Test NOXON iRadio for iPod:
Der Allesspieler

Wolf-Dieter Roth, 18. April 2008 16:49 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Das Terratec “NOXON iRadio for iPod” bietet Radioempfang über UKW und Internet ebenso wie Medienwiedergabe von USB, LAN/WLAN oder iPod. Und es kann auch noch wecken.

Terratec NOXON iRadio for iPod VerpackungTja, seitdem der iPod nicht mehr Plastik-schneeweiß, sondern Klavierlack-glänzend schwarz in den Handel kam, ist Klavierlack-glänzend schwarz die Modefarbe – auch wenn Apple inzwischen längst zum matten Aluminiumfinish umgeschwenkt ist. Doch bis das angesagt ist beim Zubehör, dauert es wohl noch ein paar Monate. Das Terratec “NOXON iRadio for iPod” ist jedenfalls noch schwarz:

Über die beschränkte Sinnhaftigkeit von klavierlackglanzschwarzen Designergeräten in der Küche haben wir uns ja schon mehrfach ausgelassen, nun ging es um den Praxistest. Der Internetradio- und Media-Player-Teil der Noxon-Geräte von TerraTec wurde bereits in früheren Tests behandelt , weshalb wir uns diesmal auf die Unterschiede des neuen NOXON iRadio for iPod zu seinen Vorgängers beschränken.

terratec NOXON iRadio for iPod mit Hymen W.D.Roth
Noch mit Hymen über Front und iPod-Dock: NOXON iRadio for iPod frisch ausgepackt (Bild: W.D.Roth)

Zuerst also der Design-Unterschied: Plastik schwarz statt Plastik weiß. Klavierlackglänzend ist das Gerät allerdings nur auf der Vorder- und Rückseite, oben, links, rechts und unten ist es dagegen schwarz gummiert. Das gibt in der Küche mit Fettfingern noch schönere Fingerabdrücke, verhindert dann aber immerhin, daß einem das Gerät aus der fetttrieffenden Hand fällt. Vermutlich ist die Gummierung allerdings dazu gedacht, die akustischen Resonanzen des Gehäuses zu bekämpfen, damit das Gerät bei größeren Lautstärken nicht scheppert.

Neu ist hier ein Equalizer mit mehreren festen Einstellungen, ähnlich wie auch beim Auvision PX 3020 zu finden. Am besten klingt das Gerät – was nicht weiter verwundert – in der Einstellung iRadio, die genau auf die akustischen Eigenschaften dieses Gehäuses ausgelegt ist und etwas mehr Höhen bringt als die anderen Einstellungen. Damit ist der Klang akzeptabler als bei seinen Vorgängern.

Mit Stereo ist es dagegen nichts, dazu fehlt der zweite Lautsprecher, den man allerdings einzeln dazu kaufen kann. Irritierend dabei, dass dieser dann nur in Plastik weiß verfügbar ist – das wird bei den designbewußten Apple-Käufern vielleicht nicht so gut ankommen. Und eigentlich hätte bei diesem Preis der zweite Lautsprecher mit dazugehört.

Terratec NOXON iRadio for iPod verbunden W.D.Roth
Wenn NOXON iRadio for iPod Musik vom iPod abspielt, kann dieser getrennt werden? Natürlich nicht. Dann verstummt die Musik. Aber zumindest werden keine Dateien beschädigt. (Bild: W.D.Roth)

Was ungewöhnlicherweise auch fehlt, ist die übliche Docking-Adapter-Sammlung, wie sie selbst billigen iPod-Dockingstationen beiliegt. Wer die Anleitung nicht genau liest, wird seinen iPod einfach so auf die Dockingstation setzen, was aber riskant ist, weil er ohne mechanische Unterstützung deren Stecker abbrechen kann. Man muss bei Apple noch für neun Euro einen Dreiersatz der Adapter für sein Gerät hinzu kaufen , ein doch eher lästiger Vorgang, zumal es diese nur in zum Gerät unpassendem Weiß gibt.

