Schweizer iPhone-Preise:
Orange prokrastiniert

Peter Hogenkamp, 3. Juli 2008 07:45 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Die beiden Mobilfunkanbieter Swisscom und Orange waren bei der Ankündigung des iPhone 3G gleich verfahren: Beide hatten auf ihren Websites eine Maske aufgeschaltet, in die man sich eintragen konnte, um Neuigkeiten über das iPhone zu erfahren, sobald diese verfügbar sind. Wie gestern berichtet, kam die entsprechende Mail von Swisscom um 11.45 Uhr und damit nur eine halbe Stunde nach der offiziellen Medienmitteilung für die Presse (und linkte auf diese Mini-Site).

30 Stunden später kam gestern Abend die Mail von Orange. Ah, endlich der Preisvergleich!

Denkste: Es steht gar nichts drin. Natürlich, geschrieben haben sie schon etwas, aber nur über die Ausstattung und die Versionen des iPhone 3G, das wussten wir alles schon nach Steve Jobs’ letzter Keynote.

Hier ein Screenshot der E-Mail:

Das passt zu der lustigen Aussage der Pressesprecherin von vorgestern, man wolle die Preise «spätestens am 11. Juli» (dem Erstverkaufstag!) bekannt geben. Ja, wann denn sonst?

Offenbar hat Orange seine Hausaufgaben noch nicht gemacht, wollte aber nach der Kommunikation von Konkurrent Swisscom auch nicht gar nichts schicken, sondern wenigstens schnell irgendwas (das «schnell» hat dann allerdings auch noch eineinhalb Tage gedauert).

Meiner Meinung nach ist dieses Prokrastinieren recht schädlich. Wenn schon die Produkt-Leute es nicht schaffen, in dreieinhalb Wochen (plus erheblich längerem Vorlauf durch die Vertragsverhandlungen) die Preise zu definieren, wie weit mögen dann die Techniker mit der Implementierung von speziellen iPhone-Features wie Visual Voicemail sein?

Wir werden nach dem Launch auch die Implementierung dieser Services bei beiden Anbietern vergleichen.

PS. prokras? - was? Siehe «Prokrastination» bei imgriff.com.

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9 Kommentare zu diesem Artikel

  1. andreas

    schrieb am 3. Juli 2008 um 09:02 Uhr (#)

    Die Performance von Orange in Sachen iPhone ist hundslausig. Ich frage mich langsam, ob der Auftrag ihrer internen Pressestelle wirklich das Kommunizieren oder eher das Verschweigen ist… ja niemand soll mitkriegen, was sie machen, v.a. die Kunden nicht. Ich mein, sie sind ja eigentlich die, die etwas verkaufen wollen und etwas gute Presse bitter nötig hätten.

    Wilde Spekulation: Orange braucht solange, weil sie wie wild daran herumrechnen, ob sie nicht vielleicht doch noch Tarife finden, die mit Swisscom in irgendeiner Art (z.B. Gratisminuten) mithalten können. Die tiefen Abogebühren und die Stundentarife machen das für Orange brutal schwer. Also lautet nur noch die Frage: Viel Gewinn abschreiben oder jeglichen iPhone-Umsatz.

  2. Peter Hogenkamp

    schrieb am 3. Juli 2008 um 09:48 Uhr (#)

    So in etwa stelle ich mir das auch vor. Oft sieht ja eine Firma von aussen einigermassen einheitlich aus, aber innen kämpft die eine Fraktion mit der anderen um jeden Meter. Das könnte hier auch so sein. Denn der iPhone-Produktmanager wird wissen, dass er, wenn sie mit ihren normalen Tarifen reingehen, angesichts des viel weniger performanten Netzes keinen Pfifferling gewinnen kann.

  3. Quirky

    schrieb am 3. Juli 2008 um 10:11 Uhr (#)

    Ich fasse zusammen:
    Orange hat immer noch keine Preise für das IPhone.

    Aber ein Schwob muss hat viele Worte daraus machen und mit unaussprechbaren Vokabeln um sich werfen. Schliesslich sollen die anderen wissen, dass man sich wichtig fühlt.

  4. Peter Hogenkamp

    schrieb am 3. Juli 2008 um 11:45 Uhr (#)

    Sehr gut, Quirky, beides, die Zusammenfassung und die Interpretation.

