Test:
Pinnacle Soundbridge Radio II/II Browsersteuerung und Musik ab PC

Das Pinnacle Soundbridge Radio ist ein autonomes Internetradio mit überzeugendem Sound. Dank Fixtasten lässt es sich wie ein gewohntes Radio bedienen. Wer alle Fähigkeiten aus seinem Gerät herauskitzeln will, kann dazu einfach einen Webbrowser verwenden. Bei eingeschaltetem PC spielt es auch die eigene MP3-Sammlung ab. Die Schwächen des Soundbridge liegen beim hohem Stand-by-Stromverbrauch und fehlenden Anschlüssen.

Pinnacle SoundBridge Radio Box

Roku, die als Herstellerin für das Pinnacle-Internetradio verantwortlich ist, stellt ihre sauber sortierte Internet-Radiostationensammlung der Webgemeinde kostenlos zur Verfügung. Gegen 10.000 Stationen lassen sich dort einfach nach Land, Musikstil, Wertung oder Beliebtheit auflisten. Ein Mausklick startet die Musikwiedergabe im Browser.


Wer nun glücklicher Besitzer eines Soundbridge-Radio ist kann durch einen einfachen Mausklick eine Station auch gleich auf dem autonomen Radio abspielen lassen. Gefällt der Sound besonders, kann man auch direkt aus dem Browser die Fixtasten des Soundbridge programmieren.

Um die Website einmalig mit dem eigenen Radio zu verknüpfen, klickt man auf “Discover”.

Pinnacle SoundBridge Radio Roku Discover

Ein Java-Applet findet nun automatisch das Radio im lokalen LAN und bindet es in die Webseite ein.

Klickt man nun auf eine beliebige Radiostation in der Liste, öffnet sich eine zusätzliche Auswahl:

Pinnacle SoundBridge Radio Roku Play on Neuerdings

Man kann den Sender direkt auf der Soundbridge, bei uns als “Neuerdings-Test” bezeichnet, abspielen oder eine Fixtaste belegen. Der Browser zeigt im Fenster “My Soundbridge” laufend die Titelinformationen an, welche auf der Soundbridge abgespielt werden (in unserem Fall Dvorak). Hinter den dort sichtbaren Registern ABC verbergen sie die vordefinierten Fixprogramme.

Die Verbindung zwischen Radioliste im Internet und Gerät hat uns sofort begeistert. Zwar bietet Terratec für Noxon etwas Ähnliches, kommt aber bezüglich Bedienbarkeit und Umfang nicht an Roku heran. Die riesige Genreliste und die flinke Volltextsuchfunktion sind unübertroffen.

Was macht man nun aber, wenn man eine Radiostation hören will, die nicht im Roku-Verzeichnis aufgelistet ist? Ganz einfach, man konfiguriert sein Radio direkt im Browser auf. Dazu muss man lediglich die IP-Adresse des Soundbridge eintippen.

Pinnacle SoundBridge Config läuft

Nun kann man jeder Fixtaste eine beliebige Internetadresse zuordnen.

Pinnacle SoundBridge Config Fixtasten

Die nötige Webadresse der Station findet man meist als Link im Internet. In schwierigen Fällen hilft der Roku-Radio-Snooper , der aus dem Datenstrom die Serveradresse ausfiltert.
Leider sind die restlichen Einstellmöglichkeiten in der Browseroberfläche rudimentär, wir konnten beispielsweise weder Weckzeit noch Displayeinstellungen direkt im Browser ändern.

MP3-Player nur mit UPnP-Server

Mässig gute Noten erhält die Soundbridge für die Wiedergabe von PC-Daten. Läuft auf dem PC oder dem Mac ein Mediaplayer 11 oder iTunes kann das Internetradio die dort aufgelisteten Titel abspielen. Nichts anfangen kann die Soundbridge mit blossen Windows-Freigaben, es muss also zwingend ein UPnP-Server im Netz vorhanden sein.
Dies funktioniert aber dank LAN-Festplatten auch ohne eingeschalteten PC. Wir haben die Soundbridge zusammen mit einer Synology DS107+ Netzwerkfestplatte ausprobiert. Sämtliche Songs welche dort im Ordner “Music” abgelegt werden, können problemlos auf der Soundbridge abgespielt werden. Dabei werden die Songs sauber nach Interpret und Album sortiert angeboten.

Knausrige Anschlüsse, grosser Stromhunger

Nach all der Loberei wird es Zeit, die Schwächen der Soundbridge zu offenbaren. Am meisten stören die fehlenden Anschlüsse: Wer kein WLAN hat oder betreiben will, hat mit Pinnacles Internetradio keine Freude; ein Ethernetanschluss fehlt. Vergeblich suchten wir auch zusätzlichen Buchsen für Eingangssignale oder digitale Ausgänge. Lediglich ein Kopfhörerstecker befindet sich am Gerät. Als Spielerei betrachteten wir den SD-Kartenleser, über den die Soundbridge ebenfalls mit Musikdaten gefüttert werden kann.

Schlecht schneidet die Soundbridge auch bei Zusatzfunktionen ab. Wer Podcasts, RSS-Feeds oder Bezahldienste direkt integrieren will, erhält bei Logitech oder Terratec eher die passende Lösung.

Viel Tadel erhält die Soundbridge auch von unserem Energiemessgerät EMU. 9 Watt Stromverbrauch im ausgeschalteten Modus tragen der Soundbridge das Label “Stromverschwender” ein. Ein Netzschalter ist an der Soundbridge nicht zu finden. Dass der Stromverbrauch bei der Musikwiedergabe auf lediglich 11 bis 12 Watt steigt, rettet die Energiebilanz auch nicht.

Happig ist auch der Preis des Pinnacle Soundbridge Radio. 399,99 Euro (619 Franken) sind ein stolzer Preis und nähern sich dem Luxus-Bereiche der 999-Euro-Edellösung von Sonos. Wer auf der Roku-Seite sieht, das in den USA das Geräte für 299 US-Dollar zu haben ist, wundert sich ferner über die Umrechnungskurse. (299 Dollar entsprechen aktuell gut 200 Euro.)

Allerdings bieten Pinnacle und Roku für das viele Geld nicht nur das am besten tönende Webradio, sondern auch ein Gerät mit ausgereifter Bedienung. Es hat seinen Podestplatz als “bestes Internetradio” in unserer Wohnung verdient.

Links:

Pinnacle SoundBridge Radio Roku Genreliste

Aussergewöhnlich detailliert sind die Musikkategorien bei Radio-Roku.

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