General Mobile DST 11 im Test:
Sparen mit zwei SIM-Karten

Kurt Haupt, 16. Februar 2008 08:34 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Das General Mobile DST 11 ist eines der wenigen Handy-Modelle, das gleichzeitig mit zwei SIM-Karten zurechtkommt. Man hat also Privates und Geschäftliches sauber getrennt. Oder man ruft über einen Billiganbieter andere an und ist unter seinem bisherigen aber teuren Handyanbieter weiterhin erreichbar. Wer das Dual-SIM-Gerät gar in den Urlaub mitnimmt, entlastet damit einfach seine Ferienkasse.

Zwei Simkarten im handy: Meneral Mobile DST 11
Das DST 11 schluckt zwei SIM-Karten. (Bild: General Mobile)

“Warum gibt es eigentlich kein Handy, das gleichzeitig mit zwei Nummern zurecht kommt?”, fragen sich Gestresste und Sparer. “Weil es die Provider nicht wollen”, lautet die unbeliebte aber ehrliche Antwort. Doch inzwischen haben Nischenhersteller den Schritt zu Dual-SIM-Handys gewagt. In der Praxis funktioniert das erstaunlich problemlos.

zwei Simkarten in einem Handy General MobileZwei Simkarten im Handy: general Mobile DST 11
Das DST 11 ist in Schwarz und Weiss erhätlich. (Bild: General Mobile)

Äusserlich ist dem DST 11 von General Mobile seine innere Schizophrenie der beiden Simkarten nicht anzusehen. Beim Auspacken wundert man sich zwar, warum der Hersteller zwei Akkus beipackt, das ist aber einfach eine nette Geste und hat nichts mit der Dual-SIM-Technik zu tun.

zwei Simkarten in einem handy:General Mobile DST11
Das DST 11 schluckt zwei SIM-Karten. (Bild: General Mobile)

Das doppelte Simchen offenbart sich einem dann beim Inspizieren des Akku-Fachs. Dort warten nämlich zwei übliche SIM-Halterungen auf die passenden Karten. Für meinen Test fummelte ich sowohl ein Kärtchen von Swisscom als auch eines von Orange in das DST 11.

Nach dem Einschalten dauerte es ganze 30 Sekunden, bis am oberen linken Bildschirmrand zwei kleine Balken die Empfangsstärke der beiden Anbieter anzeigte. Und auf dem Display wurde brav Swisscom als die Nummer 1 und Orange als die Nummer 2 identifiziert. Das die Reihenfolge mit der helvetischen Marktstärke übereinstimmt, ist aber Zufall.

Simpel telefonieren - kompliziert makeln

Telefonieren mit dem DST ist dann so simpel wie gewohnt. Slider aufschieben, Nummer eintippen und dann mittels Taste 1 oder 2 die Verbindung über die entsprechende SIM-Karte aufbauen. Für dieses idiotensichere Verfahren gebührt dem Hersteller ein Lob. Es ist so praktisch ausgeschlossen, dass man versehentlich über die falsche Nummer telefoniert.

General Mobile DST11: Telefonieren auf zwei Simkarten
Dank je einem Knopf pro SIM-Karte ist die Bedienung simpel. (Bild: General Mobile)

Man kann jederzeit auf einer der beiden Nummern angerufen werden. Spricht man auf einer Nummer und wird auf der zweiten angerufen, wird das im Display und einem akustischen Signal angezeigt. Wer sich traut, kann das erste Gespräch parkieren, den zweiten Anrufer abwimmeln und dann zum ersten zurückkehren. Diese als “Makeln” bezeichnete Funktion ist ebenfalls recht einfach implementiert.

Wer sich wirklich stressen will, kann auf jeder SIM-Karte zwei Gespräche annehmen und dann zwischen insgesamt vier Teilnehmern makeln. Sowas würde ich natürlich nie testen.

Es ist allerdings nicht möglich, zwei Anrufer auf verschiedenen SIM-Karten direkt zu einer Konferenzschaltung zu verbinden: Für Konferenzschaltungen kann man nur die üblichen Funktionen der Provider verwenden.

Kein Klingelton pro Nummer

Während der ersten halben Stunde waren wir vom DST 11 begeistert. Zwar dürfte das Farbdisplay eine bessere Auflösung haben, und die Fotoqualität der integrierten 1,3-Megapixel-Kamera verschweigen wir höflich. Aber als reines Telefon muss sich General Mobile nicht einmal vor der Konkurrenz aus dem hohen Norden verstecken.

Dann zeigten sich aber doch noch gewisse Schwächen: Ich hätte beispielsweise gerne den Klingelton für die beiden Nummern unterschiedlich programmiert. Oder festgelegt, dass die Geschäftsnummer laut klingeln, Privatanrufe aber nur vibrieren dürfen. Vergeblich sucht man auch unterschiedliche Ruftöne für verschiedene Nummern aus dem Adressbuch. Hier dürfte also die Software noch dazulernen.

Gefallen hat uns, dass man die beiden SIM-Karten wahlweise aktivieren kann oder diese Entscheidung bei jedem Einschalten des Telefones fällen kann. In der Freizeit kann man so die Geschäftsnummer einfach vollständig deaktivieren.
Beim SMS-Verkehr trennt das DST 11 sauber die beiden Anschlüsse. Sogar der SMS-Zähler wird für beide Nummern getrennt geführt.

