Test Logitech Harmony 1000 II/II:
Weg mit IR und hässlichen Kisten

Kurt Haupt, 24. November 2007 10:38 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Im zweiten Teil unseres Tests der Logitech Harmony 1000 probieren wir aus, wie man aus Infrarot einfach Funkbefehle macht und dann seine Unterhaltungselektronikgeräte endlich irgendwo verstecken kann. Unsere Hoffnung, mit der Harmony 1000 sogar für Licht und Schatten zu sorgen, zerschlugen sich leider. Mit europäischen Funkschaltern wollte sie nicht kooperieren.

Logitech Harmony 1000 Lifestyle 1

Test Logitech Harmony 1000: Im Wohnzimmer befehle ich!

Die Zeiten, als man seine gesammelte Elektronik auf gläsernen Racks präsentierte, sind vorbei. Im Öko-Zeitalter würde man die Stromfresser am liebsten verstecken. Das ging bisher nicht, weil sie dadurch auch für die Infrarot-Fernbedienungen unsichtbar wurden. Dank dem Funk-Extender der Harmony wird nun aber Unterhaltungselektronik unsichtbar.

Mein leicht gestörtes Verhältnis zu Infrarotfernbedienungen liegt nicht nur an den Versteckfähigkeiten, sondern auch an der Sehschwäche der Befehlsempfänger. Es gibt nichts Peinlicheres, als wenn man vor Kollegen mit der gesammelten Unterhaltungselektronik bluffen will und stattdessen panisch am Sofarand zappelt. Dort versucht man, die Fernbedienung in der schmerzhaft weit von sich gestreckten Hand, ein anscheinend halbblindes Gerät per Lichtbefehl zum Leben zu erwecken. Die kleinen Empfängerfenster bei den Geräten sind ferner immer dort, wo sich neckisch ein Zimmergrünblättchen drapiert hat oder das Booklet der DVD rumliegt. Dermassen blinde Geräte sind dann störrischer als ein Kopierer mit Papierstau.

Neben dem ganzen Ärger möchte ich gewisse Geräte auch endlich aus meinem Blickfeld haben. Mein Satelliten-Receiver hat beispielsweise den Charme einer Vorkriegs-Blechdose und sein Display den Informationsreichtum von vier Ziffern. Verschwinden soll er, wenn schon aus thermischen Gründen nicht in einer Schublade, dann wenigsten hinter einen Sichtschutz. Bisher durfte er das aber nicht, weil?. siehe oben.

Funk statt Infrarot

Die Blechbüchse darf nun dank Logitechs Harmony doch verschwinden. Die liefert zu ihren Modellen 895 und 1000 nämlich sogenannte “RF-Wireless Extender”.

Logitech Harmony RF Extender

Diese kleinen Kästchen empfangen Funksignale, die sie in Infrarotbefehle übersetzen und über maximal acht anschliessbare Infrarotsender versenden. Mein Satelliten-Receiver verschwindet also zusammen mit dem Funk-Empfänger im Schrank. Der Logitech-Extender wird per Netzteil mit Strom versorgt und mit vier Infrarotsendern ausgeliefert.

Logitech Harmony RF Extender Anschlüsse

Am Ende der rund zwei Meter langen Kabel befinden sich stecknadelgrossen Senderelemente, die nun einfach an das Sichtfenster des Sat-Receivers geklebt werden.

Logitech Harmony RF Extender Kabel

Der Rest ist simpel. Die Harmony-Programmierung via Browser und Internet wird gestartet und der Sat-Receiver neu zugeordnet. Dieser soll nun nicht mehr auf die Infrarotbefehle der Harmony, sondern auf die Befehle des Extenders gehorchen. Dazu wird einfach das Gerät dem Extender zugeordnet.

Logitech Harmony 1000 Zuordnung RF

Den Rest erledigt die Software automatisch. Sie versorgt den Extender mit der nötigen Infrarot-Codebibliothek und stellt die Harmony auf Funkübermittlung für dieses Gerät um. Das ganze Prozedere braucht sechs Mausklicks, während denen die Harmony und der Extender abwechselnd per USB-Stecker angeschlossen werden müssen. Danach landet der Extender wieder im Schrank. Wird nun via Harmony “Fernsehen” angetippt, schickt diese einen Funkbefehl an den Extender. Der wiederum erzeugt den Infrarotbefehl - und schon schaltet sich der Satelliten-Empfänger ein. Das Ganze ist simpel, zuverlässig und vor allem unsichtbar.

