Samsung VP-HMX10C im Test:
Videokamera für Laien wie mich

Von Videokameras wusste ich bisher vor allem, dass sie schwer und langsam sind. Ferner ist es eine Qual, die Filme auf den PC zu bringen. Das ist aber alles gar nicht wahr. Die Samsung VP-HMX10C ist eine leichte, simple Videokamera, die perfekte HD-Videos erzeugt. Da die Kamera so einfach ist, war ich der perfekte Tester.

Samsung VP-HMX10C
Die Samsung VP-HMX10C ist eine kompakte Flashspeicher-HD-Videokamera (Bild: Samsung)

Bei der HMX10C gibt es keine Spulen und keine Disks. Die Kamera filmt auf ihren internen 8-Gigabyte-Speicher, der sich mit SD-Kärtchen ergänzen lässt. Die Videos im H.264-Format sind auch gleich PC-ready.

Eigentlich habe ich ja immer all die Profis beneidet, die an Familienfesten mit Videokameras herumtanzten, nächtelang Daten auf den PC importierten, sie stundenlang zurechtschnipselten und dann letztlich wieder in ein DVD-Format zurückkonvertierten. Für Festteilnehmer hatte die zeitaufwendige, mühselige Arbeit den Vorteil, dass man einige Monate Gnadenfrist hatte, bevor das fertige Videoprodukt einem unbarmherzig die begangenen Fehltritte auf dem Parkett und die Regelverstösse am Büffet vor Augen hielt.

Samsung VP-HMX10C seitlich
Kompakt und leicht, die neue Samsung-Kamera. (Bild: Samsung)

Das ist jetzt alles vorbei. Ab sofort bin ich selbst der Mann hinter der Kamera und degradiere meine Umwelt je nach Laune zu Hauptdarstellern oder Statisten. Zu verdanken habe ich das der Samsung VP-HMX10C. Die ist so simpel, dass sogar ich damit zurechtkomme. Trotzdem produziert sie mit der Auflösung von 1280×720/50p klare und scharfe Filmchen, die auch auf einen Computerbildschirm einfach perfekt aussehen.

Kleine Kamera mit hoher Qualität

Eingedampft wird der Videogenuss mit H.264. Das heisst, auf den eingebauten Speicher passen bis zu 70 Minuten Geschehen in bester Qualität. In Sparauflösung reicht es sogar für bis zu 12 Stunden Filmerei. Leider macht der Akku bereits nach anderthalb Stunden schlapp.

Samsung VP-HMX10C Schlaufe
Clevere Idee, die Handschlaufe dreht sich um die Kamera (Bild: Samsung)

Erste Freude kommt bei der Samsung bereits beim Anfassen auf. Die Handschlaufe auf der rechten Kameraseite lässt sich um rund 150 Grad drehen. Auch bei ausgefallen Ansichten muss man also nicht das Handgelenk verrenken sondern dreht einfach die Kamera um das Handgelenk herum. Da auch das Touchdisplay um rund 270 Grad rotiert werden kann, lässt sich die Warteschlange am Dessertbuffet also locker und kontrolliert “über Kopf” ablichten.

In drei Sekunden bereit

Einschalten und abdrücken ist das zweite Erlebnis bei der Samsung. Innert drei Sekunden ist sie filmbereit, wenn ich nur nicht immer vergessen würde, die manuelle Linsenschutzklappe zurückzufahren. Hier hätte Samsung mit einer motorisierten Klappe uns Amateuren und auch vergesslichen Profis viel Unbill abgenommen.

Die Filmerei geht erwartet simpel vonstatten. Mit dem 10fach-Zoom bringt man notfalls den Augenaufschlag der hübschen Cousine formatfüllend ins Bild. Der Makrobereich lässt ein “Rangehen” bis auf einen Zentimeter zu, für alle, welche das Haar in der Suppe suchen. Notfalls sorgt ein LED-Lämpchen für mehr Helligkeit. Die Reichweite des Hellmachers ist aber auf rund einen Meter limitiert.