Weniger flexibel ist der Umgang mit dem Internetzugang. Hier kann lediglich die 1. SIM-Karte verwendet werden.
Daneben verbergen sich im Menü des DST 11 noch unzählige Nützlichkeiten und Zeitvertrödler. Das reicht von einer Agenda über eine Stoppuhr bis zum Menstruationszyklusrechner. Erfreulich ist, dass das DST 11 auch ausgeschaltet als Wecker arbeitet.

Bluetooth, UMTS und WLAN fehlen

Das mitgelieferte Headset ist Mittelklasse. Beim Einstecken wird automatisch das entsprechende Profil aktiviert. Da das DST 11 nicht über Bluetooth-Funk verfügt, kann man das Headset nicht ersetzen.

Vermisst habe ich bei den Funktechniken natürlich auch WLAN.
Wird das DST 11 per USB-Kabel mit dem PC verbunden, meldet es sich als Datenspeicher und als serielles Gerät. Mit der ersten Variante lassen sich einfach Bilder und Musik auf die MicroSD-Speicherkarte transferieren. Will man allerdings Zugriff auf Telefonbuch und Terminverwaltung, muss die PhoneSuite von der Internetseite von General Mobile heruntergeladen und installiert werden.

General Mobile Phone Manger
Die PC-Software ist rudimentär und kennt keinen Outlook-Abgleich.

Das Programm erinnert aber an die Handy-Steinzeit. Direkte Synchronisation mit Outlook sucht man vergeblich. Selbst der Import aus CSV-Dateien ist ein Copy-Paste-Prozedere. Eigentlich lässt sich die Software nur nutzen, um die Handy-Daten auf dem PC zu sichern oder flüchtig eingetippte Nummern mit richtigen Angaben zu ergänzen.

Clever, aber teuer

Fazit: Das DST 11 ist ein Telefon zum Telefonieren. Bei den Zusatzfunktionen wie Adress- und Terminverwaltung enttäuscht es, und auch als Internetsurfbrett taugt es kaum. Die Akkulaufzeit von 220 Stunden Stand-by und 220 Minuten Plauderei sind im Mittelfeld und können durch den mitgelieferten Zweitakku verdoppelt werden. Positiv aufgefallen ist das Gewicht von nur 80 Gramm, trotz Doppel-SIM. Wer auf UMTS, Bluetooth, WLAN und Outlook verzichten kann, erhält mit dem DST 11 ein cleveres, aber ziemlich teures Telefon.

Das DST 11 hat einen empfohlenen Verkaufspreis von 399 Euro. In der Schweiz ist es für 609 Franken zu haben. Das Testgerät wurde von Brack Electronics zur Verfügung gestellt.

Weitere technische Daten laut Hersteller:

  • Gewicht/Maße: 80 g inkl. Akku, 98 x 49 x 17.9 mm
  • Unterstützte Netze: Das Dual-SIM-Handy verfügt über zwei unabhängig voneinander operierende Sende- und Empfangseinrichtungen. GSM 900/1800
  • Display: TFT-Display mit 262000 Farben und 5,1 cm Displaydiagonale (2.0 Zoll)
  • Digitalkamera: 1.3 Mega-Pixel Digitalkamera mit 4-fachem Digitalzoom, Videokamera-Funktion und Video-Player
  • Mitteilungsdienste: SMS, MMS (Versand von Bildern, Audios oder Videos an kompatibele Geräte), E-mail
  • Anrufverwaltung: Integrierte Freisprechfunktion, Anrufaufnahme-Funktion
  • Multimedia: Audio-Player (Unterstützte Formate: MP3, MIdI, AAC, AAC+ und WMA), MP3 Kligeltöne, Video Klingeltöne, echter Töne und MIDI Klingeltöne
  • Video-Player: (Unterstützte Formate: MPEG4, 3GP)
    Animierte Bildschirmschoner und Hintergrundbilder
  • Foto Studio
  • Sprachaufzeichnung
  • Toneditor
  • Speicherfunktionen: Micro SD-Karte, USB-Datenträgerfunktion
  • Datentransfer: Datentransfer mit USB-Kabel
  • Organizer: Kalender, Aufgabenliste, Notizen, Wecker
    Countdown-Zähler (normal und Intervall-basiert)
  • Zusatzprogramme: BMI (Körper-Massen-Index), Menstruationsrechner
  • Betriebszeiten: Maximale Stand-by-Zeit bis zu 220 Stunden, maximale Gesprächszeit bis zu 220 Minuten
  • Lieferumfang: General Mobile DST 11 Handy, 2x Li-ion Batterie 950 mAh, Tischladegerät für den zweiten Akku, Stereokopfhöhrer, 1GB Micro-SD Karte mit SD-Adapter, Netzteil 110/230 V AC, Auto-Ladegerät 12/24 V DC, 1x USB-Datenkabel, Handbuch Deutsch-Türkisch

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Auriana

    schrieb am 20. März 2008 um 22:46 Uhr (#)

    Das Preis/Leistungsverhältnis stimmt absolut nicht, das Headset ist nicht mittelmäßig, sondern grottenschlecht, die Lautsprecherfunktion verursacht Ohrenkrebs und die Qualität beim telefonieren ist in 3/4 aller Telefonate miserabel. Zudem sind die Eingabehilfen*räusper* für SMS unterirdisch, da ist man schneller beim altbekannten Eingabesystem.

    Ich versuch das Teil so schnell wie möglich wieder los zu werden und lauf lieber wieder mit 2 tauglichen Handys rum !!!!


2 Trackbacks

  1. Nur ein Blog
    (16. Februar 2008 23:25)
  2. Netzbürger Brenrhad
    (17. Februar 2008 16:48)

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