängt sich ein Vergleich mit anderen Webmail-Diensten auf, insbesondere mit Gmail (oder, wie man in Deutschland ja inzwischen sagen muss, Google Mail). Und dagegen sieht MobileMe ziemlich alt aus. Nicht nur ist Gmail deutlich schneller und effizienter, es bietet auch erheblich mehr Features. Attachments lassen sich unter MobileMe beispielsweise nicht im Browser anschauen. Auch die Suchfunktion konnte nicht überzeugen, was aber mit der aktuellen Systemüberlastung zu tun haben könnte. MobileMe kann einen externen POP-Account abfragen und so eine alte E-Mailbox integrieren. Aber man ist auf einen einzigen Account beschränkt und muss den auch noch manuell per Mausklick abfragen. Wiederum kein Vergleich mit Gmails Funktionalität.

Die Kalender- und Adressbuchfunktionalitäten in der Web-Version von MobileMe setzen hingegen durchaus Massstäbe. Sie sind zwar auch keine Geschwindigkeitswunder, aber der Komfort und die Benutzerfreundlichkeit sind derzeit wohl ungeschlagen. Sehr ärgerlich ist allerdings, dass der MobileMe-Kalender im Web keine abonnierten iCal-Kalender anzeigt. Auch das Publizieren von Kalendern geht merkwürdigerweise nur über den lokalen Client.

Mobilemeadressen
Der fünffache Hogenkamp: Gelegentlich sammelt die Synchronisierungsvorrichtung die Daten etwas gar zu enthusiastisch ein, vor allem im Zusammenspiel mit der Kontaktverwaltung von Gmail.

Via einen Mac oder PC kann das MobileMe-Adressbuch auch mit Gmail, Yahoo oder Exchange synchronisiert werden. Besonders im Fall von Gmail führt das aber zu etwas Chaos, weil Gmail jede jemals verwendete E-Mail-Adresse als neuen Kontakt anlegt. So kommt man bei Leuten mit mehreren Adressen dann schnell mal zu mehrfachen Einträgen. Aber mehr ist bei Kontakten ja im Zweifelsfall besser als weniger.

Die grosse Frage für iPhone-Besitzer ist natürlich, wie gut die Push-Synchronisation mit dem iPhone funktioniert. Und dieser Aspekt konnte im Test bis auf ein paar aktuelle Performance-Probleme weitgehend überzeugen. Im gleichen Moment, in dem neue Mails auf dem Web-Interface auftauchen, klingelt auch die iPhone-Mailbox. Neue Termin- oder Kontakteinträge, die auf dem Mac erstellt wurden, sind sofort nach der automatischen Synchronisierung mit MobileMe auch auf dem iPhone präsent. Und auch der Weg zurück funktioniert reibungslos.

So weit, so gut. Ein ganz grosser Wermutstropfen ist aber die Insularität von MobileMe. Eine bestehende E-Mail-Adresse lässt sich nicht in den Dienst einbinden. Nur per automatischer Weiterleitung an die neue me.com-Adresse kann man beispielseweise seine bestehende Geschäftsadresse zum iPhone pushen (siehe dazu einen Tipp von Mac OS X Hints — ganz runterscrollen, da steht die richtige Lösung). Derzeit ist es nicht möglich, eine bestehende Domain auf MobileMe umzubiegen, wie das Google z.B. bei Google Apps ganz problemlos möglich macht. Und ausserdem kann das iPhone auch in der neusten Version andere e-Mail-Adressen nicht per IMAP-Push ansteuern, obwohl das auf anderen Smartphones geht.

Die Push-E-Mail-Funktionalität wäre also eigentlich toll, ist aber so nur sehr eingeschränkt brauchbar. Im Ernst, Apple: Noch eine E-Mail-Adresse braucht nun wirklich kein Mensch. Auch nicht mit einem niedlichen “me.com” am Ende.

