Obducat verkauft Nanoloch-Brenner:
Kommt die 20TB-Festplatte?

Der Schwedische Werkzeughersteller Obducat will einem namhaften Harddisk-Hersteller Ausrüstung zur Herstellung von Nanoloch-Oberflächen verkauft haben. Das hiesse, dass schon bald Harddisks mit der 40fachen Kapazität aktueller Platten oder 20 Terabyte auf den Markt kommen könnten.

Patterned media nano-Löcher

Vor einem Dutzend Jahren habe ich in New York für damals spottbillige 500 Dollar meine erste 500 Megabyte-Harddisk erstanden. Das Monster vermochte den Inhalt von 360 Double-Density-Floppy Disks zu speichern.

Heute beeindruckt das niemanden mehr, weil wir inzwischen 500 Gigabyte oder knapp 360.000 Floppies auf eine Harddisk quetschen. Und morgen könnten es 14.3 Millionen Floppies sein. Oder eben 20 Terabyte:

Der Schwedische Maschinenbauer Obducat teilt mit, einem bedeutenden Hersteller von Harddisks Lithographie-Werkzeug für die Herstellung von Strukturierten Oberflächen mit Nano-Löchern im wert von rund 11 Millionen Dollar verkauft zu haben.

Damit lassen sich Harddisk-Oberflächen herstellen, die mit winzigen Einbuchtungen von 17nm übersät sind. In diese Löcher lässt sich ein magnetische Material als Speicher für jeweils ein Bit einbringen. Die Speicherdichte ist dabei 40 mal höher als bei der herkömmlichen Plattentechnik mit einer glatten Oberfläche, wo die Bits (Ja/Nein-Informationen) nicht physikalisch voneinander getrennt sind und deshalb einen Mindestabstand haben müssen, damit sie sich nicht gegenseitig demagnetisieren.

Die aktuelle Speicherdichte der typischen grössten Harddisks mit 500GB liegt derzeit bei 25GB pro Quadratzoll. Die “Patterned-Surface”-Methode würde eine Dichte von einem Terabyte ermöglichen. Auf der gleichen Oberfläche wie bei aktuellen 500GB-Platten könnten also 20 Terabyte untergebracht werden.

Das schiebt die bisher aussichtsreichste Methode zur Überwindung der physikalischen Grenze von 250GB pro Quadratzoll weiter nach oben. Harddisk-Hersteller haben unter anderem auf die Perpendikular-Speicherung (Grafik) gesetzt, um mehr Bits auf auf gleicher Fläche unterzubringen:

Sie beruht darauf, dass die Bits nicht als magnetische Streifen mit einem Plus- und einem Minuspol horizontal auf der Plattenoberfläche angeordnet werden, sondern “stehend” in der Platte, mit je einem Pol oben und unten. Diese Technik hat bereits zu einer Verfünffachung der aktuellen Speicherdichte auf 132GB pro Quadratzoll geführt. Aber auch diese Technik lässt aus physikalischen Gründen keine Dichte von mehr als 500GB pro Quadratzoll zu.

Die Nanoloch-Methode mit isolierenden statt magnetischen Plattenscheiben, die nur mit winzigen Magnetischen Bit-Punkten gespickt würden, versprechen jetzt diese Grenze weit nach oben zu verschieben.

Allerdings ist unklar, wer der Käufer der Ausrüstung ist, wie lange es dauern wird,bis wir diese Platten sehen werden – und was die, wesentlich teurer in der Herstellung allein schon aufgrund des Ausschusses, uns kosten werden.

[Via TheRegister Hardware]

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3 Kommentare

  1. tleilax
    schrieb am 19. April 2008 um 18:25 Uhr (#)

    Waren DD-Disks nicht die “kleinen”? 3,5″ HD-Disks hatten doch die 1.44Mb. Insofern passte sogar die doppelte Menge DD-Diskette auf die 500Mb-Platte wie oben angegeben. ;)

  2. Termono
    schrieb am 19. April 2008 um 20:06 Uhr (#)

    irgendwann in einigen jährchen werden 100 tb festplatten oder so sicher standard in den computers sein. dann ist es wie damals, dass die optischen datenträger um ein vielfaches weniger kapazität haben als die fesplatte, denn jetzt könnten ja schon 200gb blu rays gemacht werden, mehr als meine jetztige festplatte speichern kann. ich finde, dass die “stationären” speichermedien schon mehr als die portablen speichern können sollten.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 21. April 2008 um 11:08 Uhr (#)

    @tleilax: Jetzt, wo du’s sagst – ich hab mich irgendwie erinnert, da gabs die mit einem Loch neben dem Löschsschutz-Schieber und die ohne… ;-)

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