Digital Footprint:
45 Gigabyte pro Mensch

Kurt Haupt, 12. März 2008 14:22 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Wie viel Daten gibt es auf der Welt? Nicht 42, sondern 281 Exabyte lautet die die Bilanz Ende 2007, wenn der Speichersystemherstellers EMC richtig gezählt hat. Das ist eine Zahl mit 18 Nullen. Täglich kommt noch was dazu, wie der Life-Ticker auf der Homepage von Digital Universe zeigt.

EMC Daten Ticker
So viel Bytes wurden laut EMC dieses Jahr bereits “produziert”.

EMC hat eine entsprechende Studie verfassen lassen, die noch viele weitere spannende Werte zutage fördert. So soll der digitale Fussabdruck für jeden einzelnen Menschen inzwischen 45 Gigabyte gross sein.

Für das rasende Wachstum sind vor allem digitale Fotos und Videos verantwortlich. Doch auch sogenannte Schattendaten wachsen permanent an.

Dazu zählen Informationen, die bei der Nutzung der Kreditkarte, bei der Protokollierung von Google-Abfragen, der Überwachung von E-Mails und anderen Kontrollmassnahmen entstehen. Neben der Menge steigt aber auch die Anzahl der Datenformate exponentiell, zu Handy und Kameras kommen RFID-Chips und unzählige Datensensoren.

Die Studie rechnet damit, dass “bis 2011 sämtliche Informationen in mehr als 20 Quadrillionen - 20 Millionen Milliarden - solcher Formate oder Datencontainer stecken”.

EMC Studie Digitaler Schatten
Unser “digitaler Schatten” wächst ständig: (Bild: EMC)

Auch weitere Angaben der Studie stimmen nachdenklich. So kommt die Studie laut einer Zusammenfassung von EMC zu folgenden Schlüssen:

Digitale Überwachung:

Die Verkaufszahlen digitaler, vernetzter Überwachungskameras verdoppeln sich jährlich.

Branchenanteile am digitalen Universum:

Was einzelne Branchen zum Informationsboom beitragen, hat nichts mit ihrem Bruttoinlandsprodukt oder den IT-Ausgaben zu tun. So hat die Finanzbranche zwar einen Anteil von 20 Prozent an den weltweiten IT-Ausgaben, aber nur sechs Prozent Anteil am digitalen Informationsbestand. 2011 werden die Medien-, Unterhaltungs- und Kommunikationsbranche zusammen zehnmal so viele Informationen produzieren wie ihr Anteil an der Weltwirtschaft betragen wird.

Elektronikschrott:

Der Elektromüllberg wird jährlich auf mehr als eine Milliarde Einheiten anwachsen - vornehmlich Handys aber auch PDAs und PCs. Mit dem Übergang zum digitalen Fernsehen werden immer mehr analoge Geräte, überflüssige Set-Top-Boxen und DVD-Spieler auf dem elektronischen Schrotthaufen entsorgt, der sich bis 2011 verdoppelt.

Steigender Energieverbrauch:

Lag der Stromverbrauch eines Servers 2000 noch bei einem Kilowatt (KW), beträgt er heute fast zehn KW. Unternehmen, die heute neue Rechenzentren bauen, planen 20 KW pro Rack ein.

Die komplette Studie kann kostenlos bei EMC bezogen werden. Ferner gibt es ein spezielles Blog zum Thema. Wer seinen persönlichen digitalen Fussabdruck berechnen will, erhält das passende Tool kostenlos.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Martin Hiegl

    schrieb am 12. März 2008 um 19:56 Uhr (#)

    Der Energieverbrauch ist nicht korrekt und lässt sich vor allem nicht so einfach festsetzen, da es vielerelei Server gibt. Nimm zum Beispiel Blades, welche erheblich weniger verbrauchen - das sind vollwertige Server. Bei anständigen Clusterknoten (1U, Dual Socket, Quadcore) von HPC-Installationen kann man heute mit 350 bis 400 Watt Leistungsaufnahme rechnen - ich hab auch schon weniger gesehen.

    Knürr Kühlracks kühlen zwischen 12 und 35kW weg - man rechnet mit 100% Umsetzung der Stromaufnahme in Wärme. Bei einem üblichen Knürr 42U-Schrank mit 25kW Kühlleistung, kann man mit einfacher Division den Maximalbedarf der Server berechnen. Für 1U-Server gerade mal knapp unter 600W.

    Die Tendenz der Serverentwicklung geht eher in die Senkung des Energiebedarfs.

  2. Martin Hiegl

    schrieb am 12. März 2008 um 20:01 Uhr (#)

    Ok, hab in der Studie nochmal nachgeschaut - die Sprechen davon, dass ein ganzes Rack voll mit Servern früher 1kW und heute 10kW benötigt.
    Das passt schon eher, aber wie gesagt, gibt es da viele Variablen und die Leistungssteigerung des selben Racks voll mit Servern sollte man auch mit einbeziehen, um herauszufinden, dass es sich hier um nichts schlimmes handelt, sondern nur um einen Punkt der beim Erwerb von Servern und beim bau von RZs berücksichtigt werden muss.


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