Tributes.com:
Todesanzeige 2.0
Von der Jobplattform Monster.com zur Sterbeplattform Tributes.com: Online-Todesanzeigen sollen salonfähig werden.

Web 2.0 mit angepaßter Werbung. “Sie sind über 45 und (jetzt wieder Single)? Wenn Sie Ihren Partner unter die Erde gebracht und hier Ihre Trauer bekundet haben, holen Sie sich per Mausklick sofort Ersatz!” (Bild: Tributes.com).
Das Anzeigengeschäft verlagert sich ins Internet: Ob Kellerräumung, Auto, Haus oder Lebenspartner, alles wird online angeboten und gesucht. Nur gestorben wird immer noch zuhause offline. Das soll nun anders werden:
Erste Ansätze, Webaholics und ihre Verwandten über ihr Ableben hinaus glücklich zu machen, waren Grabsteine mit eingebautem Webterminal und Telefone für den Gebrauch unter Tage. Beides erwies sich völlig unerwartet jedoch nicht als der kommerzielle Durchbruch.
Auch Bestatter- und Sargbestellungen online gegen Eingabe der Kreditkartennummer haben sich bislang einfach nicht durchsetzen können, obwohl es angeblich gar nicht so schwierig war, Systeme für Autobestellungen entsprechend umzuprogrammieren, von der nicht so gut aufgenommenen Option des “Tieferlegens” einmal abgesehen.
Doch was hatte man vergessen? Richtig, die teuren Todesanzeigen! Geht das nicht auch billiger online?
Aber klar! Tributes.com heißt die Adresse, unter der man das neueste Werk des Monster.com-Erfinders Jeff Taylor bewundern kann. Alles ums gepflegte Ableben vereint, von berühmten Verblichenen bis zur Deckung des Ersatzbedarfs einer Partnervermittlung für (neue) Singles.
Makaber? Na da kennt ihr die Schlagzeile noch nicht, mit der Pressetext Austria die ganze Angelegenheit verkündete:
Social Networking für Verstorbene liegt im Trend
Na danke, jetzt wird man bald also auch noch unter der Erde gegruschelt…es wird nämlich eine Datenbank mit Fakten über die Verblichenen angelegt. Stalken bis über den Tod hinaus?
Na gut, das kann den Betroffenen ja egal sein und zumindest wird dann der reale Friedhof nicht mehr so von Tausenden von Fans zertrampelt. Statt individueller Gedenkseiten im Web, die es ja schon seit längerem gibt, nun also das Web 2.0-Portal mit Online-Trauerangeboten von der Stange, das vom Bestatter gleich mitverkauft werden kann
Finanziell unterstützt wird die neue Geschäftsidee übrigens vom Wall Street Journal. Aktien werden aber bislang noch keine ausgegeben. Auch nicht als Grabbeigabe.
» Mehr lesen: Anzeigen (2), Kuriosa (727), Netzwerk (85)
» Weitere Artikel der Kategorie "Computer" lesen
» Nächster Artikel: Octocube: Gehirnwürfel-Heizkörper
» Älterer Artikel: IceTech TEO: MP3-Player für TEOlogen
» Drucken
» Merken/E-Mail

neuerdings.com
medienlese.com
imgriff.com
fokussiert.com
netzwertig.com












Beiträge per RSS
blogwerk.com
0 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
» Trackbacks anzeigen
(19. November 2008 18:02)
Einen Kommentar schreiben