In der Praxis hat sich der Funk-Extender bewährt. Damit kann man nicht nur die Elektronik verstecken, sondern auch Geräte in anderen Räumen steuern. Laut Logitech liegt die Reichweite bei 30 Metern, in unserem Test klappte die Verbindung noch über drei Zimmer hinweg. Und das Beste: Man muss nie mehr zielen oder sich recken und strecken!

Z-Wave: Ja oder nein?

Die guten Funkerfahrungen liessen mich übermütig werden. Die Harmony soll doch gefälligst auch gleich Licht aus- oder einschalten, die nötigen Funkadapter gibt es für wenig Geld im Versandhandel. Es blieb dann aber bei der guten Idee. Beim Versuch, einen Funkschalter via Harmony zu steuern, blieb es dunkel. Ein Anruf bei der Hotline brachte die Information, es würden nur Schaltgeräte unterstützt, welche dem Z-Wave Standard entsprechen. Die Internet-Recherche bei Merten zeigt dann, dass diese Schalter in Europa recht teuer sind. Ferner stiessen wir in einem Forum von Logitech auf eine Meldung, dass Z-Wave bei der Harmony 1000 gar nicht unterstützt wird. Die älteren Modelle 890/895 sind aber weiterhin Z-Wave-tauglich. Bis sich also die Harmony 1000 in eine komplette Haussteueranlage verwandelt, dürfte noch Zeit vergehen. Lichtschalter oder Dimmer, die auf Infrarotbefehle reagieren, sollten sich aber zusammen mit der Harmony 1000 verwenden lassen. Den entsprechenden Test konnte ich aber nicht durchführen.

Fazit:

Wer so viele Stunden mit der Harmony 1000 verbracht hat, muss sie einfach mögen. Diese Erkenntnis ist auch Fazit. Man kann sich entweder immer wieder mit seiner bisherigen Fernbedienungssammlung rumärgern oder einmal tüchtig Zeit in die Harmony investieren. Dadurch erlangt man dann aber endlich wieder die Befehlshoheit in seinem Wohnzimmer. Ist die Harmony erst einmal richtig konfiguriert, will man nicht mehr auf sie verzichten. Und dass uns die Harmony von Infrarot befreit hat, werden wir Logitech ewig verdanken.

Wer über das nötige Budget verfügt, lässt sich die Fernbedienung einfach von seinem Fachhändler fertig konfigurieren. Wer es selbst machen muss, hofft, dass Logitech möglichst bald die Programmieroberfläche verbessert.

Logitech Harmony1000 seitlich

Technische Daten:
Masse: 14 x 10,4 x 1,8 Zentimeter
Gewicht: 188 Gramm
Bildschirm: 3,5-Zoll, Auflösung: 320 x 240 Bildpunkte
Kompatibel mit 200′000 Geräten von 5′000 Marken (Herstellerangabe)

Preis: Harmony 1000 Advanced 399 Euro (599 Franken) RF Wireless Extender 99 Euro (159 Franken)

Links:
Homepage Logitech Harmony 1000
Logitech Harmony User Forum
Datenblatt Logitech Harmony 1000
Userforum Logitech Harmony bei HiFi-Forum
Liste mit TV-Senderlogos

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8 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Nando

    schrieb am 24. November 2007 um 11:40 Uhr (#)

    grammatik- und rechtschreibefehler en masse.
    werden die artikel vor dem veröffentlichen vom autor nicht mehr durchgelesen?
    oder ist der zeitdruck so hoch, dass diese 5 minuten “qualitätskontrolle” nicht mehr drin werden?

  2. NGU

    schrieb am 25. November 2007 um 16:29 Uhr (#)

    Nando,
    bei Dir hilft die automatische Qualitätskontrolle aber auch nicht. Oder hast Du Deinen Kommentar vor dem Abschicken nochmals durchgelesen?

  3. Peter Sennhauser

    schrieb am 25. November 2007 um 23:07 Uhr (#)

    Doch, die fünf Minuten sollten eigentlich noch “drin werden.” ;-) Ernsthaft: Wir geben uns Mühe, sowohl aktuell, umfassend, unterhaltsam und ausführlich als auch möglichst grammatikalisch korrekt zu sein - aber bisweilen reichts nicht für alles, und im Zweifelsfall setzen wir auf Inhalt und Tempo, im Glauben, dass dies am ehesten im Sinne unserer Leserschaft ist.
    Dennoch ist die Kritik nicht unberechtigt, und wir werden mehr Texthygiene zu einem nächsten Etappenziel machen. Versprochen.

