Testbericht Nokia E61i II/IV:
System, Performance und mitgelieferte Software
Das Nokia E61i ist der Nachfolger des beliebten Business-Modells E61. Der Druck, dem gerade in Geschäftskreisen sehr erfolgreichen Vorgänger noch eins drauf zu setzen, war daher sehr hoch. Im zweiten Teil überprüfen wir, wie sich das System im Alltag bewährt, ob die Performance stimmt und testen natürlich die mitgelieferte Software auf Herz und Nieren.

Nokiatypisches Hauptmenü auf Symbian (Mac OS X Theme)
Das Betriebssystem
Das Betriebssystem ist Symbian, wie bei immer mehr “höherwertigen” Telefonen von Nokia. Symbian wird für seine Stabilität und Einfachheit gelobt, aber kann es auch im Alltag im Business-Smartphone E61i überzeugen? Die Antwort lautet ja, aber mit einigen Einschränkungen.
Fangen wir von vorne an: Nach dem Einschalten wird man durch die üblichen Datumseinstellungen geführt, gefolgt von einem Installationsassistenten, welcher auch direkt die Daten für eine Onlineverbindung parat hat (in meinem Fall Simyo=E Plus) und sich um die Einrichtung eines E-Mail-Accounts kümmert. Hier muss man kein Technikfanatiker sein, es reichen grundlegende Kenntnisse, um das Telefon auf den Status “up and running” zu bekommen. Alternativ kann man über das Programm “Transfer” auch per Bluetooth oder Infrarot alle relevanten Daten zwischen zwei Nokia-Telefonen austauschen. Im Anschluss daran wird man vom “Aktiven Standby” begrüßt, dazu genaueres später.
Die Bedienung ist wie bei Nokia typisch sehr einfach gestaltet: große Symbole verraten auf Anhieb, was sich dahinter verbirgt. Menüpunkte wie “Kontakte”, “Kalender” oder “Office” machen den Einstieg zunächst leicht, aber was ist schon ein vorkonfiguriertes Telefon für einen Technikliebhaber? Genau, wir müssen in die Tiefe der Einstellungen, die Programme wollen angepasst werden, und am besten natürlich ohne Anleitung. Und gerade hier lässt es einem das Herz höher schlagen, denn die Einstellungsmöglichkeiten stehen denen eines Borg-Kubus nur wenig nach.
Zunächst gilt es, den aktiven Standby zu konfigurieren. Hier kann man einstellen, welche Programme ihre Daten auf dem “Home Screen” präsentieren dürfen. In meinem Fall sind es die nächsten Kalenderereignisse, neueste E-Mails, Aufgaben, die WLAN-Suche und wenn benötigt auch der Media-Player. Um den Reigen zu vervollständigen, suchen wir uns noch bis zu sieben Programmshortcuts aus, welche über den eben genannten Einstellungen thronen und den schnellen Zugriff auf benötigte Programme zulassen. Als letzte Einstellungen habe ich die analoge Uhr auf eine digitale Anzeige umgestellt und noch die Belegung der Softkeys geändert (Kamera und Notizen).
Besonders die komplexen Einstellungemöglichkeiten auf Level 3+ der Menüs lassen wirklich jedes kleine Verhalten des Smartphones einstellen, gerade für Business-User gibt es zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Diese Einstellungen konnte ich zwar nicht nutzen, aber die IT-Abteilung eines mittelgroßen Unternehmens wird sich sicherlich freuen, so etwas vorzufinden. Selbst nach wochenlanger Nutzung kann man immer noch bisher unbekannte Einstellungen entdecken.
Das System ist also wirklich sehr, sehr komplex, aber einmal eingestellt, kann man sich zurücklehnen und einfach nur User sein. Alles wird einem “zugearbeitet” und nach der doch etwas umfangreichen Einstellungsprozedur hat man ein Smartphone in den Händen, was ab diesem Zeitpunkt wirklich “smart” agiert.
