iPhone 3G:
Alles, was man wissen muss (in der Schweiz)

Peter Hogenkamp, 10. Juli 2008 12:32 Uhr, 20 Kommentare Kommentare

In 12 Stunden beginnt der Verkauf des ersten iPhones in der Schweiz. Wir haben die wichtigsten «administrativen» Fragen zu Verträgen und Kosten nochmal zusammengestellt.

iPhone 3G

Welche Tarife gibt es?

Hier sind die Tarife von Swisscom, hier die Tarife von Orange (jeweils durchklicken, nicht direkt verlinkbar).

Und wer ist billiger?

Wie bei allen Handyverträgen: Es kommt darauf an. Beide Anbieter bilden im wesentlichen ihre bisherigen Abos ab, und auch bei denen hängt es vom Telefonierverhalten ab, wo man günstiger fährt. Orange hat Gratisminuten und Gratisgespräche zu den drei Lieblingsnummern, Swisscom hat den günstigen Stundentarif; Swisscom hat nur 24-Monate-Abos (die lang werden könnten, weil sicher in dieser Spanne das nächste iPhone folgt), Orange hat auch eine 12-Monate-Variante; Orange hat bei allen Abos 1 GB Datenverkehr inklusive, Swisscom hat den Preis für den zusätzlichen Datenverkehr pro Tag bei 5 Franken gedeckelt – und so weiter. Einen ersten guten Anhaltspunkt bietet ein iPhone-Tarifrechner.

Was kostet mich denn das iPhone insgesamt in den 24 Monaten?

Diese Frage finden wir etwas kopflastig, aber nun gut. Die SonntagsZeitung hat es ausgerechnet und kam im Artikel «Das iPhone geht ins Geld» (Link leider nur temporär) am 6. Juli auf die folgenden Werte: Ein «typischer» Kunde * zahlt in der Schweiz für ein Abo über 24 Monate bei Swisscom 2383 Franken, bei Orange 2477 Franken.

* Annahmen für den «typischen Kunden» pro Monat: 180 Gesprächsminuten, durchschnittliche Anrufdauer zwei Minuten, Combox achtmal abgefragt, 50 SMS, 100 MB beim mobilen Surfen, 80 Prozent der Anrufe ins Festnetz/eigene Mobilfunknetz, 20 Prozent in andere Netze, je ein Drittel der Anrufe während tagsüber/abends/am Wochenende, keine Anrufe ins Ausland

Was kostet mich das iPhone, wenn ich meinen bestehenden Vertrag verlängere?

Das konnten die Mitarbeiter im Shop uns noch nicht sagen.

Wie sieht es mit der WLAN-Nutzung von Hotspots aus?

Das WLAN der Swisscom-Hotspots ist im Tarif enthalten – wer also im Starbucks oder am Bahnhof sitzt, ist schnell unterwegs. Im Orange-Tarif sind 100 WLAN-Minuten pro Monat an «über 45′000 Hotspots weltweit» (davon 1′500 in der Schweiz) inklusive. Das ist viel, wenn man schnell beim Umsteigen am Bahnhof seine Mails abholt; im Café oder am Flughafen sind 100 Minuten allerdings schnell um. Orange hat hierzulande übrigens keine eigenen Hotspots, aber Kooperationen mit anderen Hotspot-Anbietern wie Orange France, Boingo, WeRoam, Monzoon, TheNet und TPN.

Muss/soll man das iPhone 3G wieder «hacken»?

Nein. Während man das bisher musste, wenn man es in der Schweiz betreiben wollte (es sei denn, man wollte AT&T-Roamingtarife zahlen, was Swisscom-Chef Carsten Schloter angeblich gemacht hat), muss man es diesmal in der Schweiz natürlich nicht hacken, sondern kann es auch einfach so nutzen.
Bis für die neue Generation überhaupt Software-Hacks verfügbar sein werden, wird es einige Zeit dauern. Letztes Mal verging über ein halbes Jahr, bis sich ein neuer «Jailbreak» (Ausbruch) wegen seiner Einfachheit als Quasi-Standard durchgesetzt hatte.
Es war eine grosse Überraschung, dass in der seriösen Schweiz (wo man noch vor einem Jahrzehnt dachte: «PTT-zugelassene Telefone sind besser») über 40′000 Leute ein gehacktes und damit mehr oder weniger illegales (obwohl die genaue Rechtslage unklar ist) iPhone nutzen würden. Der Anteil der «Hacker» dürfte mit der normalen Verfügbarkeit drastisch sinken, schlicht aus Praktikabilitätsgründen.