Das gleiche Elend beim Kalender: Da abonnierte iCal-Feeds nicht über MobileMe synchronsiert werden, hat Pecht gehabt, wer seine Termine beispielsweise auf Google Calendar verwaltet. Nur der Kontaktverwaltung kann man sehr gute Integrationsfähigkeiten mit den wichtigsten externen Systemen bescheinigen.

Wer MobileMe voll nutzen will, muss sich also voll und ganz darauf einlassen, alle bestehenden Daten zu migrieren und die me.com-Mailadresse zu benutzen. Das dürfte abgesehen von überzeugten Apple-Fanboys den meisten Usern schwer fallen. Gerade für Kleinunternehmen und Freelancer wären die Features von MobileMe eigentlich ideal, aber die Umsetzung bleibt da im Ansatz stecken.

Noch schnell ein Wort zu den übrigen Funktionalitäten: Mit der iDisk kann man auf sehr praktische Weise Dateien in die “Cloud” stellen. Wenn man lokale Dateien auf das iDisk-Laufwerk zieht (geht sowohl auf Mac wie auch auf einem PC), werden die Files auf Apples Server kopiert und stehen dann auf den synchronisierten Maschinen sowie im Web zum Abruf bereit. Leider hat der Web-Client aber keine Vorschaufunktion für gängige Formate. Und bedauerlich ist auch, dass man per iPhone nicht auf die iDisk zugreifen kann. Trotzdem: Für den einfachen Austausch auch grosser Dateien ist die iDisk durchaus praktisch.

Des weiteren bietet MobileMe mit “Back to my Mac” die Möglichkeit, von einem Mac auf einen anderen zuzugreifen, auch wenn der auf der anderen Seite der Welt steht. Voraussetzung ist natürlich entsprechender Internet-Zugang und die richtige MobileMe-Konfiguration auf beiden Seiten. Ausserdem kann man MobileMe auch seine persönliche Homepage (oder gar Firmenhomepage) anvertrauen und die mit iWeb editieren.

Mobilemefotogalerie
Die MobileMe-Fotogalerie (hier mit aufregenden Screenshots vom iPhone App Store): iPhoto-ähnlicher Bedienungskomfort im Browser.

Zuguterletzt sei noch die Fotogalerie erwähnt, mit der man seine Fotos auf den MobileMe-Servern ablegen kann. Mac-User können Bilder direkt aus iPhoto hochladen, PC-User müssen mit dem Web-Client vorlieb nehmen. Der ist aber durchaus beeindruckend gemacht und erinnert in der Bedienung stark an iPhoto 08. Jedes Album kann entweder der Öffentlichkeit oder nur einem ausgwählten Kreis von Benutzern zur Verfügung gestellt werden. So lassen sich Bilder mit Verwandten und Freunden auf einfache Weise teilen. Die MobileMe-Fotogalerie bringt im Vergleich zu anderen Foto-Sharing-Sites keine herausragenden Neuigkeiten, aber ist eine wirklich solide Lösung mit einem bemerkenswerten Userinterface.

Unser Fazit: Insgesamt hinterlässt MobileMe einen sehr durchwachsenen Eindruck. Die Grundfunktionalität der Synchroniserung von Mac/PC, Website und iPhone funktioniert erstaunlich gut. Der Webclient setzt neue Massstäbe in der Benutzerfreundlichkeit von Webapplikationen, ist aber oft nervtötend langsam. Wirklich schlecht ist die relative Geschlossenheit des Systems, die es schwer macht, bestehende Kalender und E-Mail-Adressen einzubinden. Das reduziert den Nutzen von MobileMe denn auch ganz dramatisch.