Der Hinweis in der Anleitung, dass ein solches Plastikteil mit dem iPod mitgeliefert wurde, stimmt nicht: lediglich mit der Dockingstation wird ein Satz mitgeliefert: für jedes Modell je ein Einsatz, der hier natürlich nur von begrenztem Nutzen ist, da man den Einsatz von seinen eigenen iPod-Modell ja umgehend bereits in der Apple-Dockingstation verwenden wird, wenn man diese besitzt.

Ebenfalls neu ist der UKW-Empfänger, der mit einem ordentlichen Antennenanschluß aufwarten kann, sodaß auch ein Anschluss an einer Dachantenne oder am Kabel möglich ist. Die Wurfantenne besteht nicht aus 10 cm Draht, wie bei den üblichen Radioweckern, sondern stellt einen regulären UKW-Dipol dar, wie er auch an Stereoanlagen mitgeliefert wird. Dementsprechend ist der UKW-Empfang auch im Gegensatz zu den zuvor getesteten Billigprodukten einwandfrei. Der Mittelwellenempfang ist ebenfalls wesentlich störungsärmer, er ist nämlich schlichtweg nicht vorhanden. In Deutschland dürfte ihn allerdings auch niemand vermissen.

Terratec NOXON iRadio for iPod UKW-Empfang W.D.Roth
UKW-Empfang mit RDS beim NOXON iRadio for iPod (Bild: W.D.Roth)

Ungewöhnlich für ein derartiges Gerät sind nicht nur analoge Ein- und Ausgänge, sondern auch ein digitaler Ausgang, mit der man einen HiFi-Verstärker über Glasfaser störungsfrei anschließen kann. Microsoft ist dieser Digital Ausgang allerdings ein Dorn im Auge: WMA-Dateien mit DRM dürfen hierüber nicht wiedergegeben werden. Man muss dann also doch wieder analog anschließen.

Schwierig dürfte dies werden, wenn der Ton von DRM-behafteten WMAs über einen Monitor mit HDMI und HDCP wiedergegeben werden soll: Beim Ton bleibt dann digital stumm, bein Bild ist dagegen analog verpönt. Hieraus zeigt sich wieder einmal, dass die Musik und Filmindustrie nur zufrieden ist, wenn nichts mehr funktioniert.

Hierfür kann allerdings Terratec nichts; vielmehr ist das ein triftiger Grund, sich niemals mit Microsofts kopier- und abspielgeschützten WMA-Dateien einzulassen.

Im Gegensatz zum zuvor getesteten Billigprodukt können beim Terratec-Gerät über Fernbedienung und Gerät tatsächlich einzelne Titel am iPod ausgewählt werden. Wirklich gelungen ist dies allerdings auch nicht, weil Terratec hier eine eigene Logik benutzt: zur Bestätigung ist weder “Enter” noch die mittlere Taste zu drücken, wie es beim iPod üblich ist, sondern die Nach rechts-Taste.

Terratec NOXON iRadio for iPod Equalizer W.D.Roth
Die “Equalizer”-Einstellungen des NOXON iRadio for iPod: “Rock” klingt brauchbar, “iRadio” am besten. “Classical” plärrt dagegen. (Bild: W.D.Roth)

Im Praxistest wollte zudem ab und zu einmal das falsche Stück anlaufen, und es ist entgegen den Bedienhinweisen in der Anleitung auch nicht möglich, das Lieblingsstück auf dem iPod als Favorit zu markieren und dann automatisch abspielen zu lassen: sobald der iPod das erste Mal nicht angeschlossen ist, geht diese Zuordnung verloren und kann dann auch nicht wiederhergestellt werden!

