Lunartec 7×3 Watt PAR 30 im Test:
Der LED-Scheinwerfer

LED-Lampen für Netzbetrieb oder 12V-Anschluß gibt es inzwischen einige. Der Lunartec 7x 3 Watt LED-Strahler ‘kaltweiss’ PAR 30, E27, 230V ist die erste Konstruktion, die übliche Lichtstärken liefert.

Lunartec 7x 3 Watt LED-Strahler 'kaltweiss' PAR 30, E27, 230V
Der LED-Strahler von Lunartec kommt auf 21 Watt

Mit den LED-Lampen ist es bislang noch eine ziemliche Mogelei: Effektiv, mit hohem Wirkungsgrad sind sie, ja. Aber dann doch meist recht fahl.

Der Grund: Die Leistungsaufnahme ist gering, maximal 3 bis 6 Watt selbst mit fast 100 LEDs im Gehäuse oder einem Power-Chip. Und 3 Watt Input mit hohem Wirkungsgrad ergeben eben auch nur eine Helligkeit entsprechend 12 bis 16 Watt einer Glühlampe, auch wenn gerne mal ein Vielfaches angegeben wird. Immer noch deutlich entfernt auch nur von einer 20-Watt-Halogenlampe. Der Lunartec 7x 3 Watt LED-Strahler “kaltweiss”, erhältlich bei Pearl, ist nun erstmals anders:

Lunartec PAR 30 W.D.Roth

In ihm stecken nicht 12 bis 90 normale weiße LEDs, sondern sieben Power-Chips mit je 3 Watt. Macht zusammen 21 Watt, was einer Glühlampe von 60 bis 100 Watt entsprechen kann – und das auch noch mit Lichtbündelung!

Damit ist der Lunartec 7×3 Watt PAR 30 LED-Strahler die erste LED-Lampe, die wirklich im normalen Haushalt Konkurrenz zu Glühlampen und Energiesparlampen sein kann. Es gibt sie wahlweise in kaltweiß – tageslichtähnlich, mit 1150 Lux etwas heller – oder warmweiß – mit 820 Lux etwa 1/3 weniger hell, dafür in der Lichtfarbe eher zu Glühlampen passend.

Welche Lichtfarbe man bevorzugt, hängt vom Anwendungsfall ab: Zum Arbeiten und zur Beleuchtung an trüben Tagen ist die Tageslichtfarbe besser, spät nachts würde diese einen jedoch zu wach machen. Dann allerdings könnte sogar die warmweiße Variante durch ihre Helligkeit zuviel des Guten sein.

Lunartec PAR 30 Verpackung
Lunartec PAR 30 in der Verpackung

Als Fotolampen sind LEDs noch nicht geeignet, auch wenn Energiesparlampen da bereits Erfolge feiern und LEDs gegenüber diesen wesentliche Vorteile zeigen: Kein langsames Hellerwerden und keine Bruchgefahr. Doch ist das Spektrum der LEDs noch zu ungleichmäßig – die getestete kaltweiße Lunartec 7×3 Watt PAR 30 lieferte im Vergleich zu Tageslicht ein grünstichiges Bild – und die Lichtverteilung ebenso: Die LEDs liefern ein stark gebündeltes Licht, mit dem sich nur kleine Objekte fotografieren lassen.

Lunartec PAR 30 in Leuchte

Der Haken an den Lunartec 7×3 Watt PAR 30 ist bislang der Preis: Sie kosten einzeln knapp 80 Euro, im Viererpack immer noch 250 Euro. Zwar mag manche Designerlampe noch mehr kosten, aber für eine “Birne” gibt man solche Summen doch kaum aus, zumal in der Vergangenheit manche Lunartec-Lampen Probleme mit der Lebensdauer hatten.