Ob einem dieses Leistungspaket 79 Euro im Jahr wert ist, wird wohl von der individuellen Situation abhängen. Wer eine elegante Synchronisierungslösung für sein iPhone sucht, sollte sich MobileMe auf jeden Fall anschauen, zumal eine vollwertige Testversion für 60 Tage gratis ist. iPhone-User, die vor allem auf die E-Mail-Push-Funktion scharf sind, werden angesichts der fehlenen Einbindbarkeit ihrer existierenden Mailadressen wohl enttäuscht sein. E-Mail-Push zum iPhone kann man übrigens mit Yahoo Mail auch gratis haben.

Insgesamt ist MobileMe ein typisches 1.0-Produkt: Viel Potential, gute Ansätze, aber noch nicht wirklich ausgereift. Und von einer soliden Businesslösung à la BlackBerry ist es noch ziemlich weit entfernt.

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26 Kommentare zu diesem Artikel

  1. robert

    schrieb am 13. Juli 2008 um 11:59 Uhr (#)

    MobilMe ist vor allem typisch Apple, typisch sau teuer.
    Zwar ist es FTP und quasi Exchange, aber bitte das ganze für 79,- das entspricht in vieler hinsicht der Miete eines Webservers mit Exchangekonto.
    Zwar giebt es Familieaccounts aber keine Firmenaccounts.
    Apple setzt wiedermal verstärkt auf die Privatmenschen mit viel Geld. Ein Luxusprodukt, gut, aber einfach frech teuer.

  2. saimens

    schrieb am 13. Juli 2008 um 13:03 Uhr (#)

    Merci für die Zusammenfassung. Ich kann den Ausssagen - insb. “Insellösung” - vollständig zustimmen.

    Folgende Rubrik fehlt und könntet ihr demnächst noch ergänzen: Sicherheit! Wie steht’s damit? Offensichtlich ist nicht die ganze Sitzung verschlüsselt. Wie sicher ist das? Wird der Inhalt der iDisk auch ohne Verschlüsselung in der Welt umhergereicht? Mit “WebDAV” soll man sich offensichtlich auch ohne Verschlüsselung anmelden können? Wie angreifbar ist das? Freue mich über ein verständliches Fazit.

    Simon

    PS: Um das erste Argument gegen Verschlüsselung gleich vorwegzunehmen, hier etwas zum Einstimmen: Offensichtlich wird bei me.com nur die Passwort / Account Abfrage verschlüsselt. Die Mails (wies um Kontakte, Kalender und den Rest steht weiss ich nicht) werden anschliessend ohne Verschlüsselung vom User (Webclient “www.me.com” oder Mail Application auf dem Notebook) zum Server geschickt. Dieser Praxis wird vereinzelt mit dem folgenden Argument zugestimmt: E-Mails werden vom Server unverschlüsselt im Internet transportiert. Ob der Verkehr vom User zum Server nun auch unverschlüsselt sei, spiele deshalb keine Rolle. Das sehe ich anders:

    1.) Folgendes Szenario: “Beauty” sitzt mit Notebook im Café, benutzt das WLAN des Restaurants und sortiert ihre Mails auf http://www.me.com. “Geek Monster” sitzt auch mit WLAN im selben Café und hat den Datenverkehr der anwesenden Gästen längst zugeordnet. Innert Kürze kennt er Name, Adresse, Telefon (Signatur der versendeten Email). Je nach Inhalt der von “Beauty” aufgerufnen Mails ist “Geek Monster” recht gut informiert.

    2.) Verunsichert genug? Hier noch ein anderes Alltagszenario: “Mitarbeiter” sitzt im Büro und liest in der Mittagspause auf dem Firmennetz seine privaten Mails auf http://www.me.com. “Adminstrator” checkt routinemässig den Datenverkehr seines Firmennetzes. “Mitarbeiter” erhält von “max.meier@headhunter.com” ein Mail mit dem Titel “Jobprofil gemäss Besprechung”. Wie “Arbeitgeber” dies wohl interpretiert?

