Olympus LS-10:
Diktiergerät mit 24 Bit

Wolf-Dieter Roth, 21. April 2008 11:15 Uhr, 13 Kommentare Kommentare

Audioaufzeichnungen in professioneller Qualität sind heute zum Problem geworden. Der Olympus LS-10 will jedoch aus der hohlen Hand sogar in DVD-Audio-Qualität aufnehmen können.

Bild
Olympus LS-10 Audio-Aufzeichungsgerät (Bild: Olympus)

Audioaufzeichnungen in sendefähiger Qualität sind zum Problem geworden, seitdem es keine “Nagras”, Walkmen mit Aufnahmeknopf oder MD-Rekorder mehr gibt:

Der von der Musikindustrie gehasste rote Knopf ist spätestens mit dem iPod spurlos verschwunden, der nur noch aufgespielte Daten wiedergeben, aber nicht mehr selbst aufnehmen kann.

Falls man es doch durch Zusatzgeräte schafft, so bietet er gerade einmal Diktiergerätequalität - für Musik ungeeignet, mit voller Absicht.

Zwar gibt es diverse tragbare MP3-Rekorder für Musiker und Journalisten, doch kosten diese alle typisch 400 Euro aufwärts, sind von der Bedienung her problematisch und haben eingebaute Mikrofone, deren Qualität fraglich ist. Eine richtige Mehrspuranlage ist wiederum für den tragbaren Einsatz auch dann kompliziert, wenn man Ahnung von der Materie hat.

Olympus war bisher nur für Kameras bekannt und für digitale Diktiergeräte, deren Qualität zwar über die Jahre immer mehr zugenommen hat, doch für sendefällige Beiträge oder gar Musikaufnahmen waren sie nicht geeignet und auch gar nicht bestimmt.

Mit dem LS-10 ist Olympus jetzt aber in eine neue Geräteklasse aufgestiegen: ein digitales Diktiergerät mit DVD-Audio-Qualität von 24 Bit/96 kHz und zwei ebenfalls in erhöhter Qualität direkt auf dem Gerät montierten Mikrofonen. Nicht ganz neu, aber interessant.

Das LS-10 schaut je nach Geschmack sehr futuristisch oder eher retromäßig aus, soll aber Musikern, Journalisten und auch Pocastern - obwohl Podcasts nur sehr selten in HiFi-Qualität ausgestrahlt werden - nun eine Audio-Aufzeichnungslösung hoher Qualität bei geringer technischer Kompliziertheit - es sollen ja auch Podcaster, also Blogger damit klar kommen, nicht nur Rundfunkjournalisten - bieten.

Olympus LS-10 Babyfon
Verstehen wird man das Baby zwar auch mit 24 Bit und 96 kHz Abtastrate nicht, aber es ist doch etwas anderes, als frühere Versuche, die ersten Töne des neuen Erdenbürgers mit Stenoretten oder Grundig Tonbandgeräten einzufangen (Bild: Olympus)

Neben einer solchen Aufzeichnung unkomprimiert im WAV-Format, die den eingebauten Speicher von 2 GB bei voller Qualität von 96 kHz/24 Bit in weniger als einer Stunde verbraucht hätte, sind auch Aufzeichnungen in WMA-und MP3-Format möglich. Außerdem können SD- und SDHC-Speicherkarten eingeschoben werden. Ebenso sind zwei Lautsprecher eingebaut, obwohl eine vernünftige Kontrolle eine Aufnahme nur mit Kopfhörer möglich sein dürfte.

Der Aufnahmepegel kann nicht nur automatisch, sondern auch manuell eingestellt werden, was für Profis unabdingbar ist. Dabei sind lediglich zwei Mignonzellen zur Stromversorgung erforderlich, was laut Hersteller für eine komplette Mitschnitt eines Konzerts ausreicht. Unter Bootleggern dürfte das Gerät also eine ganz neue Qualität auslösen.

Mitgeliefert werden Tragetaschen, USB-und Audiokabel sowie zwei Winschutz-Aufsätze für die beiden Mikrofone. Der Betrieb ist sowohl am PC wie an einem Mac möglich, Cubase 4 LE von Steinberg wird mitgeliefert.

