Testbericht Nokia E61i I/IV:
Die Hardware
Das Nokia E61i ist der Nachfolger des beliebten Business-Modells E61. Der Druck, dem gerade in Geschäftskreisen sehr erfolgreichen Vorgänger noch eins drauf zu setzen, war daher sehr hoch. Ob das Smartphone das hält, was es verspricht, lest ihr bei uns. Im heutigen ersten Teil der Testserie nehmen wir die Hardware auseinander

Absolut solide: Die Verarbeitung
Das Gehäuse
Hier wird Nokia seiner Rolle als Weltmarkführer gerecht: Das Gehäuse ist absolut hervorragend verarbeitet, Spaltmaße sind kaum vorhanden. Nahezu die komplette Rückseite ist aus Metall, nur am oberen Ende, an dem auch die Kamera sitzt, ist hochwertig wirkendes Plastik. Dies dient wahrscheinlich dazu, GSM und WLAN nicht durch die Metallhülle abzuschirmen. Auf der Vorderseite das gleiche Bild wie schon hinten: Hervorragend verarbeitet, das Ganze wirkt komplett “rund”. Natürlich knarzt nichts und auch nach längerem Tastatureinsatz sitzen die Tasten, ohne zu wackeln, an ihrem Platz.
Der Bildschirm
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Löst hoch auf und sorgt für alltägliche Freude: Der hervorragende Bildschirm
Etwa die Hälfte der Vorderseite wird durch das Display eingenommen, die andere durch die Tastatur. Das Display löst mit 320 x 240 Pixeln im “normalen” Bereich für ein Smartphone auf, kann aber mit einer sehr klaren, gleichmäßig ausgeleuchteten und auch im Sonnenlicht gut ablesbaren Anzeige punkten. Durch die für ein Telefon sehr große Anzeige hat man stets alles im Blick, viele Icons können gleichzeitig dargestellt werden. Einzig allein der Systemfont könnte von Zeit zu Zeit kleiner sein, um noch mehr Informatonen ohne Scrollen darzustellen.
Die Tastatur
Hier wird der Business-Anspruch als Blackberry-Konkurrenten deutlich. Die Tasten sind zwar klein, aber nach kurzer Eingewöhnungszeit hervorragend zu bedienen. Unser Tip: Nicht mit Kraft drücken, sondern die Finger über die Tastatur “fliegen” lassen! Das spart nicht nur Zeit, sondern lässt einen nach kurzer Eingewöhnungzeit auch eine sehr hohe Trefferquote erzielen.
Zwar würde ich keine langen Texte auf dem Nokia verfassen wollen, aber für mittelere und lange Emails, Chatten oder PIM-Aufgaben ist die Tastatur hervorragend geeignet. Die Hintergrundbeleuchtung sorgt auch in tiefschwarzer Nacht dafür, dass man auch wirklich das tippt, was man auch möchte. Einzig an die Doppelbelegung von Tasten muss man sich gewöhnen. Wie bei einem Laptop wird hier die “FN”-Taste gedrückt, wodurch die Tasten auf die Sekundärbelegung reagieren. Oft vorkommende Satzzeichen wie ein Punkt oder Fragezeichen sind aber schnell und gut erreichbar.
Der beste Beweis für die Qualität der Tastatur ist die Tatsache, dass Freunde von mir in ICQ nicht gemerkt haben, dass ich auf einem Handy tippe, so schnell und fehlerfrei hatten sie die Antwort auf ihrem Screen.
Zusatztasten

Schönes taktiles Feedback im Alltag: Die Tastatur
Über der eigentlichen Tastatur befindet sich der Vier-Wege-Schalter mit Bestätigungsknopf in der Mitte. Links daneben liegen die Tasten, um ins Menü zu gelangen und um das Adressbuch aufzurufen. Rechts davon liegen die E-Mail-Taste und eine frei belegbare Taste (bei mir mit Opera Mini besetzt). Die Tasten zum Wählen und Auflegen, sowie zwei Softkeys umschliessen das Ganze und fügen sich somit stimmig in das moderne und seriöse Design ein.