    Das unverschlüsselte Mails nicht sicher sind, ist bekannt. Den Datenverkehr vom Mailserver von Apple zu “max.meier@headhunter.com” zu lesen ist aber weitaus aufwendiger als die hier illustrierten Beispiele. Adaptiert auf die gute alte snakemail würde der Briefträger die Artztrechnung ausgepackt an meine Haustüre aufhängen. Hättet ihr damit ein Problem?

  3. Michel

    schrieb am 13. Juli 2008 um 13:45 Uhr (#)

    Vorübergehende Lösung dafür: ein VPN Tunnel. z.B. bei swissvpn.net (auch für Private bezahlbar und einfach einzurichten).

  4. Schoko-Heini

    schrieb am 13. Juli 2008 um 20:35 Uhr (#)

    Ob sich MobileMe durchsetzt wage ich irgendwie zu bezweifeln …
    -
    [Edit: Link entfernt, bitte kein SEO in den Kommentaren. F.S.]

  5. MILE

    schrieb am 13. Juli 2008 um 21:00 Uhr (#)

    Für die im Schlußsatz angesprochene Businesslösung gibt es ja mittlerweile auch die ohnehin sehr gut funktionierende Exchange-Einbindung…

    Und könnt ihr es nicht wenigstens mal lassen, Apple-User als “Fanboys” zu bezeichnen…?!? Das langweilt echt inzwischen…! ;)

  6. MILE

    schrieb am 13. Juli 2008 um 21:07 Uhr (#)

    1.) Folgendes Szenario: ?Beauty? sitzt mit Notebook im Café, benutzt das WLAN des Restaurants und sortiert ihre Mails auf http://www.me.com. ?Geek Monster? sitzt auch mit WLAN im selben Café und hat den Datenverkehr der anwesenden Gästen längst zugeordnet. Innert Kürze kennt er Name, Adresse, Telefon (Signatur der versendeten Email). Je nach Inhalt der von ?Beauty? aufgerufnen Mails ist ?Geek Monster? recht gut informiert.

    Wäre ich “Beauty” und säße mit meinem eigenen Notebook im Cafe, würde ich ohnehin Apple Mail verwenden und nicht den Web-Client — was für einen Sinn sollte das denn machen…?! Und da werden die Mails auch bei MobileMe zumindest per SSL verschlüsselt, besser als gar nichts…! ;)))

    Und wer während seiner Arbeitszeit bzw. in der Arbeit andere Jobangebote checkt oder mit anderen Arbeitgebern etc. kommuniziert ist einerseits wirklich selbst schuld und hat andererseits doch eh vor, das Unternehmen zu wechseln…!? :)

    Aber grundsäzlich gebe ich dir dennoch recht: Es wäre schön, wenn Apple auch am Web-Client in Sachen Security etwas nachlegen würde…

  7. robert

    schrieb am 13. Juli 2008 um 21:09 Uhr (#)

    Ich fühle mich nicht angesprochen als Fanboy, aber mich nerven die Fanboys unter den Apple User gewaltig.
    Ich verstehe das Marketing der Apple Verkäufer und auch wenn ich manchmal glaube das Matt Groening Chef der PR ist. Doch das Verhalten vieler Kunden kann man nur als Fanboys bezeichnen. Neureiche Idioten, Trendhopper oder sowas ginge ja auch. Anzumerken nur das ich Apple im Beruf nutze und da hat man halt oft einen anderen Blick.

  8. Mattez

    schrieb am 14. Juli 2008 um 00:38 Uhr (#)

