Dolby Volume Gegen Krach mit den Nachbarn
Wenn die Werbepause kommt, droht der neue LCD-TV von der Wand zu fallen, so laut wird der Ton. “Dolby Volume” setzt dieser Plage nun ein Ende.

Cirrus Logic CS48DV2: Setzt Dolby Volume praktisch um
Der Fernseher läuft in vielen Familien nur noch im Hintergrund mit, wie ein Radio. Den Sendern ist das egal, diese abwesenden Zuschauer zählen auch zur Quote. Hauptsache, sie bekommen die Werbung mit. Also wird diese um 20 dB hochgedreht und ist nun bei den “Nebenbei-Büglern” gut verständlich.
Die Gelackmaierten sind diejenigen, die sich tatsächlich vor das Gerät setzen und einen Spielfilm in normaler Lautstärke verfolgen - oder gar in Dolby Digital auf der teuren Heimkinoanlage. Wenn hier die Werbung kommt, wackeln die Wände, sausen die Ohren und droht der Nachbar mit der Polizei!
Leiser stellen kann man das Gerät so schnell gar nicht, nur “Ton aus” drücken. Tja, so kommt die Werbung nun aber auch nicht zum Zuschauer. Was jetzt?
Die Dolby Laboratories präsentierten schon zur IFA 2007 die Lösung: “Dolby Volume”. So schnell, wie der Tontechniker im Sender die Regler hochreißt, um vor dem Fernseher eingeschlafene Zuschauer mit der Werbung unsanft aus dem Sessel zu schmeißen, dreht das Verfahren die Lautstärke wieder auf den normalen Wert zurück. Nach den Dolby-Rauschunterdrückungsverfahren der Kassettendecks und den Dolby-Mehrkanalsounds also ein weiteres Akustik-System aus den Dolby-Labors.
Der US-Halbleiterhersteller Cirrus Logic hat nun als erster einen Audio-Chip vorgestellt, der Dolby Volume praktisch umsetzt. Diese Technik sorgt unter anderem für eine gleichbleibend laute Audioausgabe beim Wechsel des Programms (z.B. von Arte auf MTV) oder den Werbeunterbrüllungenbrechungen.
Beim vorgestellten Chip kommen zwei Hauptkomponenten zum Einsatz, der Modeler und der Leveler. Der Leveler ist dafür zuständig, kontinuierlich die subjektive Lautstärke zu messen und gegebenenfalls Änderungen durchzuführen. Somit werden Audioinhalte von verschiedenen Quellen mit der gleichen Lautstärke wiedergegeben.
Dem menschlichen Gehör gehen zudem viele Feinheiten des Audio-Inhalts bei der Wiedergabe mit niedriger Lautstärke verloren. Das Problem soll der Modeler lösen. Die Komponente führt laufend eine Analyse des Audiosignals auf der Grundlage der Lautstärke von Content und Wiedergabe durch und verändert sie entsprechend. Damit wird für eine verbesserte Verständlichkeit und Hörbarkeit des Tons selbst bei geringer Lautstärke gesorgt. Also eine automatisierte Variante des früheren “Loudness”-Schalters.
“Mit dem neuen Chip können TV-Hersteller diese Technologie einfach und mit minimalem Kostenaufwand in ihren Geräten umsetzen”, meint Terry Ritchie, DSP Marketing Director, Cirrus Logic. “Laut Analysten verschafft die Integration der Dolby-Volume-Technologie in digitalen TV-Produkten den Herstellern einen erheblichen Wettbewerbsvorsprung. Denn die Technologie löst ein Problem, das oft zu einigen Frustrationen bei Endkunden geführt hat”, so Ritchie. Der CS48DV2 ist ab sofort für Geräteentwickler in hohen Stückzahlen in einem 48-poligen QFP-Gehäuse verfügbar.
» Mehr lesen: TV (153)
» Weitere Artikel der Kategorie "Heimelektronik" lesen
» Nächster Artikel: CI Desk Arbeitsstation Vielseitiges Multifunktionsmöbel
» Älterer Artikel: Adventskalender 2007: Tag 20: Samsung SGH-E590
» Drucken
» Merken/E-Mail
1 Kommentar zu diesem Artikel
Diesen Artikel kommentieren
Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

neuerdings.com
medienlese.com
imgriff.com
fokussiert.com
netzwertig.com
gamgea.com











Artikel per RSS
Tom Müller
So etwas sollte der Gesetzgeber regeln und nicht eine Elektronik. Verbindliche Lautstärken für alle Sender und besonders die Werbung müssten Pflicht sein.