Die Vorteile eines ungehackten iPhone sind Updates, die man einfach einspielen kann, ohne sich Gedanken zu machen, ob das Gerät danach vielleicht nicht mehr funktioniert, und der gleichzeitig mit dem 3G-iPhone lancierte «Appstore» (zu Applikationen siehe Nummer 8 der Praxistipps von Andreas Göldi).

Natürlich dürfte es bald wieder Leute geben, die lieber mit einem gehackten iPhone rumlaufen werden, damit sie mit exotischen Apps angeben können. Bei den meisten kommenden Hacks von Schweizer iPhones wird es wohl darum gehen, auf dem Sunrise-Netz zu telefonieren – bei Leuten, die ihren Anbieter nicht wechseln können oder wollen.

Wieviel Traffic mache ich im Monat, welches Daten-Abo brauche ich also?

Schwer zu sagen, auch das ist natürlich abhängig vom eigenen Nutzungsverhalten: Surft man exzessiv oder schaut nur rasch die neuesten Mails an? Erfahrungswerte für die erste, langsamere Generation des iPhones sagen, dass viele Nutzer nur etwas über 100 MB kommen, in jedem Fall aber deutlich unter 1 GB liegen. Man sollte so oder so im ersten Monat einige Male nachsehen, wieviel man schon verbraucht hat (bei der Swisscom geht das kostenlos per SMS mit dem Text “STATUS” an die Nummer 444).

Sind die iPhones SIM-locked?

Dazu gibt es derzeit unterschiedliche kursierende Gerüchte (angeblich stammen beide Versionen vom Swisscom-Kundendienst, was nicht unmöglich ist). Die einen behaupten, es werde das Modell mit 8 GB für CHF 999.- und das mit 16 GB für 1199.- ohne Abo und ohne SIM-lock geben. Die anderen behaupten, restlos alle Geräte seien SIM-locked.
Wichtig ist noch die Art des SIM-lock, und dazu wissen wir schon einiges. Viele Leute setzen «SIM-lock» gleich mit einer Beschränkung auf einen Mobilfunk-Anbieter, aber es gibt verschiedene Arten, s. Wikipedia. Wir wissen aus erster Hand von einem Händler: Jedes iPhone kann via iTunes nur mit maximal drei verschiedenen SIM-Karten (desselben Providers) freigeschaltet werden.

Ist weiss oder schwarz cooler?

Schwer zu sagen, wenn man nur Fotos gesehen hat. Das weisse könnte recht tussimässig aussehen, aber andererseits gibt es weiss nur für die grosse Version (16 GB), so dass man damit zeigen kann, dass man das grosse gekauft hat (ob man ein iPhone der ersten oder zweiten Generation hat, sieht man in jedem Fall an der Rückseite – die ist beim alten aus Alu und nun aus farbigem Plastik). Angesichts des nicht so grossen Preisunterschieds spielt das aber eigentlich keine grosse Rolle.

Updates:

Kann man ein altes iPhone nun auf die neue Software updaten und dann «ungehacked» im Swisscom-Netz betreiben? Nun ist es ja legal.

Nein, das geht nicht. Wer heute die Software aktualisiert, setzt sein Gerät auf den Vertragszustand bei Auslieferung zurück, also meist auf AT&T als einzigen zugelassenen Mobilfunkanbieter. Da es noch keinen Hack für die neue Version gibt, wäre das das vorläufige Ende des Betriebs in der Schweiz.

» Praxistipps zu Technik und Bedienung haben wir hier zusammengestellt

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20 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Chris

    schrieb am 10. Juli 2008 um 12:47 Uhr (#)

    Zum Thema “Upgrade”-Preise für bestehende Abokunden.
    Ich habe aus zwei Quellen (Hotline und Shopmitarbeiter nach Gespräch mit Chef) die Info bekommen, dass im August für bestehende Kunden, die noch NICHT bonusberechtigt sind (also z.B. ich, da ich im Januar Vertrag verlängert hatte) die Möglichkeit bekommen für die Vertragsverlängerung ein günstigeres iPhone zu bekommen.