    Wozu soll ich 79.- auf den Tisch legen, um dann tausend externe Emails und irgendwelche Googlekalender einzubinden? Google mail mag klasse sein, ich hab selber da einen Account, aber ich finde die überladene Page so überflüssig, dass ich die Weboberfläche kaum benutzen mag. Ich bezahle Apple gerne, damit ich eine überschaubare, komfortable Lösung kriege - auch wenn ich auf gewisse (bisweilen nerdige) Features verzichten muss, die das Menü mit Buttons und Optionen zumüllen. Es gibt gewisse Grundbedürfnisse, die ein Computer oder Software für mich befriedigen muss - mich den ganzen Tag in Einstellungsmenüs rumzutreiben gehört dazu nicht. Mich nervt diese ewige “mein Computer kann aber das und mit der Software geht das”. Was für den Autokauf gilt, gilt im Großen und Ganzen auch für den Computerkauf: Wer unbedingt einen Sprinter braucht, kauft sich keinen Golf. Und sich den Neuwagen nach dem Kriterium auszusuchen, dass man den alten Dachständer oder die alten Felgen weiterverwenden kann mag auch höchstens im Einzelfall mal vorkommen.
    Und wenn schon, wenn ich eine simple Email-Weiterleitung bei Yahoo und Co. auf dieses Me konfigurieren kann, wird das dann nicht auch gepushed?
    Ich glaube nicht, dass mit “Exchange for the Rest of us” gemeint war “alles was Blackberry und Exchange auch kann und auch die Nerds zufriedenstellt und aber viel benutzerfreundlicher ist, (für ganz wenig Geld)” Und auch wenn die ewigen Frickler jetzt wieder aufheulen, weil sich MobileMe nicht tieferlegen lässt, bzw zur Killerspinne im Geflecht schon vor Jahren ausser Kontrolle geratenen Komunikationsnetzwerks züchten läßt: ich finde, diese Service erschließt sich einfach, wird nach Startschwierigkeiten immer besser funktionieren und Phi mal Daumen genau das tun, was der “Rest von uns” so braucht.

    liebe Grüße, der Fanboy

  9. MILE

    schrieb am 14. Juli 2008 um 01:38 Uhr (#)

    Kleine Anmerkung zum Kommentar von Mattez — dem ich als “neureicher trendhoppender Idiot” (Danke, Robert ;) insgesamt zustimme:

    Bei dem erwähnten Yahoo-Mail wäre eine Weiterleitung gar nicht notwendig, denn da wird ohnehin auf’s iPhone gepusht, das war von Anfang an schon so…! Yahoo hat das entsprechend vorgemacht und es funktioniert ohne jeglichen zusätzlichen Aufwand — aber keiner der Google-Fanboys (sorry, mir war einfach danach ;) zickt herum, dass die offenbar ach so beliebten Herrschaften von Google das nicht umgesetzt haben…!?!

    Persönlich kann ich den Hype um das ganze Google-Gesums ohnehin nicht wirklich nachvollziehen, aber jedem das seine…! :)

  10. Ralph

    schrieb am 14. Juli 2008 um 08:11 Uhr (#)

    Apple verpasst es einmal mehr, mich auf die Mac Schiene zu lotsen. Das neue iPhone hat ziemlich alles. Nur nicht ganz richtig. MobileMe, GPS uns MMS bzw. Video gibts gar nicht. Vielleicht warte ich ja doch auf das nächste iPhone.

    Aber ehrlich gesagt nervt mich am meisten, dass alles wieder an iTunes gekoppelt ist. Ich will mich einfach nicht damit anfreunden.

  11. Janko @ TB

    schrieb am 14. Juli 2008 um 10:38 Uhr (#)

    Das größte Problem dabei ist doch auch, dass Apple sich damit unnötig isoliert. Diese ganze Insellösungs-Problematik sorgt doch dafür, dass die Akzeptanz für Apple-Lösungen in der Breitenwirkung weiterhin gering bleibt - und für das neue iPhone 3G ist das sicherlich auch kein Verkaufsargument…

  12. Jan

    schrieb am 14. Juli 2008 um 11:01 Uhr (#)

    Und von einer soliden Businesslösung à la BlackBerry ist es noch ziemlich weit entfernt.

