Kartenschwein:
Sparschwein 2.0
Das erste eigene Geld landet traditionell im Porzellanschwein. Ganz technisch soll in der Zukunft die Tradition weichen und die Verwandten können direkt per Kreditkarte am Schwein bezahlen.

Ich kann mich noch ganz genau erinnern: Emma hieß meine angetraute übergroße Porzellan-Sau, dir mir einige Jahre die Treue gehalten hat und Mark um Mark geräuschvoll verschlang. Den bitteren Moment des Schlachtens hatte ich erfolgreich verdrängt, bis die rosa Scherben im Mülleimer zum Vorschein kamen. Genau diese schmerzlichen Erlebnisse sollen bald den modernen Kindern erspart werden. Anstatt Münzen und Scheine dem Kleinen in die Hand zu drücken, genügt bald ein Griff zur Kreditkarte.
Das für den Henkel Design Award nominierte Schweinderl hat es in sich. Der ursprüngliche Raum für das Geld wird komplett von der Kreditkarten-Elektronik belegt. Das mit Akku und Bluetooth ausgestattete Kreditkarten-Terminal mit Schwein-Fassade kann bequem mobil durch die zahlungsbereite Verwandtschaft gereicht werden. Pro Einstecken wir ein zuvor per Software festgelegter Betrag der Kreditkarte belastet und dem definierten Konto gutgeschrieben. Auch für die öffentliche Spende sei das Schwein laut Entwickler bestens geeignet.

Ich weiß nicht recht. Hört sich sicherlich alles sehr spannend und innovativ an, doch welches Problem wird hier angegangen? Für mich wirkt alles sehr steril und ohne die typische Atmosphäre des Geldeinwerfens. Und hoffen wir bloß - falls das kleine Gerät überhaupt jemals gebaut wird - auf eine gute Software, sonst stellt der Sohnemann den Betrag in astronomische Höhen…
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1 Kommentar zu diesem Artikel
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Marc
bei dem Beispiel Sohnemann, bleibt es ja dann in der Familie - also nicht ganz so schlimm ;-))