Die Performance
Die generelle Performance ist mehr als alltagstauglich und benutzbar. Schade nur, dass Nokia dem E61i so wenig RAM spendiert hat. Hier ist eindeutig der Flaschenhals, wenn man mehrere Programm gleichzeitig geöffnet hat. Dank des großen Bildschirms kann man wirklich Multitasking betreiben, nur wird dieses durch ständiges “Bitte schließen Sie Programme…Arbeitsspeicher” unnötig unterbrochen. Auch der integrierte Flashspeicher könnte einen kleinen Geschwindigkeitsschub vertragen, entsteht doch vom Klicken auf ein Programm hin zum Start eine merkliche Verzögerung. Bei “kleinen” Programmen wie dem Adressbuch oder den Notizen stört das nicht weiter, aber bei einer prall gefüllten Mailbox oder einem etwas größeren Programm kann es schon mal ein paar Sekunden dauern. Die Overall-Performance beurteile ich jedoch als gut, denn das System neigt nur sehr, sehr selten zu Abstürzen, vergisst keine Einstellungen und lässt einen nur bei einem längeren Programmladevorgangs fragend die Augenbraue rümpfen.
Aktiver Standby
Zwar schon kurz erwähnt, verdient der aktive Standby bei diesem Gerät eine besondere Bedeutung. Dank des großen Displays lassen sich alle für den User relevanten Daten, einmal konfiguriert, kompakt und übersichtlich darstellen. Für mich ein deutliches Plus gegenüber “normalen” Telefonen, bei denen ausser dem Hintergrundbild und der Uhr keine relevanten Funktionen angezeigt werden und man erst nach einigen Klicks schlauer ist.

Übersicht dank frei konfigurierbarer Anzeigen
Besonders praktisch: Ist der “Bildschirmschoner” an, also die Hintergrundbeleuchtung ausgeschaltet, der aktive Standby ausgeschaltet und nur noch ein grauer Bildschirm mit einer blauen Datumszeile und der aktuellen Uhrzeit zu sehen, werden mit Hilfe kleiner, leicht verständlicher Symbole eingegangene E-Mails, entgangene Anrufe etc. dargestellt. Drückt man daraufhin eine Taste, ohne jedoch die Tastensperre zu lösen, erscheint wieder der gewohnte aktive Standby. Zwar ohne Hintergrundbeleuchtung, aber stets up to date und auch in normalem Tageslicht gut ablesbar. Klingt nicht besonders spannend, aber im Alltag erspart es oft Zeit, da keine Tastensperre gelöst werden muss und man mit einem Blick alle relevanten Daten aus der Tasche zieht.
Blackberrys der Firma RIM beherrschen den Markt für Business-Smartphones mit Push-E-Mail-Funktionalität. Wer das E61i nur von weitem sieht, dem wird klar, dass hier ein Konkurrent zur äusserst beliebten “Brombeere” positioniert wurde. Dabei kann sich das Nokia mit allen gängigen E-Mail-Servies verbinden. Angefangen mit dem am meisten genutzten, aber leider noch nicht in Rente gegangenen POP3-Protokoll, über IMAP, Nokias Intellisync, Microsofts Mail for Exchange, hin zu Blackberry selbst. Egal welche Lösung also privat oder im Unternehmen benutzt wird, man ist gewappnet.

E-Mail Inbox und das Verfassen einer neuen E-Mail
Ich habe mein privates E-Mail-Konto über 1&1 per IMAP konfiguriert. Das geht dank zahlreicher Optionen schnell von der Hand und lässt wenige Wünsche offen. Die wichtigste Option für den mobilen Menschen von Welt ist dabei wohl die Frage nach dem Abrufintervall. Dieser E-Mailabruf kann etnweder manuell geschehen, in einem Zeitintervall (z.B. von 8.00 Uhr morgens bis 22.00 Uhr abends) oder auch komplett durchgängig. Gepaart mit den bereits erwähnten Zuganspunktgruppen lässt sich somit auch die finanzielle Belastung durch den Abruf über das Handynetz realtiv gut steuern. In meinem Fall habe ich alle meine bekannten WLANs in eine Zugangspunktgruppe gelistet. Sollte ich doch mal ausserhalb der Reichweite eines Access-Points sein, lässt sich mit wenigen Klicks der Empfang über das Mobilfunknetz einstellen, sehr praktisch.