Versucht man es mit einem zweiten Stück, so erhält man entweder die Anzeige, daß dieser Favorit bereits gespeichert sei, oder aber die Mitteilung, dass Dateien auf Wechseldatenträgern nicht als Favoriten programmiert werden können, was offensichtlich der Grund für das Versagen der Funktion ist.

Wer keinen iPod hat, muss mit dem NOXON iRadio for iPod übrigens nicht verzweifeln: an ihn können auch normale USB-Sticks angeschlossen werden, die mit MP3-Stücken bespielt sind.

NOXON iRadio for iPod Zubehör
Mitgeliefertes Beiwerk: Anleitung, Software, Fernbedienung, Batterien, Netzteil, UKW-Antenne, WLAN-Antenne (Bild: W.D.Roth)

Und obwohl der NOXON iRadio for iPod gar nicht dafür beworben wird, enthält auch er zwei Weckzeiten und einer Schlummerfunktion. Bei bestehender Internetverbindung wird die Uhr auf Knopfdruck automatisch gestellt, ansonsten muss dies manuell geschehen. Pufferbatterien können nicht eingebaut werden, allerdings dürfte das Gerät auch zu groß sein, um es auf eine Reise mitzunehmen.

Insgesamt ist das Terratec NOXON iRadio for iPod von guter Qualität, hat allerdings auch einen stolzen Preis: 300 Euro, soviel kostete früher eine ganze Stereoanlage, heute kriegt man gerade mal einen iPod oder diese Dockingstation dafür.

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4 Kommentare

  1. Joerg
    schrieb am 25. April 2008 um 19:24 Uhr (#)

    So langsam wird der Markt der Wlan Internetradios etwas unübersichtlich, wie wärs mal mit einem Special?

  2. oluv
    schrieb am 17. Juli 2008 um 12:23 Uhr (#)

    interessanter test und interessantes gerät, mir fehlen jedoch einige wichtige angaben, vor allem zum klang. kann sich der klang von dem iradio mit dem eines tivoli one messen? der tivoli klingt nämlich doch sehr ansprechend und dürfte nicht viel grösser sein als dieses teil. dafür fehlt ihm all der andere schnickschnack, er spielt eben nur ukw oder aux-in.
    dass es mono ist, hat mich hingegen nie gestört. denn bei der grösse einen stereolautsprecher zu verbauen wäre reinste verschwendung.

    was mir auch fehlt wären informationen zu weckmöglichkeiten. kann das teil auch mit musik vom ipod wecken, bzw mit internet-radio? ich weiss dass das alte modell es nicht konnte.

    auch mehr informationen zur unpn anbindung wären interessant. wie kann ich von dem gerät auf meine musikbibliothek zugreifen, die ich auf einer netzwerkplatte abgelegt habe. geht das überhaupt?

    der preis ist natürlich happig, aber wer weiss wie es in einiger zeit aussehen wird, dann könnte man im abverkauf sicherlich eines fürs schlafzimmer ergattern.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 17. Juli 2008 um 12:33 Uhr (#)

    @oluv: Nun, der Tivoli klingt sicher noch etwas besser. Beantworten kann ich es Dir allerdings nicht wirklich, da ich keinen Tivoli One zum Vergleich habe.

    Mit iPod kann es wecken, aber halt immer nur mit Titel 1 der gesamten Playlist. Das ist nicht besonders prickelnd.

    Internetradio habe ich diesmal nicht getestet; Upnp wurde bereits früher getestet, dazu muß ein Upnp-Server laufen auf dem PC und nichts wie Zonealarm & Co., dann geht das. Ich fürchte aber, auch da wird es schwierig mit dem Wecken durch einen definierten Titel. Doch auch da würde der Titel ja nach ein paar Tagen öde…

  4. Peer
    schrieb am 11. August 2009 um 13:39 Uhr (#)

    Hm, für mich ist die Mitelwelle nach wie vor extrem interessant! Schade, dass die fehlt.

    BBC World Service auf 648 kHz ist nämlich Pflicht-Programm!

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