    Wird es auch immer sein, deshalb versteht sich das iPhone ja auch auf Microsoft Exchange… Und ins nächste Mac OS X wird die Exchange-Unterstützung ebenfalls integriert. Ich glaube nicht, dass der Axel-Springer-Verlag 10.000 MobileMe-Accounts bestellt hat ;-)

  13. robert

    schrieb am 14. Juli 2008 um 11:21 Uhr (#)

    OsX unterstütz schon Exchange dank Entourage. Allerdings gehts um was anderes: Seit dem die EU MS verklagt hat, musste MS das austausch Protokol von Exchange offen legen. Daher kommt auch bald eine Welle von Exchange alternativen, bzw. Email Programmen auf den Markt.
    Denke der AS-Verlag benutzt einfach Imaps oder eine Groupwarelösung. Es gibt ja viele Programme die Emails empfangen können und in einer Datenbank speichern.
    Wieso MS solange konkurrenzlos war ist mir allerdings ein großes Rätzel… naja vielleicht hat ja die NSA einen Sonderzugang ;)

  14. Hans

    schrieb am 14. Juli 2008 um 12:00 Uhr (#)

    Es gibt einen Punkt, an dem die Betrachtung des iPhone/MobileMe-Duos immer wieder daneben zielt und so zu einem wenig allgemein gültigen Fazit kommt: Es wird untersucht, wie der durchschnittliche Geek seine 38 lebensnotwendigen Dienste wie Freemailer, Gallerien, Webspeicher, Blogs, Feeds, Twicker, Flicker, Pipper, YouIrgendwas, MeToo, DuMichAuch usw. in die Apple Welt samt iPhone und MobileMe integrieren kann. Das ist eine berechtigte und interessante Frage - doch die stellt sich der großen Masse der Nutzer überhaupt nicht!

    Tatsächlich werden die allermeisten User mit dem iPhone “nur” telefonieren, Musik hören, erstmals ein wenig mobil surfen und Google Maps bestaunen etc. und finden es total klasse, plötzlich Kontakte und Termine kinderleicht zentral verwalten und auch mit anderen Familienmitgliedern sharen zu können. Leute wie ich, die das vorher kaum im Sinn und noch weniger schon im Web hatten, null!
    Nicht umsonst wird der Familiengedanke bei Apple seit Jahren durchgekaut und findet sich im Pricing wieder. Es geht (zumindest im ersten Schritt) nicht um die totale Integration für einzelne Multi-Interest- und Web-2.0-Freaks der ersten Stunde sondern darum die zusammen gehörenden(!) Gruppen von Leuten abzuholen, die mit Push und Web-Speicher usw. bisher noch wenig am Hut haben: Papa, Mutti, Sohn, Tochter, Oma, Opa… mit gemeinsamer Datenbasis vor allem aus Fotos, Filmen, Kontakten, Terminen und nur am Rande (wenn überhaupt) Mail. Diese Art des ganz einfachen “Family Computing” wird in USA übrigens schon viel mehr im Alltag gelebt als bei uns, wir entdecken das gerade erst.

    Fazit: Auch wenn MobileMe nicht die Eier legende Wollmilchsau für 99 Cent ist, die der deutsche Technikfreak und Blog-Leser unbedingt haben muss (sonst kauft er’s nicht) - der Gedanke ist absolut richtig und der Preis für eine Leistung, die niemand sonst so konkurrenzlos einfach anbietet, zwar hoch aber dennoch vertretbar.