Der Abruf selbst funktioniert reibungslos und sehr zuverlässig. Meist kommt eine E-Mail sogar einige Sekunden auf dem E61i an, bevor sie in Mac OS X Mail erscheint. Dank des aktiven Standbys werden die neuesten zwei E-Mails immer angezeigt. Dabei lässt sich an Hand des kleinen Brief-Icons bestimmen, ob die Mail ungelesen, gelesen oder gelesen aber nicht downgeloadet wurde (z.B. wenn man sie bereits am PC gelesen hat).
Ein praktisches und gerade im mobilen Betrieb sinnvolles Feature ist der automatische Kopfzeilenabruf: Wird eine E-Mail empfangen, werden zunächst nur der Empfänger und die Betreffzeile geladen; will man den Text lesen, klickt man auf die E-Mail und der Rest wird geladen. Sind Anhänge vorhanden, können diese auch extra geladen werden. Anhänge in gängigen Formaten wie PDF, DOC, PPT etc. können direkt dank der mitgelieferten Programme betrachtet werden.
Die E-Mailfunktionen sind also von Haus aus für den Privat-und Businessalltag gerüstet. Dank des zuverlässigen Empfangs hat sich das Smartphone für mich sogar zu einer praktischen “E-Mail-Station” entwickelt: Morgens schnell einen Blick auf das Handy ohne das (dann doch sehr, sehr helle) Notebook aufzuklappen oder parallel zur Arbeit am Notebook ein Blick auf den aktiven Standby, anstatt sich selbst abzulenken und ins Mailprogramm zu wechseln – sehr praktisch im Alltag.
Einziges Manko: In der Mailboxübersicht könnte der Font ein wenig kleiner sein, in der Einzelansicht muss er kleiner sein. Lange E-Mails sind mitunter doch sehr konzentriert zu lesen; würden hier mehr Informationen auf den gleichen Raum angezeigt werden, wäre es einfacher. Außerdem eine wirkliche “Pain in the Ass” ist die Tatsache, dass alle in einer E-Mail angeklickten Links nicht im normalen Webbrowser, sondern im WAP-Browser geöffnet werden und somit quasi unbrauchbar werden. Es bleibt entweder leidiges zwischen den Applikationen hin-und herspringen und abtippen, oder Copy/Paste, was aber nicht immer wie gewünscht funktioniert. Sechs, setzen. Weiterhin werden die gesendeten E-Mails nicht in den “Ausgang” des Postfaches gesynct, was zwar meist nicht sonderlich schlimm ist, aber für ein vollwertiges E-Mailprogramm einfach dazu gehört.
Mitgelieferte Software
Hier geizt Nokia nicht, schliesslich sind die angepeilten Business-Kunden oft wählerisch und müssen immer ein “mobiles Büro” dabei haben. Der E61-Nachfolger trumpft dabei aber nicht nur mit Office-Funktionen auf, sondern bietet bereits mit der mitgelieferten Software ein ordentliches Multimedia-Paket. Hier nun eine Übersicht der mitgelieferten Software:
Kontakte
Auch wenn die Internet-und Multimediafunktionen immer mehr an Bedeutung bewinnen, ein gutes Adressbuch ist im mobilen Alltag unverzichtbar. Das von Nokia mitgelieferte Adressbuch mit dem Namen “Kontakte” ermöglicht es zu jedem Kontakt nahezu unendliche Zusatzinformationen hinzuzufügen. In der Gesamtübersicht wird beim Scrollen das Bild des Kontakts (wenn vorhanden) angezeigt, ein weitere Klick bringt den User zu den einzelnen Personeninformationen. Werden im Root-Level des Adressbuchs ein oder mehrere Buchstaben eingegeben, filtert es automatisch die in Frage kommenden Kontakte heraus. Ob Vor- oder Nachname ist dem Telefon dabei egal. Nichts Überraschendes oder komplett Neues also, aber dafür genau das, was man erwartet.
