RJ Day&Night:
Luxusuhr ohne Zeitangabe

Die Luxusuhr “Day&Night” von Romain Jerome kostet 300’000 Dollar. Sie zeigt weder Stunde noch Minute an. Und sie ist ausverkauft.

DayAndNight: Romaine Jerome Luxus-Uhr ohne Zeitangabe (Bild Romaine Jerome)
DayAndNight: Romaine Jerome Luxus-Uhr ohne Zeitangabe (Bild Romaine Jerome) Mehr Modelle: “Ultimativer Rost” und “Giftkonzept”

Armbanduhren werden zusehends zu reinen Luxusartikeln. Dieses Werk der Schweizer Edel-Uhrenschmiede Romaine Jerome zeigt das besser als jede Rolex. “Eine Weltpremiere: Ein aussergewöhnlicher Zeitmesser, der die Zeit nicht anzeigt”, jubelt die Webpage des Herstellers. Sie zeigt nur zwei Dinge an:

Tag und Nacht, Aktivzeit und Passivzeit. Das ist

“eine avant-gardistische Sichtweise, vollkommen anders und ein bisschen beunruhigend.”

In der Tat, vor allem, wenn man das Stück genau unter die Lupe nimmt: Es sieht aus wie die 50-Euro-Rock Watch von Swatch. Es kennt nur Tag und Nacht, und beide sind 12 Stunden lang (halloooo, Blogwerker kennen keine Nächte von mehr als sechs Stunden). Die Uhr wurde, wenn man der Website des Genfer Unternehmens glaubt, von einem namenlosen “creator” entwickelt, der aussieht wie Bruce Willis mit Kopfhaar.

Andere Werke sind noch weit beunruhigender – etwa “Toxy-Concept”, die Giftabfall-Design-Uhr:

Toxy-Concept von Romaine Jerome: Giftrostabfall-Design. (Bild RJ)

Day &Night, die einem den Luxus schenkt, sich Zeit zu nehmen, kostet angeblich 300’000 Dollar, und sie ist angeblich ausverkauft.

Schreibt ein Kommentator im Blog des Wall Street Journals:

Gebt mir einen Hammer und eine Timex (Billig-Elektronik-Uhr), und ich verkauf Euch eine Uhr, die keine Zeit anzeigt für nur 200.000 Dollar.

Und ein anderer:

Gut wärs zu wissen, wieviele Exemplare hergestellt wurden – das würde den Begriff “Ausverkauft” in eine Dimension stellen.

Website des Uhrenherstellers Romaine Jerome in Genf

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18 Kommentare

  1. Hans
    schrieb am 1. Mai 2008 um 11:42 Uhr (#)

    Entweder ist das ein genialer Hoax im Auftrag des Herrn “Guerilla Marketing” oder menschliche Dekadenz versteigt sich tatsächlich zu neuen Höhen.

    Es geht aber noch besser: Wir lassen eine 10-Millionen-Dollar Yacht bauen und versenken sie direkt im Hafen. Oder kaufen eine Trauminsel in der Karibik und machen selbige durch gezielte Atombombenexplosionen zu einer Wüste und für hundert Jahre unbewohnbar. Geschätzte Kosten dieses avantgardistisch-ironischen Lebenskunstwerks: 250 Millionen Dollar.
    Wer bietet mehr?

  2. Simon R.
    schrieb am 1. Mai 2008 um 11:48 Uhr (#)

    Oder wir leben 80 Jahre und sterben dann! Wer gibt uns in dieser “Sinnlosen Zeit” noch einen festen Halt? Denkt nach und suchet! Denn wer suchet der findet.

  3. Steffen
    schrieb am 1. Mai 2008 um 12:03 Uhr (#)

    Das Teil ist sowas von hässlich und zeigt als Armbanduhr noch nicht einmal die Zeit an. Wirklich klasee Teil, also ich kann verstehen warum das Dingens schon ausverkauft ist ;-)

  4. Marg
    schrieb am 1. Mai 2008 um 13:38 Uhr (#)

    Mir würde noch ein Auto ohne Zündschloss einfallen ;)

  5. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 1. Mai 2008 um 14:21 Uhr (#)

    @Hans: das haben die USA doch schon vor etwas über 60 Jahren mit der Insel getan, nach der gewisse Bademoden benannt sind. :-(

    Und das mit der Yacht, das haben die Franzosen auch schon gemacht, als die Franzosen dann auch Südseeinseln mit Atombomben malträtiert haben. Nur gehörte die ihnen gar nicht, sondern Greenpeace.

    Und wenn der Hersteller jetzt noch behauptet hätte, die Uhren seien direkt von der Titanic, würde der Preis ohne Murren bezahlt.

    (Ich glaube, ich bau jetzt mal ‘ne Uhr. Is’ lukrativer als bloggen.)

  6. Christoph @ LG
    schrieb am 1. Mai 2008 um 14:55 Uhr (#)

    Schliesse mich dem Tenor an.

