“Hollywood Science”:
Katastrophen auf hoher See
Von Wolf-Dieter Roth am 14. Januar 2008 um 14:07 Uhr Kommentare (4)
Kategorien: Deutschland, Medien, TV
Wie funktionieren die spektakulären Special Effects mit dem Kampf gegen die Elemente und die Physik in Filmen? Eine neue Dokumentationsreihe erlaubt Einblicke in die Technik-Tricks aus Hollywood.

Die Titanic sinkt langsam, sie liegt schon leicht schräg im Meer. Szenenfoto aus “Titanic” (1997) (Bild: ZDF/20th Century Fox/Photofest)
Kinofilme wie “Die Höllenfahrt der Poseidon”, “Titanic”, “Abyss - Abgrund des Todes” und “Der Sturm” treiben mit einer Ur-Angst des Menschen vor den Gefahren des Meeres ihr Spiel. Da gibt es 30 Meter hohe Monsterwellen, gefährliche Eisberge und orkanartige Stürme, die die Kinohelden bedrohen. Aber inwiefern sind diese spannenden Filmszenen realitätsnah? In einer erstmals auf Arte TV gezeigten Dokumentation äußern sich Regisseure bekannter Spielfilme und Wissenschaftler zu dem Balanceakt zwischen Plausibilität und Unterhaltungswert im Kino.
Auf hoher See dem Wüten des Meeres hilflos ausgeliefert sein und ein Grab am Meeresgrund vor Augen - mit solchen und anderen Schreckensszenarien lockt Hollywood seine Zuschauer in die Kinos. Doch sind diese atemberaubenden Filmszenen tatsächlich realistisch oder einfach mit großem Aufwand in Szene gesetzt?

Fest steht: Nur wenige Menschen haben je orkanartige Winde, haushohe Eisberge und Monsterwellen selbst erlebt. Die Versuchung der Filmemacher liegt also nahe, hier auf Effekt zu setzen. Beim Zuschauer bleiben viele Fragen zurück: Gibt es 30 Meter hohe Monsterwellen wirklich? Können sie einen Luxus-Liner kippen, so dass er in Sekunden kieloben schwimmt (”Die Höllenfahrt der Poseidon”)? Schlitzte ein Eisberg die Titanic auf, oder waren es viele kleine Löcher, die zur berühmtesten Schiffskatastrophe der Neuzeit führten? Wie lange können Menschen im eisigen Wasser überleben? Ist noch Zeit für gefühlvolle Abschiedsszenen oder macht die Kälte allem schnell ein Ende? Und vor allem: Welche ist die beste Strategie, wenn man sich von einem untergehenden Ozeanriesen oder aus einem leckgeschlagenen U-Boot retten will (”Titanic”, “Abyss - Abgrund des Todes”)?

Spannende Sequenzen aus Kinohighlights und Interviews mit erfahrenen Regisseuren wie Wolfgang Petersen und James Cameron veranschaulichen den Balanceakt der Filmemacher zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und maximalem Unterhaltungswert. Naturwissenschaftler analysieren das Geschehen auf der Leinwand und machen deutlich, was auf Fakten basiert und was nur auf der Fantasie eines Drehbuchautors beruht. Monsterwellen, gigantische Eisberge, orkanartige Stürme - dramaturgischer Mittelpunkt all dieser Filme bleiben die menschlichen Konflikte und Tragödien, für die die Katastrophe nur den Rahmen bildet.

Hollywood Science 3/4: Katastrophen auf hoher See, Dokumentationsreihe USA 2007 / ZDF, Regie: Rick Davis, Steven Smith, 16:9, 43 Min., Erstausstrahlung Arte TV Mittwoch, den 16. Januar 2008, 20.15 Uhr.
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4 Kommentare
Das ist schon der 2. Artikel der sich mit dem gleichen Thema beschäfftigt, bei dem ich vergebens die Auflösung suche. Nur der kleine Programmhinweis am Ende.. wenn es doch wenigstens ein schöner Cliffhänger wäre ;)..
Wolf-Dieter Roth
schrieb am 14. Januar 2008, 18:17 Uhr (Permalink zum Kommentar)Das ist auch nur ein Hinweis auf eine für Technikfans eventuell interessante Fernsehsendung. Wir haben die Busfahrt oder den Untergang nicht selbst getestet - und ehlich gesagt, auch kein Interesse daran ;-)
Das mit dem Cliffhanger, das kann allerdings durchaus passieren in solchen Actionfilmen…
Gabriel
schrieb am 14. Januar 2008, 18:20 Uhr (Permalink zum Kommentar)Gleich bei der Blogwerkleitung ein höheres Budget-/Spesenkonto einfordern :).
und ehlich gesagt, auch kein Interesse daran ;-)
Ich stelle ich mich doch glatt unentgeltlich zur Verfügung.
Wolf-Dieter Roth
schrieb am 14. Januar 2008, 18:28 Uhr (Permalink zum Kommentar)Huch, ein freiwilliger Passagier auf der Titanic???
Wir können ja mal die Schiffahrt auf dem Zürisee fragen, ob die auch solche “Erlebnisreisen” anbieten…bisher kenne ich da nur Schlagerrundfahrten, das kommt noch am ehesten ran. >:->
Vergiß aber nicht, für uns vor dem endgültigen Absaufen einen Blogbericht zu schreiben. Sonst geht da nix.
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Gabriel
schrieb am 14. Januar 2008, 15:04 Uhr (Permalink zum Kommentar)