Protokoll
Die sich hinter dem doch etwas mysteriös anmutenden Namen “Protokoll” verbergende Funktion ist schlichtweg eine Protokollierung aller Sprach und Datenverbindungen. Dabei lassen sich alle zu einem Anruf relevanten Daten wie Anrufdauer, Anrufzeit etc. anzeigen. Ebenso natürlich eingegangene und verpasste Anrufe. Auch versteckt sich hier ein Paketdatenzähler und eine Übersicht der verwendeten WLAN-Zugangspunkte.
Internet
Diese vom Namen doch eher unglücklich gewählte Punkt im Menü verspricht weder FTP, Telnet oder IRC-Fähigkeiten, sondern öffnet lediglich den Browser. Dieser ist aber hervorragend! Der auf der Webkit-Engine aufsetzende Browser ist unterm Strich nichts anderes als der von Apple etnwickelt und von vielen geschätzte “Safari”-Browser samt Feedreader, aber ohne Flash-Funktionalität. Einmal geöffnet, kann man im “Home Screen” des Browsers entweder seine abonnierten Feeds ansehen, auf Bookmarkordner zurückgreifen oder natürlich eine URL eingeben. Die Seiten werden dabei zu 95% so dargestellt, wie man es auch vom Desktop gewohnt ist. Lediglich Seiten, die massiv Flash benutzen, kann man dabei wegen fehlender Flash-Funktionalität nicht nutzen.
Startseite des mitgelieferten Browsers, neuerdings.com mit auf kleinste Zoomstufe gestellten Bildern, grafische History und Mini-Übersicht
Einige Seiten wie MyVideo bieten dabei aber ein per Real-Player abspielbares Format an. Das Laden erfolgt dabei sehr fix, zwar nicht mit einem ausgewachsenen Rechner vergleichbar, aber wirklich gut zu gebrauchen. Besonders per WLAN macht das mobile Surfen Spaß. Natürlich kann man Seiten “on the fly” Bookmarken und andere Browserrelevante Dinge tun; besonders praktisch hat sich aber die Funktion erwiesen, Schrift und Bilder zu vergrößern bzw. zu verkleinern.
In meinem Fall habe ich die kleinste Darstellungsmöglichkeit für Bilder gewählt, wodurch Seiten wie neuerdings.com wesentlich übersichtlicher erscheinen als in der Pixelgenauen Darstellung auf dem Handydisplay. Würde der Browser diese Einstellungen auch dauerhaft speichern, ein Traum. Tut er aber nicht, daher sollte nachgebessert werden.
Ein weiteres Hightlight des Browsers ist die “History”-Funktion. Während man im Desktopbrowser lediglich auf die Vor-und Zurückknöpfe drückt, bekommt man hier eine schöne, fast an das von den iPods bekannte “Cover Flow” angelehnte Darstellung der besuchten Seiten im Miniaturformat. Das Beste: Der Wechsel zwischen den besuchten Seiten geschieht animiert und lässt einen gewissen Coolness-Faktor entstehen. Dadurch lässt sich besonders bei längeren Surf-Sessions der Überblick bewahren und im Mobilfunkbetrieb Kosten sparen.
Ebenso so nützlich wie grafisch “cool” kommt bei längerem Scrollen eine “Mini-Übersicht” der Website, welche einen schnellen und gesamtheitlichen Überblick über die komplette Website bieten und per roten Kästchen anzeigt, wo man sich gerade befindet. Auch hier wurde mitgedacht, allerdings könnte die Anzeige ein wenig schneller erscheinen und auch einen Tacken länger stehenbleiben.
Alles in allem also ein auch dank dem großen Screen sehr brauchbarer Browser, bei dem man im Vergleich zu sonstigen mobilen “Konkurrenten” nur wenig Abstriche machen muss. Zwar stürzt der Browser von Zeit zu Zeit ab, aber damit lässt sich in der Regel leben, ist man doch schnell wieder auf der Seite, aber der man angefangen hat.