Wer allerdings Angst hat, dass seine Aufnahme zu gut wird, kann sie mit einigen mitgelieferten Hall-Effekten sofort verhunzen. Auch an ein Stativgewinde wurde gedacht, so dassman das Gerät auch auf einem Mikrofonständer oder ein Foto-oder Videostativ montieren kann.

Das Gerät soll knapp 400 Euro kosten und im Musik-Fachhandel erhältlich sein.


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13 Kommentare zu diesem Artikel

  1. roger

    schrieb am 21. April 2008 um 12:14 Uhr (#)

    … Speicher von 2 GB bei voller Qualität von 96 kHz/96 Bit in weniger als 3 Sekunden verbraucht hätte … (Zitat).

    Hier kann was nicht stimmen. Die Rede ist von 2 GigaBite und nicht von 2 MegaBite. 3 Sekunden sind dann doch etwas wenig. Also, das Ganze nochmals nachrechnen ;-)

  2. Christoph @ LG

    schrieb am 21. April 2008 um 12:52 Uhr (#)

    Aufnehmen kann man doch auch mit jedem besseren Mobiltelefon, zwar nicht in dieser Qualität, aber immerhin….

    Gruß Christoph

  3. leu

    schrieb am 21. April 2008 um 13:50 Uhr (#)

    Haben wir heute ein wenig schnell gearbeitet?

    auch Pocastern
    für eine komplette Mitschnitt einerseits Konzerts

  4. mds

    schrieb am 21. April 2008 um 18:08 Uhr (#)

    Neben einer solchen Aufzeichnung unkomprimiert im WAV-Format, die den eingebauten Speicher von 2 GB bei voller Qualität von 96 kHz/96 Bit in weniger als 3 Sekunden verbraucht hätte, sind auch Aufzeichnungen in WMV-und MP3-Format möglich

    WMV-Format? Windows Media Video-Format???

    Das Gerät soll knapp 400 Euro kosten und im Musik-Fachhandel erhältlich sein.

    «Soll»? Wie stehen denn die Chancen? ;)

  5. mds

    schrieb am 21. April 2008 um 18:13 Uhr (#)

    ? meine Kristallkugel war so nett und hat mir weitergeholfen: Es handelt sich um das WMA-Format (Audio, nicht Video!) und das Gerät ist seit zwei Monaten in der Schweiz zum Preis von CHF 598 im Handel erhältlich.

  6. Wolf-Dieter Roth

    schrieb am 21. April 2008 um 21:56 Uhr (#)

    @ mds: Das kommtd avon, wenn es die PM nur auf Papier gibt. Da kann sich zwar keiner beschweren, daß man was per c & p übernommen hat, aber dafür kommen Tapsfuhler rein. WMA, klar. Obwohl das alles derselbe Mist ist. Gut ist WMV nur bei Standbildern, im Gegensatz zu Real oder AVI merkt es die niedrige Datenrate.

    @leu: Die Fehlerhäufung lag daran, daß ich an den Text aus technischen Gründen unerwartet nicht mehr rankam, sorry. Soll nicht zur Regel werden, sonst hält mich noch wer für meinen Ex-Chef. Aber Pocasting, na das ist doch eine alte, traditionelle, allerdings auch etwas anrüchige Kunst:

    http://neuerdings.com/2008/04/09/under-ease-underwear-unterhose-mit-kat/

  7. mds

    schrieb am 21. April 2008 um 22:05 Uhr (#)

    @WDR: Die Medienmitteilung kannst Du unter http://www.de.olympus.ch/corporate/presscentre.cfm?artID=41256904004CCF43928B61458E9F2DDFC12573D70045363C kopieren! ;) Nicht herausgefunden habe ich bislang, ob das LS-10 tatsächlich als Diktiergerät taugt, Olympus schreibt nichts davon ? weisst Du mehr dazu, auch weil Du im Titel von «Diktiergerät» schreibst? (Wer mir ein Diktiergerät empfehlen kann, möge sich bitte melden!)

