Nokia-Werbung gegen Apple”Telefone sollten frei sein”

Nokia hält gegen das iPhone. Nicht technisch, sondern werbetechnisch. Nicht ganz neu, aber mit jedem iPhone-Hack und Gegenhack wieder aktuell.

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Nokia-Plakatwerbung in New York (Bild: Macrumours.com)

“Liebe und Software sollten frei sein”, so der Wunsch aller Open-Sourcler. Nun auch die Telefone? Nein, gratis quasseln ist damit nicht gemeint. Sondern das iPhone.

Ob Nokias Betriebssysteme wirklich “Open Source” sind, ist eine andere Frage, auch wenn sie Standards wie Symbian nutzen und Programmierschnittstellen bereitstellen, was beim iPhone weniger gegeben zu sein scheint.

Ebenso ist es nichts wirklich Neues, daß Apple als einer der letzten IT-Hersteller versuchte, mit Mac, iPod, iTunes, iPhone & Co.ein geschlossenes System aus Hard- und Software anzubieten, so wie es früher im Mainframe-Zeitalter auch IBM tat, dann mit dem PC aber bewußt aufgab und eine Fremdsoftware namens “PC-DOS” ankaufte, die aus “MS-DOS” gestrickt wurde, das wiederum auf “QDOS” beruhte…

Der offene PC glt bekanntlich seitdem als “graue böse Eminenz” im Gegensatz zum guten, bunten iMac und wird mit Microsoft gleichgestellt, obwohl Microsoft zwar Mäuse und Tastaturen fertigt, doch normalerweise keine Computer. Beide wurden dann erst von Linux so richtig befreit, aber trotzdem gilt auch heute noch ein Mac mit Linux als edler als ein PC mit Linux, von einem PC mit Windows natürlich ganz zu schweigen.

Und wer gerne wissen möchte, wo die Apple-Software iTunes so die Musikdateien auf PC oder iPod ablegt, bekommt bald ein “typisch DOSen-User, total dateiorientiert” zu hören. Ja wo kommen wir denn hin, wenn jeder Benutzer wissen will, wo sein teuer gekauftes Zeug eigentlich landet? Darum kümmert sich doch iTunes!

Da es das relativ praktisch tut und den Nutzern langes Nachdenken (“stecke ich Shakira nun unter ‘geile Videos’, ‘Bauchtanz’, ‘Pop’, ‘Britney’ oder ‘Schrottmusik’?) erspart, empören sich nur ein paar ewig Gestrige. Wenn ein Telefon jedoch auf einmal nur in einem Netz oder auch gar nicht funktionieren will, dann werden die Käufer stutzig…

Ebenso braucht ein iPod selbstverständlich keinen Reset-Knopf, das ist doch was für diese lausigen DOSen! Wenn iPod oder iPhone abschmieren und auch “Klammergriffe” sie nicht mehr zur Besinnung bringen, dann ist es doch sehr viel benutzerfreundlicher, mal eben 12 Stunden warten zu müssen, bis der arme Akku so nachhaltig tiefentladen ist, daß das Gerät endlich kapituliert, während andere Handybesitzer nur das Gerätehinterteil öffnen, kurz den Akku entnehmen, wieder einsetzen und nach zwei Minuten schon wieder telefonieren oder Musik hören.

Fast vergessen ist dabei, daß Nokia ebenso schon Hypes kreierte, die im Gegensatz zum iPhone nur wenig erfolgreich waren, von WAP bis N-Gage. Andererseits hat sich bislang auch noch kein Hersteller bemüht, eine ernsthafte Alternative zu iPhone und iPod zu bieten und so mancher, wie Philips, resigniert aufgegeben. Da macht auch ein Werbeplakat noch keinen Sommer…

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4 Kommentare

  1. Hyperhendrik
    schrieb am 12. Januar 2008 um 17:57 Uhr (#)

    sagt das das gleiche unternehmen, das gerade erst vor ein paar wochen massiv werbung für drm auf seinen handys gemacht hat? es lebe die doppelmoral!

  2. Thomas
    schrieb am 13. Januar 2008 um 12:23 Uhr (#)

    Ich frage mich ja nur, wie effektiv diese Werbung ist. Wer für das Thema sensibilisiert ist, der hat das sowieso schon im Hinterkopf. Und die anderen können mit Begriffen wie frei und offen in Zusammenhang von Technik sowieo nicht viel anfangen.

    Leider macht aber Apple mit ihrer Vorgangsweise vermutlich einen Fehler. Wenn etwa iPhone oder iPod offen wären, könnten sie Netzwerkeffekte nuzten. Die Anwender programmieren neue Widget/Anwendungen, wodurch das Produkt attraktiver wird. Besonders beim iPod gäbe es dann ziemlich viele Anwendungen, womit mögliche Newcomer vor noch größeren Martktbarrieren stehen …

  3. Helga@LG
    schrieb am 13. Januar 2008 um 22:47 Uhr (#)

    Naja, aber stimmen tut es ja. Telefone sollten frei sein.

  4. Hyperhendrik
    schrieb am 14. Januar 2008 um 10:04 Uhr (#)

    @thomas:
    genau das wurde doch schon angekündigt: das iphone soll offen werden für externe anwendungen, wenn auch vermutlich in einem zertifizierten rahmen, sodass nicht jeder hans und franz dafür programme schreibt, die das gerät instabil machen. war nicht april angedacht?

    @helga:
    und deshalb ist es so verlogen, auf der einen seite drm zu fordern, und hier die große gerätefreiheit zu feiern.

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