Nebenbei werkelt die Videokamera auch als digitaler Fotoapparat mit 3 Megapixel. Dabei hat uns besonders der extrem flinke Serienbildmodus gefallen, der Bilderreihen von bis zu 60 Fotos erstellt. Man hat so also von jeder Kussszene garantiert den entscheidenden Augenblick gebannt.

Ein Knopf zuviel

Unverständlich ist, warum es für Fotos einen besonderen Foto-Auslöseknopf gibt, dieser aber nicht automatisch den Fotomodus startet. In der Praxis drückten wir also häufig heftig auf den Fotoknopf, – nur um dann zu merken, dass sich die Samsung noch im Videomodus befindet.

Die erzeugten Kunstwerke lassen sich entweder auf dem eher schwammigen Kamera-Display betrachten oder via HDMI-Kabel und Dockingstation sofort auf einem HD-Fernsehgerät geniessen. Schade nur, dass Samsung das nötige Kabel nicht gleich mitliefert. Stammt der TV von Samsung, kann man meist dessen Fernbedienung für die Steuerung der Kamera verwenden.

Samsung VP-HMX10C player
Für die Filmwiedergabe am PC muss er mitgelieferte Player von Cyberlink installiert werden. (Bild: kh)

Wird die VP-HMX10 an den PC angeschlossen, erscheint sie dort ohne Treiberinstallation als Laufwerk. Leider kann man das USB-Kabel nicht direkt an die Kamera stöpseln, sondern muss diese dazu auch in die mitgelieferte Dockingstation stellen. Videos erscheinen auf dem PC als MP4-Dateien und lassen sich sofort wie beliebige Dateien kopieren oder per Mail versenden.

Leider kann man sie weder unter Windows noch auf dem Mac ohne weiteres betrachten. Das von Samsung verwendete H.264 MP lässt sich weder mit VLC noch unter Quicktime direkt abspielen. Erst nach Installation des mitgelieferten Cyberlink PowerDVD kann man die Filme direkt am PC abspielen. Das beigepackte Programmpaket Cyberlink DVD-Suite erlaubt auch das einfache Schneiden der Filme sowie die Publikation bei YouTube.

Samsung VP-HMX10C schnittsoftware
Mit dem mitgelieferten PowerDirector von Cyberlink kann man Filme schneiden, konvertieren und auf DVD brennen. (Bild: kh)

Filme lassen sich auch direkt auf der Kamera schneiden. Um beispielsweise eine Sequenz zu entfernen, startet man einfach auf dem Display den Schneidevorgang und tippt am Anfang und am Schluss der zu löschenden Szene auf das Display. Der Teil wird danach sauber entfernt und die “losen Enden” verknüpft.

Fazit

Im Test begeisterte die Samsung durch gute Bild- und Tonqualität. Dank ihres geringen Gewichts von 310 Gramm und ihren kompakten Maßen (61,5 x 67,5 x 117,5 mm) nimmt man sie gerne mit. Sie macht einen robusten Eindruck und da es kaum bewegliche Teile gibt, übersteht sie wohl auch Abenteuer.

An Details könnte Samsung noch schleifen, sei es die Linsenschutzkappe oder der Fotoknopf.

Die Samsung VP-HMX10C kostet rund 750 Euro (1150 Franken).

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2 Kommentare

  1. Dominik
    schrieb am 14. Dezember 2007 um 11:24 Uhr (#)

    Wäre es möglich einen kleines Video der Cam (30s lang) hier zur Verfügung zu stellen? Die Bildqualität würde mich sehr interessieren.

  2. Klaus-Martin Meyer
    schrieb am 19. Dezember 2007 um 11:25 Uhr (#)

    Deinem ausfürhlichen Bericht nach zu Urteilen, ist das GErät ja ein ideales Weihnachtsgeschenk für die ganze Familie. Oder aber wird Papa jetzt auch in der Freizeit zum vollzeit-regisseur?

    grusz
    klm

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