Doch ist eine Preisreduktion nur eine Frage der Zeit – und von der Lichtstärke sind die Lunartec 7×3 Watt PAR 30 LED-Strahler nun tatsächlich brauchbar, was man von anderen LED-Lampen in PAR-30-Strahlerform, aber aus normalen LEDs, noch nicht behaupten kann.

PAR-30-Strahler bei Pearl

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6 Kommentare

  1. Peter Pan
    schrieb am 9. Juli 2008 um 17:00 Uhr (#)

    nun für ambiente beleuchtung mag es gehen , ich habe heute meine lichtleiste mit 144 LEDs bekommen . mit 10 watt leistung soll sie eine 70 watt glühlampe ebenbürtig sein . na mal sehen ,ich mach vielleicht mal ein foto wie hell es wirklich ist. schick sieht es ja aus , nur frage ich mich wo da energie gespart wird , wenn ich mindestens 20 watt LEDs brauche ? da schaffen energiesparlampen mehr licht zu erzeugen.

  2. Klaus Weller
    schrieb am 9. Juli 2008 um 17:19 Uhr (#)

    “…zumal in der Vergangenheit manche Lunartec-Lampen Probleme mit der Lebensdauer hatten”

    Kein Wunder, die Kühlfläche ist viel zu klein für diese Leistung. Mit steigender
    Betriebstemperatur fällt die Lebenserwartung der LEDs rapide. Eine
    seriöse Konstruktion sieht anders aus.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 9. Juli 2008 um 19:29 Uhr (#)

    @Peter Pan: LEDs liegen im Wirkungsgrad noch über Energiesparlampen oder mindestens gleichauf.

    Dieser Strahler ist schon sehr hell, da er stark bündelt, das entspricht allemal einer 100W-Glühlampe.

    @Klaus Weller: Also zumindest im bisherigen Testzeitraum wurde der Kühlkörper nicht besonders warm. Ich kann die Lampe ja mal 3 Stunden anlassen, aber das erscheint mir soweit schon ok. Das Problem war bisher bei Lunartec eher die elektrische Ansteuerung.

  4. Richtigsteller
    schrieb am 4. August 2008 um 09:01 Uhr (#)

    Der Wirkungsgrad auf Grundlage von Lichtstrom und Leistungsaufnahme(Lumen/Watt) von LEDs ist NIEDRIGER als der von Energiesparlampen. In dem hier vorgestellten Einsatz als Strahler kann jedoch die LED, die ja im Prinzip ein Mini-Spot ist, ihre konstruktionsbedingte Lichtbündelung ausnutzen. Das ist aber nichts Neues, dass Strahler bisher die einzige halbwegs alltagstaugliche LED-Anwendung in der Allgemeinbeleuchtung darstellten. Mit einer normalen Glühlampe kann man das jedoch nicht vergleichen. Eine Angabe der Lichtstärke Lux ohne Abstand zum Messpunkt ist wenig aussagekräftig.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 4. August 2008 um 10:16 Uhr (#)

    @Richtigsteller: Kleinleistungs-LEDs liegen durchaus bereits über Energiesparlampen, nur gerade diese Hochstrom-Leistungs-LEDs nicht. Mit höherem Strom geht der Wirkungsgrad bei LEDs noch deutlich runter.

    Ich muß aber sagen, im Fall dieses Spots war mir die Bündelung zu stark. Als Leselampe müßte man sie 2m entfernt montieren…

  6. Nold
    schrieb am 5. Oktober 2009 um 09:49 Uhr (#)

    In letzter Zeit bin ich sehr an alternativer Beleuchtung interessiert. Insbesondere zur herkömmlicher Glühlampe und der ebenfalls ökologisch unvertretbaren Energiesparlampe. Leider wird im Bereich der LED-Technik einfach zu viel Müll verkauft. Ein Beispiel dafür ist die bewusst wechselnde Angabe in Lux, Lumen oder Candella zwischen unterschiedlichen Lampen innerhalb einer Vertriebsorganisation. Hier stimme ich “Richtigsteller” zu.

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