Kalender
Monatsansicht und neuer Termin (im Mac OS X Theme)
Was im aktiven Standby in aller Kürze dargestellt wird, kann hier nach Lust und Laune editiert und angesehen werde: Termine! Dabei sind die bekannten Standardansichten (Tag, Woche, Monat, Aufgaben) ebenso vorhanden, wie die einfache und schnelle Möglichkeit einen neuen Termin hinzuzufügen. Einzige Einschränkung: Man muss auswählen, ob der Termin entweder eine Besprechung, eine Notiz, ein Geburtstag bzw. Jahrestag oder eine Aufgabe ist. Leider lassen sich Termine auch nicht mit Personen aus den Kontakten in Verbindung bringen oder Dateien o.ä. anhängen, da bleibt der Blackberry weiterhin unangefochtener Terminkönig.
Mitteilungen
Mailboxübersicht mit verbundenem Email Postfach (der keine schwarze Blitz neben “1und1″, weiter unten sind noch Ordner für gesendete Mail,SMS etc.
Hier kommt alles zusammen, was an Text-und Multimediabasierten Mittelungen das Handy empfängt oder verlässt. Also SMS, Emails, geschriebene SMS/MMS und Emails, aber auch per Bluetooth empfangene Dateien. Diese gliedern sich praktisch und mit dem blauen Bluetooth-Symbol versehen in die SMS-Inbox und können nicht nur für empfangene Kontakte/Visitenkarten, sondern auch für MP3s, Bilder oder alle sonstigen, per Bluetooth sendbaren Dateien stehen. Wahrscheinlich kommt hier auch alles an, was man per Infrarot empfangen könnte, aber wie bereits gesagt: Who cares?
Kurzum: Übersichtlich, gut verständliche Symbole und eine logische Benutzerführung. Erneut nichts Neues, aber so, wie es sein soll, und das ist oftmals viel mehr wert als ein überladenes Menü.
Medien
Hier findet sich alles, was das mobile Multimediaherz begehrt und im Alltag braucht. Angefangen mit dem zwar in seinen Funktionen beschränkten, aber durchaus brauchbaren “Player” getauften Musikspieler, über das auch per Hardware-Shortcut erreichbare “Aufnahme” genannte Diktierprogramm, den “Flash-Plr.”, ein separates Programm um Flash-Inhalte wiederzugeben (anscheinend nicht online, sondern nur in Form von Dateien), hin zur “Galerie”, in der die selbstgemachten Fotokunstwerke bestaunt und Sound-und Videoclips ausgewählt werden können. Als letzte Programme stehen hier ein Softwarezugriff auf das Kameraprogramm und auf den WAP-Browser zu Verfügung. Die Probleme mit dem WAP-Browser wurden ja bereits im E-Mail-Absatz besprochen. Das Teil gehört wirklich von Anfang an deinstalliert.
Laden!
Das “Laden!”-Programm ermöglicht den schnellen und meist kostenosen Download nützlicher Programme und eignet sich sehr gut als erste Anlaufstelle
Über das Programm “Laden!” lässt sich sowohl Free- als auch Shareware herunterladen. Die Kataloge werden dabei von Nokia selbst aktualisiert und ermöglichen somit den schnellen und einfachen Zugriff auf zusätzliche Programme, Themes, Spiele und Extras. Ein sehr praktisches Feature, vor allem dann, wenn man das Smartphone neu hat, und nach Software sucht.
Verbindungen
Hier lassen sich alle Schnittstellen zur Aussenwelt steuern. Ob Bluetooth, meine heiß geliebte Infrarotschnittstelle oder auch WLAN, alle Infromationen über den jeweiligen Verbindungstyp lassen sich detailliert einsehen.
Office
Office-Funktionen im Übeblick: Alles was das Herz begehrt
Zwar bietet das E61i viele Multimediafunktionen, jedoch ist und bleibt die Kerzielgruppe des Geräts der anspruchsvolle Business-User. Hier liefert Nokia einiges mit, was den geschäftlichen Alltag erleichtert.