    Preislich soll es etwa im Rahmen liegen, wie die Preise jetzt sind. Kommt natürlich zusätzlich auf die Bonusgruppe an. Wer tiefe Rechnungen hat, wird wohl auch mehr bezahlen müssen.

  2. Manuel

    schrieb am 10. Juli 2008 um 14:13 Uhr (#)

    Hätte noch 2 Fragen:
    1) Kann ich auch ein iPhone ohne Abo (ö.ä.) kaufen, meine alte SIM (mit dem swiss xtra-liberty plus Abo) reinstecken und fertig?

    2) Wie ist es mit iPhones, die aus Amerika importiert werden? (z.B. aus den Ferien mitgebracht)
    Sind die mit den Swisscom-Abos/SIM/etc kompatibel? Und, kann ich die deutsche Software nachpatchen?

    Danke im Voraus

  3. leu

    schrieb am 10. Juli 2008 um 14:18 Uhr (#)

    und noch meine Frage:
    Wieso hat Neuerdings nicht wie Blick, 20min und der Tagi ein Gerät im vorab erhalten?

  4. Peter Hogenkamp

    schrieb am 10. Juli 2008 um 14:38 Uhr (#)

    @leu: Wir haben gesagt, danke, wir wollen keins, wir wollen uns lieber mit unseren Lesern zusammen heute Nacht anstellen, damit wir uns besser in die reinversetzen können. Journalisten mit diesen ewigen Extrawürsten (wie Gratiskaffee im Starbucks oder Gratisflüge nach München) haben sich einfach zu sehr von der Basis entfernt.

  5. leu

    schrieb am 10. Juli 2008 um 14:43 Uhr (#)

    das find ich super, wie ihr euch trotz allem immer an der basis orientiert! Ich lauf jetzt mal rüber zu pepe um mich nach meiner Reservation zu erkundigen. Sicher ist sicher!

  6. H. Bart

    schrieb am 11. Juli 2008 um 08:14 Uhr (#)

    Wie steht es denn mit den ‘alten’ iPhones und dem 2.0 Update wenn man es im Swisscom-Netz betreibt? Funktioniert das gleich (Swisscom ist ja jetzt ein offizieller Carrier) oder muss man wieder ‘hacken’?

  7. Peter Hogenkamp

    schrieb am 11. Juli 2008 um 08:49 Uhr (#)

    H. Bart: Das ist eine Frage, die auf jeden Fall in die Liste gehört. Das kläre ich ab.

  8. ernomo98

    schrieb am 11. Juli 2008 um 09:17 Uhr (#)

    Hr. Bart,
    sobald Sie das “alte iPhone” auf version 2.0 updaten funktioniert das Gerät nicht mehr mit Swisscom.Im moment ist auch kein “Hacken” vorhanden, deshalb kann ich nur empfehlen,warten Sie noch ab mit Updaten.

  9. Marcel

    schrieb am 11. Juli 2008 um 11:55 Uhr (#)

    Peter, kannst Du (schon) abschätzen, welche Einfluss MobileMe auf das Datenvolumen haben wird? Bist Du der Meinung, dass man auch mit MobileMe unter 1 GB liegen wird?
    Hast Du Info/eine Vermutung, wann MobileMe in der Schweiz verfügbar sein wird?

  10. Marcel

    schrieb am 11. Juli 2008 um 12:23 Uhr (#)

    Nachtrag: Hab’s soeben auf Gut-Glück versucht, mich (mit meiner Mac-ID) bei me.com anzumelden. Und siehe da: es funktioniert!!!

  11. Stefano

    schrieb am 11. Juli 2008 um 23:55 Uhr (#)

    Weis jemand wie es mit dem Iphone im Ausland aussieht? Roaming Gebühren beim telefonieren sind wohl gleich wie andere Handys aber wie sieht es aus mit Daten? Was kosten die den?