Gerade bei den Softkeys muss man sich jedoch erst an den “eigenwilligen” Druckpunkt gewöhnen, dieser ist nämlich sehr gering. Aber nichts, was nach kurzer Eingewöhnungszeit nicht in den Griff zu kriegen wäre.
An der linken Gehäuseseite befinden sich zusätzlich zur Tastatur noch zwei Schalter, um die Lautstärke zu regulieren, ausserdem darunter ein kleiner Knopf mit einem Kreis drauf. Wird dieser einmal gedrückt, öffnet sich automatisch das Diktierprogramm. Wird er aber länger gehalten, kann man den Namen eines Gesprächspartners sagen: das Telefon wählt dann automatisch und ohne vorherige Eingewöhnungsphase (und oftmals sogar richtig).
Last but not Least, der An/Aus-Knopf über dem Bildschirm rechts, symmetrisch zu der Benachrichtigungsleuchte auf der oberen linken Seite. Hier bleibt nicht viel zu sagen, er macht das Telefon an, aus, oder lässt schnell einen Profilwechsel zu.
Kamera

Nicht für mehr als Schnapschüsse geeignet: Die 2-Megapixel-Kamera
Die Kamera befindet sich auf der oberen linken Rückseite des Geräts und ist leicht in das Gerät eingelassen. Die obligatorische Klarplastikscheibe zum Schutz der Optik hat bisher keine Kratzer oder Staub angesetzt. Eine zweite Kamera auf der Vorderseite hat Nokia dem Gerät nicht spendiert, aber wer macht/braucht auch Videotelefonie?
Akku

Hält länger durch als das Duracell-Häschen: Der riesige Akku
Monster! Zwar belegt der Akku fast die Hälfte der Rückseite des Geräts, aber dafür hält er auch das, was er durch seine Größe verspricht. Wie schon beim Vorgänger E61 hält das Teil “ewig und drei Tage”. Bei wirklich sehr, sehr auslastender Nutzung wie Dauersurfen, Chatten, Telefonieren, Schreiben und VoIP hält der Akku einen kompletten Tag. Bei normaler Nutzung ca. 2-3 Tage. Standby: Kein Ahnung, schließlich will ich mein Smartphone auch nutzen und nicht in der Ecke liegen lassen, bis der Akku leer ist.
Wer jetzt denkt, dass zwei bis drei Tage nicht viel sind, wird schnell eines besseren belehrt. Das Telefon sucht durchgängig und nicht abschaltbar nach bekannten und neuen WLAN-Netzen und für mich hat es sich als praktisch herausgestellt, Bluetooth ständig aktiviert zu haben (und das ist ja als Stromfresser bekannt).
Ebenfalls beeidrucken konnte die Ladezeit des Akkus. Eine komplette Ladung in gut etwas mehr als einer Stunde lässt das Telefon auch ohne Zweitakku wirklich mobil sein. Und selbst wenn der Akku komplett leer ist und man den Akku nur zehn Minuten laden kann, hält er bei geringer Nutzung gut 2-3 Stunden durch.
Kurzum: Ob geschäftlich oder privat, dank des Akkus ist das E61i ein echtes Arbeitstier und macht vermutlich erst dann schlapp, wenn der User schon lange in der Ecke liegt.
Lautsprecher

Kleine Löcher mit großer Wirkung: Der Lautsprecher
Ich hätte nicht gedacht, dass der kleine Speaker auf der rechten Gehäuseseite lauter sein könnte als mein MacBook. Ist aber so. Dabei lässt sich nicht nur bequem im Auto ohne Headset telefonieren (natürlich nur da, wo es auch erlaubt ist), sondern auch bequem Musik, Podcasts oder Internet-Radio hören. Wenn die Lautstärke am Anschlag ist, verzerrt der kleine große Lautsprecher nur sehr gering. Natürlich kein HiFi-Speaker, aber für ein Handy absolut beeindruckend und im Alltag wirklich sehr, sehr praktisch.