  4. Wattenhofer

    schrieb am 20. Dezember 2007 um 18:39 Uhr (#)

    Ich habe selber seit fast einem Jahr eine Harmony 1000 zuhause. Ich bin sehr zufrieden damit. Mich nervt eigentlich nur, dass kein Browser und kein WLAN eingebaut wurde (aber das wusste ich ja und konnte trotzdem nicht widerstehen. :-)). Das hätte das Gerät perfekt gemacht. So werde ich meine Squeezebox (Audio Streaming Device) in Zukunft wohl mit einem iPhone bedienen.

  5. Albert

    schrieb am 23. August 2008 um 16:48 Uhr (#)

    Also das Licht und weitere Geräte lassen sich schon mit der Harmony steuern.
    Nur muss man ein wenig nachhelfen, der JBmedia Light-Manager wandelt das IR Signal in Funk um welches dann das ganze Intertechno Funkprogramm steuern kann; Licht, Dimmer,Funksteckdosen, Rolladensteuerung…..
    Damit wird die H1000 zu einer FB für die komplette Haussteuerung.

  6. Wolfgang Zaremba

    schrieb am 19. Oktober 2008 um 07:40 Uhr (#)

    19.10.2008
    Hallo - und ein Dankeschön für den Testbericht! Gestern habe ich mir die Harmonie 1000 für 299€ bei Mediamarkt gekauft. Mit der Option, bei Nichtgefallen , diese wieder zurück zu geben. Der hohe Preis hatte mich bisher abgehalten, obwohl die F.B. immer im Kopf war, bei 9 F.B. im Wohnzimmer sicher verstäöndlich. Morgen werde ich sie aktivieren und dann wohl doch, trotz schlechter Erfahrungen beim Online-Kauf, sie online kaufen. Des attraktiveren Preises wegen. Ich umgebe mich so gern mit tollen Media-Geräten, habe aber nicht unbedingt den Euro so locker in der Tasche. Nun hoffe ich ebenso gute Erfahrungen zu machen und den Sofatisch von den vielen F.B. zu befreien, h.Grüße von Wolle …..

  7. Michael

    schrieb am 1. Dezember 2008 um 11:23 Uhr (#)

    Na das lobe ich mir Herr Zaremba,
    die Beratung von Mediamarkt und den Test in den eigenen vier Wänden schmarotzerhaft ausnutzen, um dann doch bei jemand anderem zu kaufen. Wer schon im Internet kauft, soll sich auch dort beraten und sich die Ware auf den Bildern ansehen. Und nicht die Zeit anderer verschwenden und den Kundenservice nutzen, den andere bezahlen. Kein Fachhändler lebt von der Beratung, sondern vom Verkauf!

    Zum Thema: Ich selbst habe die Harmony nun seit geraumer Zeit und bin froh das FBedienungs-”Chaos” nun gezähmt zu haben. Die erste Programmierung ist etwas aufwendig, aber nicht kompliziert. Mit zusätzlichern Optionen kann man die Steuerung nicht nur auf das Home-Entertainment, sondern auf die gesammte Elektrik im Haus anwenden. Selbst die Küchengeräte bleiben nicht verschont.

    Ein Kauf lohnt sich ab 3FBs trotz des Preises in jedem Fall!

    mfg
    Michael

  8. W.Zaremba

    schrieb am 1. Dezember 2008 um 23:11 Uhr (#)

    Hi, Michael! Keine Ahnung, ob es dein Ernst ist, was du anfangs der Mail an mich geschrieben hast, brrrr. Ich habe den verführerischen Gedanken an die Harmonie 1000 aufgegeben, hatte auch keinerlei Beratung bekommen, wurde mir eher aufgedrängt mit dem Hinweis der Rückgabe des Gerätes. Der Wunsch ist zwar da, aber der Preis ist einfach zu weit oben. Trotzdem danke für deine Reaktion, auch, falls diease ironisch gemeint war. v.g. Wolle


1 Trackback

  1. Test Logitech Harmony 1000 I/II: Im Wohnzimmer befehle ich! » neuerdings.com
    (12. Oktober 2008 22:44)

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