“Hollywood Science”:
Verfolgungsjagden auf vier Rädern
Wie funktionieren die spektakulären Special Effects mit dem Kampf gegen die Elemente und die Physik in Filmen? Eine neue Dokumentationsreihe erlaubt Einblicke in die Technik-Tricks aus Hollywood.

Polizisten fahren dem Bus voraus, der nicht gestoppt werden darf
(Bild: ZDF / 20th Century Fox/Richard Foreman/Photofest)
Verfolgungsjagden und rasante Autofahrten gehören zu beinahe jedem Actionfilm. Dabei fragt sich mancher Zuschauer, ob die enormen Geschwindigkeiten oder die ausgeführten Sprünge und spektakulären Karambolagen mit der Realität in Einklang zu bringen oder lediglich der Spannung geschuldet sind. In der Arte-TV-Dokumentation gezeigte Spielfilm-Highlights aus “Die Bourne Identität”, “Speed”, “True Lies - Wahre Lügen”, “Mr. & Mrs. Smith”, “French Connection” und “The Fast and the Furious” sowie Interviews mit Physikern und Hollywood-Regisseuren geben eine Vorstellung davon, wann die filmische Fantasie die physikalische Realität überholt.
Quietschende Reifen, kreischende Bremsen, mit 150 Sachen durch Manhattans Hochhausschluchten. Verfolgungsjagden auf vier Rädern sind ein fester Bestandteil von Action- und Agentenfilmen und ein ziemlich sicheres Mittel, die Kinogänger in Atem zu halten. Vorausgesetzt natürlich, die Szene wirkt nicht zu unwahrscheinlich. Dieser Balanceakt zwischen Realität und Fantasterei muss bei jeder Szene die unverrückbaren Gesetze der Physik im Auge haben. Er muss aber auch immer das Publikum in Rechnung stellen und seine Vorstellungen über das, was physikalisch möglich ist.

Bei Autojagden geht viel zu Bruch. Szenenfoto aus “French Connection” (1971) (Bild: ZDF / 20th Century Fox)
Kann der Bus in “Speed” tatsächlich über die Lücke in der Hochstraße fliegen, oder hat der Regisseur hier nachgeholfen? Explodiert ein Auto, wenn es in einen Abgrund stürzt oder gegen ein Hindernis prallt? Lässt sich eine Hochbahn tatsächlich im ganz normalen Stadtverkehr mit einem ganz normalen Auto verfolgen (”French Connection”)? Wie bekommt es einem Mini Cooper, wenn man mit ihm eine Treppe herunterrast (”Die Bourne Identität”)? Und warum bleiben die Fahrer immer so cool, während die Zuschauer schon lange im Kinosessel aufgeregt hin- und herrücken?
Regisseure wie Jan de Bont, Doug Liman, William Friedkin und Rob Cohen überlegen sich bei ihren Filmen ganz genau, ob und wann sie die Gesetze der Physik überschreiten, damit bei ihrem Publikum der zusätzliche Schub Adrenalin freigesetzt wird. Sie planen jede Kameraeinstellung im Detail. Alles, was später zu sehen ist, dient nur einem Zweck: aus der langsamen Fahrt beim Dreh ein optisch rasantes Autorennen auf der Leinwand zu machen.

Hollywood Science 2/4: Verfolgungsjagden auf vier Rädern, Dokumentationsreihe USA 2007 / ZDF, Regie: Rick Davis, Steven Smith, 16:9, 43 Min., Erstausstrahlung Arte TV Dienstag, den 15. Januar 2008, 20.15 Uhr.
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(13. Januar 2008 18:01)
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