    Suchst Du noch einen Job als Blogger für die schwierigen Sachverhalte?

  5. Quirky

    schrieb am 3. Juli 2008 um 15:08 Uhr (#)

    Mein Chef leidet auch an Prokrastrination. Früher hätte man gesagt, er sein ein fauler Sack, jetzt aber geht er wöchentlich einmal zum Seelenklempner und kommt dann mit einer ToDo-Liste wieder zürick. Zahlt wahrscheinlich die Krankenkasse.

  6. Medien Max

    schrieb am 3. Juli 2008 um 18:15 Uhr (#)

    Die tiefen Abogebühren und die Stundentarife machen das für Orange brutal schwer.

    Tiefe Gebühren? Manche Leute scheinen im Geld zu schwimmen. 20 Rappen/SMS und 50 und mehr Rappen/Minute ist ziemlich frech.

  7. Stefan S.

    schrieb am 3. Juli 2008 um 22:34 Uhr (#)

    Meine Güte Medien Max… Vorbeigehen und das SMS persönlich vorlesen würde rein vom Zeitbedarf her bei mir “nach Stundensatz” gerne mal 500.? kosten von daher tun die ?.20 wohl keinem weh.
    Mit Handies ist es wie mit *hm* einem Mercedes SLK:
    Wer ihn sich leisten kann: schön. Kaufen!
    Wer ihn sich NICHT leisten kann: auch schön aber nicht meckern dass nicht alle sich einen SLK leisten können ;)

    Gruss Stefan

  8. andreas

    schrieb am 4. Juli 2008 um 09:58 Uhr (#)

    @Medienmax: Die 50 Rappen und mehr sind nicht pro Minute, sondern pro *Stunde*. Zwar nur ins Mobilnetz von Swisscom und ins Festnetz, aber bei >80% Marktanteil von Swisscom ist eh kaum noch jemand da, der nicht bei Swisscom ist, für den man die hohen Tarife bezahlen muss. Bei Orange zahlt man nach wie vor Minutentarife. Diese konnte ich leider selbst in der Orange-Mitteilung zu den iPhone-Preisen nicht finden, aber selbst wenn sie nur bei 10 Rappen liegen, ist man spätestens nach 8 Minuten teurer als Swisscom.

    Die Abogebühren muss man ausserdem in Relation sehen zu den Angeboten anderer Länder, die normalerweise tiefere Tarife haben. Bei T-Mobile in Deutschland gibt’s das iPhone erst ab rund 45 Franken im Monat. Im Vergleich dazu sind 25 Franken günstig. Orange selber steigt so hoch ein wie T-Mobile in Deutschland (ab Fr. 44).

    Also: Erst informieren, dann einen Flame starten.

  9. Blankster

    schrieb am 4. Juli 2008 um 11:02 Uhr (#)

    Besten Dank für diesen super Artikel, du hast es genau auf den Punkt getroffen :) Ich finde es sehr sehr schwach dass Orange sich so lange Zeit lässt.. Die hatten doch wirklich mehr als genug Zeit um ein Angebot auszuarbeiten. Wie du richtig folgerst dürften sie wohl ein “schlechteres” Angebot als die Swisscom gehabt haben und müssen dieses nun revidieren. Anders kann ich mir das nicht erklären..

    Eigentlich sollte jeder intressierte Orange Kunde auf der Gratis Hotline anrufen und sich nach den Preisen erkundigen, dann würde es sicher schneller gehen ;) (die können sich es kaum Leisten dieses Ressourcen für solche Fragen zu verschwenden).

    Betreffend Swisscom: Swisscom ist sicher gut für diejenigen welche die meisten Bekannten auch bei Swisscom sind, sobald es in andere Netze geht wird es richtig teuer. Und 20 Rp./SMS ist mir als Vielsmsler defintiv zu teuer. Wenn Swisscom ähnliche Tarife wie Orange (Optima) anbieten würde (SMS wie auch Tarife für Fremdnetze, würde ich mir einen Wechsel aber ernsthaft überlegen. Ein weiterer Negativpunkt ist auch wie die Swisscom mit Kunden umgeht welche ihr Abo verlängern, da hat Orange meiner Meinung nach wirklich jeweils die viel besseren Angebote.


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