  12. Joel

    schrieb am 17. Juli 2008 um 19:28 Uhr (#)

    Wie sieht es denn aus, wenn man das iPhone in Amerika als Prepaid kauft? Kann man dann die deutsche Software darauf installieren??

  13. ernomo98

    schrieb am 17. Juli 2008 um 19:38 Uhr (#)

    @Joel
    Die iPhones sind überall(auch in Amerika) Sim-Lock, zurzeit ist es noch nicht möglich den Sim-Lock freizuschalten, deshalb ist es auch noch nicht möglich ein Amerikanisches(AT&T) Gerät mit einer andere Simkarte zu betreiben als AT&T.
    Betreffend Sprache,kann man im Menü die Sprache von Englisch auf Deutsch umstellen, das ist jetzt schon möglich, standard werden alle Geräte mit Englisch als vordefiniert Sprache geliefert, auch die Europäische Geräte.

  14. Stefan S.

    schrieb am 20. Juli 2008 um 16:37 Uhr (#)

    Nach der ersten Woche muss ich sagen: Das Teil ist einfach nur WELTKLASSE! Nachdem mit dem touch MEIN iPod gebaut wurde ist mit dem iPhone MEIN Telefon erschienen?

  15. Andi

    schrieb am 18. August 2008 um 23:50 Uhr (#)

    Hallo ich bin Deutscher und lebe in Deutschland habe aber ein Bankkonto in der Schweiz! Ist es möglich einen Laufzeitvertrag zu bekommen?

    LG

    Andi

  16. Peter Sennhauser

    schrieb am 19. August 2008 um 07:05 Uhr (#)

    @Andi: Für alle, die gerne in Deutschland zu Schweizer Roamingtarifen das iPhone benutzen möchten, ist die Deutsche Steuerberhörde gerne bereit, Hilfestellung zu leisten. Einfach die Scheizer Kontonummer angeben.

  17. Andi

    schrieb am 19. August 2008 um 09:18 Uhr (#)

    So eine dämliche Antwort. Ich kann als deutscher legal ein Konto in der Schweiz haben. Da ich für ein Schweizer Unternehmen in Deutschland arbeite und dieses Unternehmen mein Gehalt in Deutschland versteuert kann ich mein NETTO Gehalt wenn ich möchte auch auf ein Mars oder Mondkonto überweisen.

    NOCH SCHREIBT MIR DER DEUTSCHE STAAT NICHT VOR WO ICH MEIN VERSTEUERTES GEHALT ÜBERWEISE.

  18. Chris

    schrieb am 19. August 2008 um 09:28 Uhr (#)

    Hallo Andi

    Ganz ruhig, kein Grund gleich so zu reagieren. Dein Kommentar ist nicht gerade sehr Kommentarwürdig…

    Peter hat dir in seiner doch sehr humorvollen Antwort unter anderem das gesagt, was man mit ein wenig Lesen in Foren sehr sehr schnell rausbekommt (das mit den Steuern mal weggelassen):

    Alle iPhones haben einen sogenannetn “Netlock”. Das heisst, das iPhone funktioniert nur mit dem Netzbetreiber, wo man es gekauft hat.
    Das ist bei der Swisscom, wie auch bei Orange so… bei T-Mobile übrigens auch.

  19. Andi

    schrieb am 19. August 2008 um 11:04 Uhr (#)

    hi war auch nicht böse gemeint. Aber ich werde oft blöd wegen meinen Konto angemacht. Sorry

  20. spino

    schrieb am 8. September 2008 um 16:49 Uhr (#)

    hallo zusammen

    ich habe das “alte” iphone vor kurzer zeit erhalten.es ist aus amerika und so gehakt das alle simkarten funtionieren.
    soweit so gut…
    nun möchte ich gerne mein “altes” iphone auf 3G sofware upgraden.
    geht das?

    wenn ja, wie?

    da man mit der 3g software auch die simkontakte importieren kann bin ich sehr auf die 3g sofware angewiesen.

    danke für eine rasche un prompte antwort im voraus

    gruss spino


2 Trackbacks

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    (11. Juli 2008 05:55)
  2. hogenkamp.com » Blog Archiv » Usability von 444 (Statusabfrage Swisscom)
    (13. Juli 2008 17:39)

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