Neben dem bereits erwähnten Notziprogramm, welches im Alltag sehr praktisch daherkommt (besonders per Shortcut via Softkey), gibt es weiterhin die üblichen Verdächtigen wie einen Rechner, einen “Umrechner” für Währungen, Einheiten etc., und natürlich auch die Uhr samt Wecker.
Weiterhin kommt das Telefon mit einer hervorragenden und sehr übersichtlich darstellenden Suchfunktion, bei der alle Dateien auf dem Telefon und der Speicherkarte durchsucht werden und in Kategorien wie “E-Mails”, “Kontakte” usw. dargestellt werden. Ergänzend kann man mit dem Dateimanager durch die Verzeichnisse des Telefons/der Speicherkarte surfen oder sich mit dem Programm “Vorleser” Nachrichten laut vorlesen lassen (bitte vorher auf deutsche Sprache umstellen, dann versteht man das Ganze auch).
Das von anderen Mobiltelefonen bekannte Programm “Quickoffice” bietet für ein Smartphone umfangreiche Office-Funktionen. Quickoffice erlaubt es Word-, Powerpoint- und Exceldateien anzusehen und auch zu bearbeiten. Dies geht dank des großen Displays relativ gut und übersichtlich von der Hand, wobei man trotz der guten Funktionalität doch keinen Ersatz für ein Subnotebook oder gar Desktop Computer hat.
Das Programm “Teams” lässt wie der Name schon sagt Teams zusammenstellen und managen. Gerade für Telefonkonferenzen ein sehr praktisches Tool.
Weiterhin stehen ein Adobe Reader, ein ZIP-Programm und ein Tool zum Bildschirmexport zur Verfügung. Wer auch drahtlos drucken möchte, kann dies mit einem kompatiblen HP-Drucker bewerkstelligen.
Installation von Software
Wie wird Software instaliert? Zunächst einmal wird die Datei per Kabel, Bluetooth oder direkt als Download aus dem Internet auf das Gerät geladen. Danach fragt direkt ein Assistent, ob man die Software installieren möchte. Nach einigen Dialogen samt Lizenzvereinbarung und der anderen, vom Desktop gewohnten Dingen, die man schnell wegklickt, erscheint auch gleich ein Ladebalken und zeigt den Installationsstatus an. Ist dieser am Ende angelangt, findet man das neu installierte Programm im “Installationen”-Ordner. Alles also wirklich benutzerfreundlich und selbst für Laien durchführbar.
Tip: Das Handy verweigert öfter die Installation, da das Zertifikat des zu installierenden Programms nicht vorhanden bzw. nicht mehr gültig ist. Da viele Softwareentwickler jedoch kein Zertifikat vorweisen können, aber trotzdem seriöse und unbedenklich zu installierende Programm schreiben, kann man diese Überprüfung unter den Systemeinstellungen ausschalten.
Hilfe
Ein besonderes Lob verdient die integrierte Hilfe. Da die Software wirklich komplex ist und sich eventuell nicht jedem von vornherein erschliesst, kann entweder aus den meisten Standardprogrammen heraus, oder aber über diesen Menüpunkt auf die integrierte Hilfe zugegriffen werden. Hier findet man entweder nach Themen oder mittels Stickwortsuche nahezu alles, was es zu erfragen gibt. Lob für diese sinnvolle Funktion!
Synchronisation
Die Synchronisation verläuft entweder per Kabel, oder aber per Bluetooth, WLAN ist nicht möglich. Hier verläuft alles wie erwartet, Kontakte und Kalendereinträge werden schnell und zuverlässig zwischen Rechner und dem E61i synchronisiert. In meinem Fall verwende ich einfach das von Apple mitgelieferte “iSync” mittels Bluetooth. Einmal das kleine Symbol in der Statuszeile eingeklickt, geschieht der komplette Vorgang drahtlos und unsichtbar im Hintergrund, sehr praktisch. Dabei fragt iSync immer, wenn es zu Änderungen bei Kalendereinträgen oder Kontaktdaten kommt.
