Reflect Gesprächsanalyse-Tisch:
Klappe zu, ich muss reden!

Gespräche mit mehreren Leuten sind am ergiebigsten, wenn alle Teilnehmer in etwa gleich oft zu Wort kommen. Oft genug dominiert aber einer, während andere nur stillschweigend dabeisitzen. Der sogennante Reflect-Tisch könnte dem ein Ende bereiten.

Reflect Gesprächsanalyse-Tisch
Mit dem Reflect-Tisch bekommt man auch optisch zu spüren, wer im Gespräch die Oberhand hat. (Bild: EPFL Craft)

In Meetings und Besprechungen gibt es für gewöhnlich immer jemanden, der das Gespräch leitet und entsprechend einen hohen Redeanteil hat. Dann gibt es auch stille Wasser, die meistens nur leise nickend dabeisitzen und zuhören. Man kann darüber streiten, ob das gut oder schlecht ist, aber meine Erfahrung zeigt, dass die besten Ergebnisse zustande kommen, wenn jeder Teilnehmer sich äußert. Man muss jetzt nicht jedes Wort auf die Waage legen, aber etwas ähnliches tut der Reflect-Tisch:

Mittels Mikrofonen wird analysiert, wie viel der einzelne von sich gibt, und bunte LEDs zeigen an, wie die Redeanteile sich verteilen. Dabei wurde bewusst darauf verzichtet, die Gesprächsteilnehmer zu verkabeln, die Mikrofone befinden sich eingelassen im Tisch. Ebenso wurde auf ein teures Display verzichtet, so dass die potentiellen Produktionskosten niedrig sind.

Es ist übrigens nicht so, dass das Konzept der Abwägung der Sprechanteile neu wäre. Im letzten Jahr habe ich im Unperfekthaus in Essen die sogenannte Wortwaage kennengelernt, die genau das gleiche tut. Einziger Unterschied zum eben vorgestellten Reflect-Tisch: Die Wortwaage ist ein in Deutschland offiziell zum Patent angemeldetes Gerät, das aber bisher aber nicht produziert wird.

Ob nun Reflect oder Wortwaage: Beides zeigt eindrucksvoll, wer in einem Meeting die Hosen an hat. Oder eben nicht. Und für den einen oder anderen vielleicht auch ein Indikator, wann man die Klappe mal halten sollte.

[Und für die Blogwerk-Meetings brauchen wir jetzt das gleiche System noch in Telefonkonferenz-Ausführung. Anm. d. Red.]

[Projektseite via MAKE]

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1 Kommentar

  1. Reinhard Wiesemann
    schrieb am 2. Juli 2008 um 09:17 Uhr (#)

    Der Wortwaagentisch könnte produziert werden, wenn sich eine Firma findet, die ihn vertreibt.

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