iPhone:
Frachter landet, Marktanteil sinkt

Die iPhone-Hysterie 2.0 nimmt (weiter) absurde Züge an. Zur Sichtung von Frachtschiffen voller iPhones, einem Apple-Patent für das Solar-iPhone und Fotos der iPhone-Gehäuse-Press-Maschine gesellte sich die Meldung über Kunden, die vor dem New Yorker Applestore Schlange standen -ohne zu wissen warum.

Die iPhone-Presse
Boah! Ein iPhone-Kuchenblech!

Wie sich die Newslage um ein Stück Elektronik aufplustern kann, haben wir diese Woche zum X-ten Mal erlebt. Neuste Katastrophenmeldung für Anhänger des Jesus-Phones:

Der Marktanteil sinkt! Jedenfalls gemäss dieser Pressemitteilung, wonach das iPhone im ersten Quartal 2008 nur noch 19.2 statt wie zuvor 26.7 Prozent der Smartphone-Verkäufe beanspruchte.

Was weiter kein Wunder ist, da es in den USA kein iPhone mehr zu kaufen gibt. Das hindert ein paar Gläubige nicht am sinnlosen Schlangestehen – denn die (Zollpapiere) nächste Generation ist ja gelandet, sagen Ship-Spotter:

188 Container voller “electronic Computers” aus China wurden in Zollpapieren von Frachtschiffen in Kalifornien entdeckt. Die Fanboys versuchen jetzt, ihre Kameraden in der US Airforce dazu zu bewegen, jeden Container mit Laser zu markieren, damit man ihn bis zum Bestimmungsort interaktiv verfolgen kann. Sie vermuten, dass die GPS-Routen der Schiffe das Bild eines gigantischen Apfels auf der Weltkarte ergeben (Die letzte Teilmeldung ist frei erfunden, was nicht heisst, dass sie der Wahrheit nah kommen kann).

Neue Foto-Reliquien gabs dann auch noch auf macnn zu sehen – die Press- (oder -Guss, wer weiss das schon) Werkzeuge für das iPhone-Gehäuse, fotografiert von einem Fabrikmitarbeiter des Herstellers Griffin, für dessen Entlassung Steve Jobs binnen Minuten nach der Veröffentlichung gesorgt haben dürfte: Irgendwas ist auf den Fotos zu sehen, auch wenn ich nicht kapiere, was.

Jedenfalls soll das Telefon in einer nächsten version( wenn uch kaum in DER nächsten) grün werden. Nicht farbenmässig, sondern umweltlich: Apple hat ein Patent für eine Solarzellenschicht hinter dem iPhone-Bildschirm eingereicht. Starbucks hat eigens deswegen alle Restaurants aufgerufen, eine Ecke mit besonders hell auszuleuchten. So lassen sich künftig Notebook-Starbucker von Solar-iPhone-Starbuckern unterscheiden. Die einen prügeln sich um die freie Steckdose, die andern um einen Platz im Schweinwerferlicht.

Ein Haufen iPhone-Zombies soll sich diese Woche in New York wie in Trance in eine langsam anschwellende Warteschlange vor dem Apple Store gestellt haben – denn wo andere warten, gibts wohl was umsonst. Die Meinung herrscht bisher bei China-Auswanderern angesichts von Strassenküchen vor. Das entsetzte Apple-Personal soll die Sicherheitskräfte zu gesteigerter Aufmerksamkeit angehalten zu haben. Sie fürchteten um ihre Gesundheit, wenn die Wartenden merken sollten, dass es auch in new York kein iPhone mehr zu kaufen gibt.

Inzwischen könnte sich die Schlange als jene der Komparsen für den neuen iPhone-Spot entpuppt haben, den Apple in new York abdrehte und dazu den Store schloss. Wenn niemand mehr ansteht für das Jesusphone, dann bezahlt man halt ein paar Komparsen, wird sich Apple gesagt haben. Unzuverlässige Quellen wollen dabei wissen, das die Statisten alle zwar nicht mit einem iPhone, aber mit Prospekt auf ihre künftige iPhone-Eignerschaft mit dem Original iPhone-Werkzeug abgespiesen beglückt worden seien.

Anderswo investieren frustrierte iPhone-Besitzer viele Tage und Euros, um das Absinken des Auffall-Faktors ihres Mobiltelefons mit steigender Verbreitung des Handys zu bekämpfen. Case-Modding war gestern, iPhone zum mehr oder weniger glänzenden Ei!phone zerkratzen ist heute (mit vielen Fotos und Video).

Es dauert keine zehn Tage mehr, Leute.

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5 Kommentare

  1. Axel H.
    schrieb am 1. Juni 2008 um 20:58 Uhr (#)

    Sprach der Bauer beim Anblick der ersten Steckdose:

    “Wer hat dich arme Sau denn eingemauert?”

    Aber es kommt noch besser:

    “Die einen prügeln sich um die freie Steckdose, die andern um einen Platz im Schweinwerferlicht.”

    Oiink!!!

    Wer im Glashaus sitzt, sollte wirklich nicht mit Schweinen werfen. Ich hol mal den Tierschutz, so kann das doch nicht weitergehen!! Und überhaupt, wo bleibt das iPig?

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 2. Juni 2008 um 12:03 Uhr (#)

    Ich putz ja ansonsten meine Tippfehler nachträglich jeweils weg. Aber der ist so schön, den lass ich stehen…

  3. biernot
    schrieb am 2. Juni 2008 um 15:52 Uhr (#)

    Ohne Grund in die Schlange gestellt. Haha. Wie geil. Das charaktisiert den typischen Apple Jünger exakt.

  4. Stefan S.
    schrieb am 3. Juni 2008 um 10:28 Uhr (#)

    naja biernot…
    gab es nicht immer Schlangen? Bei PS3, wii, Panini Launch im zürcher HB, bei Harry Potter…
    Das hat aus meiner sicht aber rein GAR nix mit “Apple-Jüngern” zu tun. (auch wenn ich gerne behaupte meine Camping-Ausrüstung für den CH-iPhone launch ist jederzeit griffbereit *joke*).
    @Peter Sennhauser:
    Gut geschriebener, übelst ironischer und durchwegs knackig-witziger Artikel ;-)

  5. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 3. Juni 2008 um 11:42 Uhr (#)

    Danke für die Blumen, Stefan, auch wenn ich finde, dass Du in diesem Fall etwas zu freundlich bist. Und was das Schlange stehen angeht, das gibt’s tatsächlich auch sonst bei allerlei Tand – aber meistens erst, wenn der Tand verfügbar ist… ;-)

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