Die größte Zeichnung der Welt:
GPS als Zeichenstift

Kathrin Grannemann, 28. Mai 2008 09:03 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Routenplanung, Standortbestimmung, Geocaching: Nutzungsmöglichkeiten für GPS gibt es mittlerweile diverse. Der schwedische Designstudent Erik Nordenankar hat das System nun zum Zeichnen benutzt und nennt das Projekt “The Biggest Drawing In The World”

Die grösste zeichnung der Welt: Mit GPS und einem Koffer gezeichnet
Mit GPS gezeichnet.

Edit 11:36 Uhr: Tatsächlich hatten wir unsere Zweifel, ob das Projekt tatsächlich so von der Bühne gegangen ist, wie die Projektseite zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Postings verlauten ließ. Mittlerweile wissen wir: Es handelt sich um eine rein fiktionale Aktion, die nie so stattgefunden hat.

Die ganze Welt als Leinwand: Diese Idee hat Erik Nordenankar wörtlich genommen. Er hat – behauptet er – einen speziellen, mit einem GPS-Modul ausgestatteten Koffer auf die Reise geschickt, um so die Linien für ein Selbstportrait zu ziehen.

Sicher nicht ganz uneigennützig wurde das Projekt von DHL unterstützt, die den Koffer anhand exakter Weghinweise transportiert haben:

Angefangen am 17. März in Schweden, reiste der Koffer 55 Tage lang rund um die Welt, war dabei in insgesamt 62 Ländern und auf jedem Kontinent. Die am Ende ausgelesenen Daten wurden dann auf eine Weltkarte übertragen und ergeben nun das Selbstbildnis des Schweden.

“Mein Stift war ein Koffer, in dem sich ein GPS-Modul befand, und rund um die Welt geschickt wurde. The Wege, die der Koffer genommen hat, sind die Striche der Zeichnung geworden.”

Dass der Koffer wirklich alle Stationen bereist hat, beweist ein Stapel Versanddokumente, die Nordenankar gesammelt hat. Die komplette Liste der bereisten Orte zeigt nicht nur Ortsnamen, sondern stellenweise sogar exakte Positionsangaben mit Längen- und Breitengraden.

Dass DHL das Kunstprojekt als Werbeaktion nutzt, dürfte auf der Hand liegen. Davon zeugt die Präsenz des Unternehmens im Making-Of. Außerdem: wie sonst ist zu erklären, dass sie einen Koffer transportiert, der spätestens am Zoll als potentielle Bombe aussortiert worden wäre? Außerdem erklärt der Künstler die Fusion zwischen Kunst und Werbung auf seiner Website: “Die beste Werbung wird zusammen mit der Gesellschaft entwickelt. Ich habe die technischen Möglichkeiten unserer Zeit benutzt, um die weltgrößte Zeichnung zu machen, in Verbindung mit Werbung zugeschnitten auf die heutige Zeit. Eine Kampagne, die der Zuschauer sehen möchte, und die interessant genug ist, um sie mit Freunden zu teilen.”

[Projektseite]

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11 Kommentare

  1. nasobem
    schrieb am 28. Mai 2008 um 09:56 Uhr (#)

    Wie kommt es, dass der Austrittspunkt im Osten und der Einrittspunkt im Westen der Karte nicht übereinstimmen?
    Das ist doch ganz klar Fake. Und wenn nicht, dann ist es verantwortungslos. Was sagt wohl Greenpeace dazu?

  2. Sam
    schrieb am 28. Mai 2008 um 09:56 Uhr (#)

    Ein bisschen krass (aber nicht erstaunlich für “Neuerdings”), dass ihr diese Geschichte erst bringt, nachdem veröffentlicht wurde, dass das eine Werbekampagne (oder zumindest ein Fake) war.

    Denn: das GPS wurde nie von DHL transportiert. Zitat: “This is fictional work. DHL did not transport the GPS at any time”

    http://biggestdrawingintheworld.com/drawing.aspx

  3. nasobem
    schrieb am 28. Mai 2008 um 09:57 Uhr (#)

    Ach. Na eben.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Kathrin Grannemann
    schrieb am 28. Mai 2008 um 10:06 Uhr (#)

    @Sam: Interessante Wendung, als ich die Informationen gesammelt und den Beitrag verfasst habe, stand das noch nicht dort.

  5. Lance
    schrieb am 28. Mai 2008 um 10:46 Uhr (#)

    Evtl. auch interessant in dem Zusammenhang:
    Artikel im Telegraph
    [Edit: Link integriert, Kommentar war im Spamfilter gelandet - Red]

    Gruss
    Lance

  6. ksmichel
    schrieb am 28. Mai 2008 um 11:21 Uhr (#)

    Ist ein Hoax gewesen. Siehe

  7. ksmichel
    schrieb am 28. Mai 2008 um 11:22 Uhr (#)

    upps, den Link vergessen ;-)
    http://blog.wired.com/gad…/artist-says-he.html

  8. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 28. Mai 2008 um 11:27 Uhr (#)

    Tja – Kunst darf Dinge erfinden. Wir nicht. Dieses Posting ist leider etwas zu lange liegen geblieben, und so haben wir den winzigen Hinweis auf das Fake verpasst. Allerdings hatten wir durchaus unsere Zweifel an der Geschichte, und die geben wir ja auch gleich am Anfang wider:

    Er hat – behauptet er – einen speziellen, mit einem GPS-Modul ausgestatteten Koffer auf die Reise geschickt…

    Wir vermerken das Fake im Posting.

  9. ksmichel
    schrieb am 28. Mai 2008 um 11:39 Uhr (#)

    Viele Fakes sind aber auch derartig gut gemacht – etwa zum Thema Iphone -, dass man leicht in die Fallen tappen kann.

  10. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 28. Mai 2008 um 11:45 Uhr (#)

    Stimmt, Michel, auf einige , nicht nur zum iPhone, sind wir ja sogar stolz…

  11. recordgfx
    schrieb am 28. Mai 2008 um 17:24 Uhr (#)

    man schaue hier..
    http://youtube.com/watch?…&feature=related

    dann wird klar das es einfach so als gag gedacht ist^^

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