  15. Jan

    schrieb am 14. Juli 2008 um 12:12 Uhr (#)

    Nee, nee, Hans, so einfach geht das nicht. iPhone ist doof. Und den überteuerten Apple-Schrott kaufen nur Fanboys. ;-) Und ansonsten gilt: Wer die meisten Features pro Euro hat, gewinnt. Ist in der ComputerBild auch so. Und die ist schließlich eine, wo sich auskennen tut. :o)

  16. robert

    schrieb am 14. Juli 2008 um 12:12 Uhr (#)

    Interessanter Kommentar. Ich bin froh das noch jemand anders den Familie-Aspekt bemerkt. Gerade iDisk und die Photosammlung sind ideal um Urlaubsreisen und Kontakte auszutauschen.
    Die Kosten wären ja nicht so schlimm, allerdings fallen sie jährlich an und bekanntlicherweise nutzt man so einen Dienst in der Anfangszeit weit mehr als später. Andererseits kostet die Nutzung eines exchange Kontos, beispielweise bei 1&1, 6,90? im Monat.
    Es ist daher fraglich ob die Konsumer in den nächsten Jahren noch genug Geld haben. Immerhin steigen die Kosten und wer Kinder hat spürt das doppelt..

  17. Andreas Göldi

    schrieb am 14. Juli 2008 um 13:52 Uhr (#)

    @Hans: Genau davon rede ich ja. Mir ist sehr wohl klar, dass MobileMe nicht in Konkurrenz mit Exchange treten oder alle Web-2.0-Dienste der Welt integrieren will. Soll und muss es auch nicht.

    Aber um eine sinnvolle Loesung fuer den Konsumentenmarkt zu sein, muesste es eben genau einen einfachen Migrationspfad von anderen Welten her bieten — gerade fuer die Familien-User und Nicht-Techniker! Heute wirst Du kaum noch jemanden finden, der nicht irgendwo schon 1-2 E-Mail-Adressen hat, vielleicht auch einen Online-Kalender, und eine Foto-Site. Und die Leute wollen ihre Online-Daten nun mal auch behalten koennen und insbesondere sicherstellen, dass ihre alte Adresse noch funktioniert und weitergeleitet wird. Dafuer bietet MobileMe noch nicht mal einen Ansatz.

    Schlau waere es gewesen, einen einfachen Migrationspfad fuer all die User von Yahoo-Mail oder Hotmail anzubieten. Aber stattdessen scheint sich Apple zu denken, dass alle mit Begeisterung wieder bei Null anfangen wollen.

    Wirklich, Leute, wir leben im Jahr 2008. So viele Nicht-Internet-User ohne bestehende E-Mail-Adressen und Onlinedaten gibt es nicht mehr. Und schon gar keine, die locker mal Apples Preise zahlen wuerden fuer so einen Dienst.

  18. Jan

    schrieb am 14. Juli 2008 um 15:43 Uhr (#)

    So viele Nicht-Internet-User ohne bestehende E-Mail-Adressen und Onlinedaten gibt es nicht mehr. Und schon gar keine, die locker mal Apples Preise zahlen wuerden fuer so einen Dienst.

    Und? Es ist eben, wie so oft bei Apple, kein Produkt für alle, sondern für eine spezielle Zielgruppe. Für mich passt es auch nicht, also spare ich mir die 79 Euro und fertig. Meine Kontakte und Kalender werden trotzdem aufs iPhone synchroniert und meine Mailkonten kann ich ebenfalls alle abrufen. Deshalb weiß ich auch gar nicht, woher Leute immer die Zeit nehmen, in tausenden von Zeichen zu schreiben, dass irgendein neues Produkt nichts für sie ist. Es gibt Millionen von Dingen, die nicht zu meinen Anforderungen passen. Wenn ich mich über alle in dieser Länge beschweren würde, hätte ich bis ans Lebensende nix anderes zu tun…

  19. MILE

    schrieb am 14. Juli 2008 um 23:28 Uhr (#)

    Schlau waere es gewesen, einen einfachen Migrationspfad fuer all die User von Yahoo-Mail oder Hotmail anzubieten. Aber stattdessen scheint sich Apple zu denken, dass alle mit Begeisterung wieder bei Null anfangen wollen.