GPS Funktionen
Navigationslösungen spielen auch auf Handys und Smartphones eine immer grössere Rolle. Wer noch kein separates Programm wie TomTom oder Route 66 auf dem Telefon oder der Speicherkarte installiert hat, kann dank der von Nokia mitgelieferten GPS-Programme zumindest einen kleinen Blick in die Welt der satellitengestützen Wegfindung werfen. Zwar sind “nur” ein Kompass und verschiedene Daten z.B. über die zurückgelegte Wegstrecke, die Höhe über normal Null oder die aktuelle Geschwindigkeit verfügbar, jedoch kann diese kleine Hilfe je nach Situation schon sehr praktisch sein. Löblich auf jeden Fall, dass Nokia hier dem User direkt etwas an die Hand gibt.
Die Kopplung mit der GPS-Maus ging per Bluetooth ohne weitere Probleme und war in kürzester Zeit abgeschlossen.
Kamera
Über die Kamera muss man nicht viele Worte verlieren. Der Zwei-Megapixel-Chip ist im direkten Vergleich zur Konkurrenz eher schwach auf der Brust und taugt (gerade bei Innenaufnahmen bei wenig Licht) für nicht mehr als flaue Schnappschüsse. Die aufgenommenen Videos verhalten sich wie die Fotos: flau und “ruckelig”, taugen aber durchaus, um einen (hoffentlich nicht besonders wichtigen) Moment festzuhalten. Wieder einmal sieht man, warum Kameras immer noch größer sind als Handys – und das mit gutem Grund.
Last but not least: Telefonieren!

Bei den vielen Funktionen fast vergessen: das Telefonieren. Hier lässt sich per Softkeys während des laufenden Gesprächs auf die normalen Funktionen zugreifen. Man kann also während eines Telefonats Nummern nachschauen, etwas in den Kalender eintragen oder bei einem sehr langweiligen Gespräch auch mal ein Spielchen starten.
Da man aber heutzutage mit bloßer Telefonie niemanden mehr begeistern kann, kommt hier VoIP ins Spiel. Die Einrichtung gestaltet sich im entsprechenden Menüpunkt sehr einfach, auch mehrere VoIP-Provider sind möglich. Einmal eingerichtet, verbindet sich das Telefon automatisch mit dem VoIP-Provider, wenn es in ein bekanntes WLAN gerät. Dies geschieht nahezu in Echtzeit: läuft man in ein WLAN-Feld hinein, ist das Telefon ein paar Sekunden später eingeloggt und kann (sofern der Router die Ports freigeschaltet hat) Anrufe empfangen und senden. Die Sprachqualität ist dabei gefühlt wesentlich besser als von Handy zu Handy oder zu Festnetz. Ist ein VoIP-Account eingerichtet, kann man bei jeder Nummer im Adressbuch auch per VoIP angewählt werden. Als praktisches Feature lässt sich sogar einstellen, ob das Telefon automatisch per VoIP-Nummer wählen soll, wenn man per WLAN eingeloggt ist.
Kurzum: Wenn man neben den ausgereiften Internetfähigkeiten ein Killerfeature am E61i festmachen will, dann ist es definitiv die VoIP-Funktionalität. Hier hat Nokia wirklich mitgedacht, die Bedienung sehr einfach gestaltet und setzt sich somit gegen den Willen der Netzbetreiber durch.
Zwischenfazit:
Während die Hardware als fast perfekt durchging, weist die Software einige Schwachstellen auf. Generell ist jedoch zu sagen, dass die mitgelieferten Programme sowohl für den Alltags-, als auch für den Businessnutzen reichen und ihren Zweck wirklich gut erfüllen. Fast alle zu wünschenden Funktionen werden von Nokia mitgeliefert und das ganze Paket wirkt “rund”. Gerade die VoIP-Möglichkeiten können überzeugen und lassen für ein Handy völlig neue Möglichkeiten entstehen.