  8. stefan

    schrieb am 22. April 2008 um 09:59 Uhr (#)
  9. Wolf-Dieter Roth

    schrieb am 22. April 2008 um 10:38 Uhr (#)

    @mds: Aha, na dann ist die Schweizer Pressestelle da anders. Olympus Deutschland kennt komischerweise zweierlei Arten von Pressemitteilungen, die nur auf Papier und die nur online. Hab irgendwann mal gesagt, ich mag das Papierzeug nicht, da hieß es dann, das wäre nicht gut, dann versäume ich die besonders wichtigen…

    Den Text kopiere ich normal ja nicht, außer es geht bei einer Neuigkeit um Minuten, bei den technischen Daten halte ichs schon für sinnvoll, bevor ich wieder 96 Bit/24 kHz schreibe statt andersrum ;-)

    Und sorry, wenn ich den ganzen Tag nur bloggen würde, würde ich verhungern, deshalb kann ich nicht sofort reagieren (und habe unterwegs auch gar keinen Zugriff auf das Blog). Aber bislang sind wir bei Blogwerk noch nicht verpflichtet, schon für einen WC-Besuch den Notebook mitzunehmen, um schnell reagieren zu können - hoffen wir mal, das bleibt auch so. In Deutschland ist es ja schon lange anders, da kannste nachts ja nicht mal mehr ruhig schlafen, weil Du als Blogger für einen nachts um 3 gemachten Kommentar vom Gericht verknackt wirst, wenn Du ihn erst am Sonntag früh entdeckst und löschst.

    Ob das Gerät als Diktiergerät taugt, sollte ja ansich nur an der flinken Bedienbarkeit hängen. (einfach Start/Stopp). Und ggf. am Anschluß eines Fußpedals für die Sekretärin, aber wer hat denn sowas noch (eine Sekretärin)? Ich würde es sicher auch dazu verwenden, wenn ich es hätte.

    @stefan: Danke. Werde das Gerät sicher auch noch testen, aber momentan keine Zeit. Es gab auch Files von Olympus, sind aber so 30 MB groß…und laufen nur unter Windows Media Player, Winamp steht mit 24-Bit/96 kHz-WAVs etwas ratlos da…ob Flash wie auf der Audiotranskription-Site für 24-Bit-Aufnahmen die richtige Wiedergabetechnik ist, da bin ich mir dagegen nicht so sicher…

  10. steffen

    schrieb am 21. Juni 2008 um 14:15 Uhr (#)

    Bei uns kostet das Ding knappe 400 Euro.
    In den USA kostet es umgerechnet ca. 180 Euro. Für wie verblödet hält man uns Verbraucher hier eigentlich …?
    Gruesse steffen

  11. Winter

    schrieb am 10. Juli 2008 um 02:10 Uhr (#)

    Wie bekomme ich 24Bitaufnahmen auf meinen Ipodtouch ? !6Bit funktioniert, 24 wird verweigert.

  12. Wolf-Dieter Roth

    schrieb am 26. Juli 2008 um 12:47 Uhr (#)

    @Winter: Selbst Winamp kann die in älteren Versionen (hab noch 2.62 - schön kompakt) nicht abspielen, Windows Media Player in den neueren Versionen kann es. 24 Bit auf den iPod wäre dann doch zuviel verlangt. Da mußt Du schon den LS-10 selbst zum Abspielen verwenden. (Test folgt demnächst!)

    Mit solchen Files würdest Du auf dem iTouch aber auch nicht wirklich glücklich, FLAC und WAV von 44,1 kHz/16 Bit sind schon groß genug.

  13. axel

    schrieb am 30. Juli 2008 um 23:00 Uhr (#)

    hallo
    hab mir das gerät letzte woche gekauft. könnt ihr mir kurz erklären, wie mitgeliefertes cubase zum laufen gebracht werden kann? hab versucht, kurze WAV-aufnahmen in cubase zu laden, funktioniert aber nicht.
    hab dann mein ewig-ur-altes wavelab-programm genommen, da konnt ich es dann aufspielen…
    wie gesagt, bin net der technik-freak. deshalb schon mal dank im voraus


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