    Was für ein scheiß. Privat stehe ich ja auf mechanische Uhren und kann auch Menschen verstehen, die mehr als die nötigen 500-1000 Euro für sowas ausgeben, auch wenn ich das nicht machen würde (selbst wenn die Kohle da wäre).

    Die Uhr finde ich auch potthässlich. Wobei das Werk sehr schön ist, dem zuzusehen, kann schon sehr entspannend sein, aber das Ganze in seiner Funktion künstlich zu kastrieren und als “pushing boundaries” zu verkaufen ist einfach nur lächerlich. Es fällt mir schwer zu glauben, dass selbst richtig reiche Leute derartig dämlich sind.Und so macht die Frage nach der Herstellungszahl recht viel Sinn. Ich tippe mal auf eine.

    - Einer der seine Nomos seit acht Jahren trägt und jeden Tag immer aufs neue liebt.

  7. Mark S
    schrieb am 1. Mai 2008 um 15:51 Uhr (#)

    Tja, “dem Glücklichen schlägt keine Stunde”, wozu also sowas wie atomuhrgenaue Minuten- und Sekundenzeiger?

  8. Guidmo
    schrieb am 2. Mai 2008 um 11:53 Uhr (#)

    Ich glaube Albert Einstein hat mal gesagt:
    ” Zwei Dinge sind unendlich, das UNIVERSUM und die MENSCHLICHE DUMMHEIT…doch bei einem von beidem, bin ich mir noch nicht ganz sicher!?”
    Ne Uhr, die die Zeit nicht zeigt…lächerlich!!!

  9. Guidmo
    schrieb am 2. Mai 2008 um 11:55 Uhr (#)

    Ich glaube Albert Einstein hat mal gesagt:
    ” Zwei Dinge sind unendlich grenzenlos, das UNIVERSUM und die MENSCHLICHE DUMMHEIT…doch bei einem von beidem, bin ich mir noch nicht ganz sicher!?”
    Ne Uhr, die die Zeit nicht zeigt…lächerlich!!!

  10. wollschaf
    schrieb am 3. Mai 2008 um 16:07 Uhr (#)

    Ich glaub’s ja nicht: gerade noch im Genfer Aéroport an einem Romain Jerome Plakat vorbeigegangen, wird hier darüber geredet. Hat schon jemand erwähnt, dass die Verkleidung der Uhr – so wird zumindest geworben – direkt aus dem Titanic Wrack stammt?

    300 000 für ein Stück Zeitgeschichte… wer’s mag, wieso nicht?

  11. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 3. Mai 2008 um 20:46 Uhr (#)

    @Wollschaf: Hab ichs doch geahnt, das mit der Titanic…
    Soll sich der Käufer wohl vorstellen, die Uhr sei geradewegs einer reichen Lady von den verblichenen Knochen gezogen worden. :-(

  12. Sarah
    schrieb am 13. Mai 2008 um 08:42 Uhr (#)

    Das Teil ist häßlich, ohne Funktion, und Menschen, die dafür so viel Geld ausgeben, sind nicht mehr ganz dicht.

  13. Sarah
    schrieb am 13. Mai 2008 um 08:45 Uhr (#)

    Das Teil ist häßlich, ohne Funktion, und die Menschen, die dafür Geld ausgeben, sind nicht mehr ganz dicht.

  14. Isabell
    schrieb am 16. Mai 2008 um 18:09 Uhr (#)

    Wer denkt sich eigentlich solche Sachen aus?? Ich muß da meiner Vorrednerin Recht geben. Einige hunderttausend Euro für eine Uhr auszugeben, die weder Stil hat noch irgendeinen Sinn erfüllt, darauf können auch nur Leute kommen, die vor lauter finanziellem Überfluß nicht wissen, wohin mit dem vielen Geld. Da schwillt mir der Kamm. *grummel

  15. roman
    schrieb am 17. Mai 2008 um 12:38 Uhr (#)

    moin leute…was regts euch auf…angebot und nachfrage…es scheint ja genug dumme zu geben…oder?

  16. roman
    schrieb am 17. Mai 2008 um 12:39 Uhr (#)

    nachtrag in eigener sache…zum bescheißen gehören auch immer zwei…einer der bescheißt…und einer der sich bescheißen läßt………

  17. Christoph @ LG
    schrieb am 19. Mai 2008 um 15:09 Uhr (#)

    Romain Jerome gibt nicht auf, Here we go again:

    http://gizmodo.fr/2008/05…pave_du_titanic.html

  18. Rain
    schrieb am 10. Februar 2010 um 11:53 Uhr (#)

    sehen zumindest nicht als Original und Ulysse Nardin Uhren importiert und wirklich häßlich wenig Phantasie.
    Also, wer verbringt 10k auf einer Uhr, zumindest versuchen Wahnsinn. Ulysse Nardin vor Clock Basis ETA Bewegungen und verkauft sie an insane Preise

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