Dass natürlich nicht alles Gold ist, was glänzt, ist klar, und deshalb zeigen wir euch im dritten Teil der Testreihe zusätzliche Software, mit der das E61i zur Höchstform aufläuft.
- Testbericht Nokia E61i I/IV: Die Hardware (1. Februar 2008)
- Testbericht Nokia E61i II/IV: System, Performance und mitgelieferte Software (11. Februar 2008)
- Nokia E61i im Test (III/IV): Software zum Verlieben (3. April 2008)
- Nokia E61i im Test (IV/IV): Ein smartes Arbeitstier (4. April 2008)










































































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ich denke, selbst das beste testergebnis wird so manchen potenziellen käufer zur zeit nicht davon überzeugen, ein gerät dieser marke zu kaufen.
“kein nokia bitte” – ein standardsatz an deutschlands welches-handy-möchten-sie-hotlines.
Klar, den meisten Konsumenten geht political correctness ja total über Preis und Qualität. Deswegen gehts Aldi und Wal-Mart so schlecht, und die Globalisierung kommt zu einem quietschenden Halt…
Eine Anmerkung von uns als Gadget-Redaktion:
Einem Unternehmen mangelnde Moral vorzuwerfen ist so, wie einem Schachspieler das Ausnutzen der Regeln vorzuhalten. Die einzigen, die sich davon etwas versprechen können, sind die Politiker: Sie können von ihren Versäumnissen und ihrer Verantwortung ablenken, nicht die richtigen Regeln erlassen zu haben. Wer glaubt, die Welt werde besser, weil jetzt die Wirtschaft “moralisch” und “sozial” wird, entlässt die Politik aus der Verantwortung und hilft mit, die Demokratie zu schwächen.
Ich sage das deshalb hier, weil wir als Gadgetblog unsere Aufgabe (und unsere Passion) darin sehen, spannende Geräte vorzustellen und zu testen. In derlei Tests auch die Frage einzubeziehen, ob eine Herstellerfirma sich sozialverantwortlich oder umweltschädigend benimmt, würde nicht nur unsere Recherche sprengen, sondern wie gesagt auch der irreführenden Illusion Vorschub leisten, bei Vertragsnetzwerken (daraus besteht eine Firma) handle es sich um Wesen, die zwischen Gut und Böse unterscheiden können. Das haben auch die Google-Gründer erkennen müssen. “Don’t be evil” könnte der Leitsatz eines Menschen sein. Im Fall einer (börsenkotierten!) Firma wird er unweigerlich zur PR-Phrase.
heyhey, das war nicht als angriff auf das blog oder den test gemeint.
ich finde es einfach in ordnung, dass käufer einmal (wenn das auch viel zu wenig ist) begriffen haben, was sie eigentlich machen können.
War schon klar, Frauke. Wir sind auch niemandem böse, der seine Macht als Konsument ernst nehmen und die richtigen Dinge damit tun will. Ich wollte bloss erklären, warum wir als Blogteam Nokia nicht “totschweigen” können (so gross sind wir eh noch nicht…) ;-)
Habe mir das E61i zugelegt und bin recht happy. Was ich aber noch nicht geschafft habe ist es meinen eigenen Klingelton für SMS im Profile zu integrieren. Bei der Auswahl komme ich nicht auf meine Speicherkarte bzw. kann diese nicht auswählen. Gibts da einen Trick? Zudem hab ich ein Problem beim Synchronisieren: die Aufgaben werden mir immer noch zusätzlich in den Kalender kopiert. So habe ich pro Tag einige Linien bevor die Termine kommen. Ist sehr unübersichtlich. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Liebe Sandra leider nein, da ICH mir kein Nokia mehr kaufe! Sorry fuer politisieren.
Sehr guter Artikel. Mich interessiert jetzt, wie ihr die Screenshots vom Handybildschirm gemacht habt.