Bluetooth
Das Handy kommt mit Bluetooth 2.0 und überträgt anstandslos und wirklich schnell Daten zu Laptop und anderen Telefonen. Auch das Koppeln mit drahtlosen Headsets verläuft erwartungsgemäß unproblematisch und sorgt für hervorragende Sprachqualität. Die Kopplung mit dem Notebook zwecks mobilem Surfen klappt ebenfalls sehr gut.
WLAN
Für mich der Kernpunkt des Geräts. Nicht nur surfen, sondern auch E-Mails und VoIP-Telefonie machen dank der Wireless-LAN Funktion wirklich Spaß. Die Übertragungsgeschwindigkeit liegt dabei gefühlt nur wenig hinter der meines MacBooks, guter Empfang vorrausgesetzt.
Durch die ständige und automatische Suche nach WLAN-Netzen verbindet sich das E61i sofort, wenn es in Reichweite eines Netzes gerät. Wie vielseitig die hervorragende WLAN-Funktionalität in der Praxis ist, wird in den nächsten Teilen unseres Testberichts aufgezeigt.
Infrarot & Pop Port
Ist vorhanden. Da ich die Infrarot-Schnittstelle weder für Datenübertragung oder andere Dienste nutze, kann ich dazu nicht viel sagen. Wird aber dank Bluetooth wohl niemand wirklich vermissen. Der Pop-Port ist nach wie vor die von Nokia bevorzugte Schnittstelle, deshalb kommt er auch im E61i zum Einsatz. Dient zum Laden und Synchronisieren, nichts Neues.
Sprachqualität
In Gesprächen von Smartphone zu Handy oder Festnetz ist die Qualität erwartungsgemäß gut. Uns sind keine groben Schnitzer aufgefallen, auch bei eher schlechter Empfangsqualität. Führt man die Gespräche hingegen per VoIP, nimmt die Qualität gefühlt schlagartig zu. Der Anrufer klingt wesentlich realistischer als bei der gewohnten Handyqualität. Warum dieser Qualitätssprung noch nicht im Alltag angekommen ist, kann ich nicht sagen, schade ist es allemal.
Zwischenfazit
Hardwareseitig überzeugt das E61i voll und ganz. Die Verarbeitung ist erstklassig und die verbaute Hardware überzeugt. Die Basis für ein hervorragendes Smartphone ist also gelegt, ob die Software dem hohen Anspruch der Hardware gerecht wird, lest ihr im zweiten Teil der Serie.
Alle Bilder: Alexander Cyliax
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14 Kommentare zu diesem Artikel
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(5. Februar 2008 16:43) - neuerdings.com » Blog Archiv » Test Boxwave USB-Dock für Nokia e61/i: Gut geparkt
(16. März 2008 14:55) - neuerdings.com » Blog Archiv » Nokia E61i im Test (IV/IV): Ein smartes Arbeitstier
(4. April 2008 11:42)
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MaXXiMuM
“Das Telefon sucht durchgängig und nicht abschaltbar nach bekannten und neuen WLAN-Netzen…”
Ist deaktivierbar, ganz einfach auf der Standby-Seite das Wlan-Icon wählen und “WLAN-Suche deaktivieren” auswählen.
Ich hab allerdings ein freies Modell, ohne Provider-Software, vielleicht liegt’s daran.