    Okay, da gebe sogar ich dir ausnahmsweise mal recht…! ;)))

    Grundsätzlich wäre es wünschenswert, eine “Migrationslösung” für bestehende Daten und Inhalte anzubieten…! Aber andererseits — wer tut das schon…?!? Wünschenswert ja, notwendig nicht unbedingt…

  20. Bernhard H.

    schrieb am 17. Juli 2008 um 23:44 Uhr (#)

    Also ich bin von MobileMe bisher eher enttäuscht. Ich habe mich vor kurzem bei .mac angemeldet, um die Groups zu nutzen. Nur irgendwie existieren jetzt keine Gruppen mehr.
    Außerdem will ich ja meine Daten nicht nur zwischen Mac und PC synchronisieren, sondern auch unter Linux zur Hand haben. Das Webinterface läuft zwar ohne Probleme unter Firefox auf Linux, aber nicht wenn Apple weiß, das man Linux hat.
    Schau.

  21. robert

    schrieb am 18. Juli 2008 um 03:14 Uhr (#)

    Das ist sehr interessant.
    Ich hatte schon länger den Verdacht Apple und Linux würde sich einmal in die Haare kriegen.
    Ich hoffe nur Linux erstarkt, vielleicht läßt sich ja auch bald OsX Software auf Linux ausführen…

  22. Mattez

    schrieb am 18. Juli 2008 um 09:51 Uhr (#)

    Ich finde es unverschömt von Apple dass er Solaris noch OS/2 unterstützt wird… :-)

    Im Ernst, es ist ärgerlich, dass man nicht ohne weiteres über Linux in die Weboberfläche kommt. Ich kann mich erinneren, dass es eine Hand voll Internetcafés auf der Welt gibt, die konsequent unter Linux laufen.
    Und die Groups bei .Mac waren mein Leben. Ich hab bloß vergessen, wozu die eigentlich gut waren.
    *seufz*

  23. Mattez

    schrieb am 18. Juli 2008 um 09:55 Uhr (#)

    *…dass weder Solaris… tsss, ich brauch ne neue Tastatur

  24. Bernhard H.

    schrieb am 18. Juli 2008 um 13:48 Uhr (#)

    @robert
    Ich denke, wenn alle Mac-Programme auf Linux laufen würden, wäre das ein großes Übel für Apple. Ich selbst meide Linux, wenn ich z.B. mit Adobe Software arbeite. Und im Film-Bereich arbeiten wir nur auf Macs, weil für andre Plattformen einfach nicht die Breite an Software verfügbar ist. Wenn sich das aber ändert, verliert Apple vermutlich etliche Kunden, denn die Softwareverfügbarkeit in bestimmten Bereichen (Print, Film etc.) war schon immer (bzw. früher noch mehr) ein großes Plus für Apple.
    Der Anwender würde natürlich von der abnehmenden Monopolisierung und damit der steigenden Konkurrenz - damit höhere Qualität und billiger Preise - wahrscheinlich nur profitieren.
    Für Apple jedoch gibt es leider eher keinen Grund einen Schritt in diese Richtung zu tun.

  25. robert

    schrieb am 18. Juli 2008 um 14:40 Uhr (#)

    Wenn ihr im Filmbereich arbeitet, dann seit ihr mit Apple ja sehr eingeschränkt. Finalcut und Avid, das wars. Bei den Effekten siehts noch dürftiger aus.
    Unter Linux läuft sogar Flame, Maya, XSI etc.
    Am besten ist leider noch Windows, weil dort einfach fast alles läuft und man Rechenpower für wenig Geld bekommt.
    Mich stört an Apple eigentlich nur die saftigen Preise für Hardware.
    Klar den schicken Laptop holle ich von Apple und sicher auch nen iMac, aber die MacPro sind was für Wahnsinnige die mit ne Porsche zum Kindergarten fahren.

  26. Bernhard H.

    schrieb am 18. Juli 2008 um 16:57 Uhr (#)

    Interessant… Mehr kann ich dazu aber eigentlich nicht sagen, weil ich mich da nicht so genau auskenne ;) .


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