Alexander Cyliax
Eher nicht, denn auch wenn beim E61i die WLAN-Suche im Aktiven-Standby abgeschaltet wurde, verbindet sich das Telefon umgehend mit meinem WLAN zu Hause, bzw. allen WLAN’s das ihm bekannt sind. Es steht also im Standby auf “Aus”, sucht aber trotzdem im Hintergrund weiter!
bunting
gibts auch was zur Grösse (Massen, Gewicht usw…) des so hochgelobten Superteils zu lesen, oder hab ich das übersehen? ;)
Alexander Cyliax
Kommt in Teil 4, zusammen mit den restlichen Specs. Ich wollte den Bericht eher aus Alltagssicht schreiben und mich nicht zu sehr über die Technik auslassen. Vergessen wirds aber trotzdem nicht :)
Yusuf
Persönlich finde ich das Nokia E51 besser. Hat das gleiche System, schnellere CPU, und keine qwertz tastatur.
MaXXiMuM
@Alexander Cyliax
Hm, meines macht das nicht, wenn ich WLAN Suche deaktiviert habe, dann verbindet er sich auch mit nichts.
Vielleicht gibt’s noch irgendwo ne Einstellung die trotzdem verbindet.
Eventuell solltest auch mal die letzte Firmware drauf flashen.
Alexander Cyliax
@MaXXiMuM: Die Firmware ist aktuell, komisch. Für bedeutet das zwar eher einen Zugewinn an Brauchbarkeit im Alltag. Ich werde später nochmal in die Gebrauchsanleitung schauen, vielleicht gibt es da des Rätsels Lösung. Sollte jemand von Euch die Lösung wissen, schreibt es einfach in die Comments und ich ergänze es dann!
Mick
Könnte es sein, dass das Gerät dermassen intelligent designt ist, dass es bei ausgeschalteter Suche brav auf die Suche verzichtet, aber schon bekannte WLAN trotzdem anbindet? Das wäre doch wirklich was, oder nicht? Würde sicher weniger Saft brauchen, weil der permanente Frequenz-Scan entfällt.
Peter Sennhauser
öhm, Briederchen - und wie, bitte, soll es die bekannten WLANS denn sehen, wenn der Scan nicht aktiv ist?
Übrigens lässt der Scan sich auf eine bestimmten Intervall einstellen. Meins sucht alle fünf Minuten nach WLANS - das reicht, um beim nach Hause kommen binnen weniger Minuten via eigenem Funknetz mit den VOIP-Accounts verbunden zu sein.
Mick
Na, so doof bin ich auch nicht. Habe mir das so ähnlich vorgestellt: Ein träger, schläfriger Scan alle paar Minuten, bis ein bekanntes WLAN anbeisst. Das wäre einfach realisierbar, indem nur gerade in einem semi-sleep-mode leicht gähnend die Verfügbarkeit der registrierten WLANS geprüft wird, nicht das ganze Band und alle möglichen SSIDs. Und dann keiner mehr. Gaaaanz entspannt eben ;)
loford
Welcher Deutsche mag denn momentan noch freiwillig ein Nokia (!) benutzen? Siemens geht natürlich auch nicht. Motorola? Gleich gar nicht - stammt aus einem Folter- und Terrorstaat. Eriksson kooperiert mit Sony und die Japse knallen Wale ab. Genau wie die Dänen, aber B&O baut ja glücklicherweise gar keine Handys. Hach wie gut, dass ich kein Handy brauche. Diese Gewissenskonflikte …
Yves
Wir sind zwar erst bei der Hardware, aber zwei Dinge nerven mich gewaltig beim E61i: Erstens wie lange das ‘hochfahren’ dauert und zweitens, wenn ich über G3 ins Netz gehen überlegt es gefühlte zwei Minuten. Anschließend geht alles ganz zackig. Kommt das durch den APN Wechsel vom BlackBerry Betrieb in den Web-Betrieb?
Matze
Ist einfach schade, dass das Teil nicht zusammen mit einem Vertrag, bzw. einer Vetragsverlängerung erhältlich ist. Weder bei Swisscom Mobile noch bei Mobilezone. Oder habt ihr andere Efahrung gemacht?
Mick
@Matze: Die Swisscom dürfte kaum Interesse daran haben, ihren Kunden ein Skype/VOIP fähiges Gerät zu subventionieren.