Amazon Kindle Ebook-Reader Eine Augenweide

Buchhändler Amazon möchte gern mehr Ebooks verkaufen. Also wirft der Gigant noch einen Datei-Reader mit einem E-Ink-Monitor auf den Markt. Der ist eine Augenweide – der Monitor, nicht das Gerät.

Amazon Kindle auf New York Times
Siehste wohl? Der Amazon Kindle sieht genau aus wie Papier. Oder?

Update: Unsere Testserie zum Amazon Kindle

So ist das also: Wer jetzt bei Amazon ein Ebook kauft (und vorher noch 400 Dollar für dieses formschöne kantenreiche Gerät ausgibt), der kriegt die elektronischen Werke zum Vorzugspreis. Ich hab mich ja bisher immer genervt, dass ich für eine Download-Version mehr bezahlen musste als für die Paperback-Ausgabe – wenn die Bücher auf Amazon denn überhaupt digital verfügbar waren.

Aber jetzt springt Amazon-Gründer Jeff Bezos auf den Digital-Zug auf, den Steve Jobs mit iTunes hat anfahren lassen, und verscherbelt Bücher, Zeitungen und Blogs als Datenstrom oder Dateien, einige davon zum Einheitspreis.

Das Lesegerät dafür heisst Kindle, und nein, es war uns nicht zu hässlich – wir haben tatsächlich die Ankündigung verpasst. Passiert uns auch mal. Wir garantieren dafür einen ausführlichen Test – in allernächster Zukunft.

Hier deshalb vorerst ein paar Bilder und die wichtigsten Fakten: Das Kindle braucht keinen PC, es holt sich die Bücher, Zeitungen und Blogs via EVDO-Mobildatenfunk von Sprint – und das, bis auf die Blogs, kostenlos, respektive auf Rechnung von Amazon.

Kein Wifi oder Kabel nötig also, das Material findet seinen Weg überall auf das Lesegerät. Ausser man sitzt in einem Funkloch auf Kodiak Island oder in den Wäldern von Montana. Aber Leute wie Ted Kaczynski lesen ja ohnehin lieber auf toten Bäumen.

Amazon Kindle
Sorry. Linkshänder müssen Ebooks mit Rechts lesen. Umblätter-Knöpfe gibts zwar an beiden Seiten des Geräts, aber die asymmetrische Form bevorzugt eindeutig die Linke als Festhalte-Hand.

Die Batterlielaufzeit sinkt in diesem Wireless-Modus auf eineinhalb Tage, wenn das Funknetz ausgeschaltet wird, hält der Kindle eine Woche durch. Das erscheint wenig angesichts des Umstandes, dass E-Ink seine Seitendarstellung auch beibehält, wenn keine Spannung mehr anliegt – das Display besteht aus zweifarbigen Mikro-Kügelchen, die durch elektrische Impulse mit der Schwarzen oder der weissen Seite nach oben gedreht werden.

Amazon Kindle

Darin liegt denn wohl auch eine der Hauptqualitäten des Kindle: E-Ink ist für das Auge des Lesers wirklich eine Wohltat gegenüber jedem Bildschirm – jedenfalls, solange Schwarz auf Weiss gelesen werden soll.

Image

Das “formschöne Design” ist einem Buch nachempfunden, behauptet der Pressetext auf der Amazon-Website. Wir jedenfalls haben zwar noch kein Buch mit so vielen Kanten gesehen, jedenfalls nicht, bevor der Erste Leser es mit Eselsohren versehen hat.

Nichts desto Faustkeil, bietet das Kindle doch einiges für die anfallenden 400 Dollar Kaufpreis. Wikipedia ist eingebaut, Medien und Hörbücher soll das Gerät auch abspielen, und dank der Volltastatur lässt sich mit Büchern und Zeitungen so einiges anstellen, was Suche und dergleichen angeht.

Ausserdem können die Anwender sich eigene Dokumente in Word- und vielen anderen Formaten auf das Gerät schicken – per Email: Jedes Kindle hat eine eigene Adresse. Und jede eingehende Email kostet nur 10 Cent….! Die Übertragung per USB-Kabel soll auch möglich und billiger sein.

Aber mit derlei Details warten wir jetzt mal, bis uns Andreas Göldi seine Analyse liefert (Inzwischen passiert – Klick auf Link!)

Die Europäer werden eh warten müssen. EVDO ist der 3G-Datenstandard von amerikanischen CDMA-Netzbetreibern und Konkurrent zu HSDPA in Europa.

Amazon Kindle Produktseite

Neuerdings.com – Amazon-Kindle im Test

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4 Kommentare

  1. Zbinden Felix
    schrieb am 20. November 2007 um 14:56 Uhr (#)

    Amazon will für sein Gerät den größten E-Book-Katalog anbieten, der derzeit auf dem Markt zu haben ist. Mit dem E-Book-Reader will der Online-Einzelhändler laut CNet vor allem mobile Menschen und Geschäftsreisende erreichen.

    Für diese Zielgruppe ist eine Download-Funktion für die elektronischen Ausgaben von Zeitungen wie “New York Times” und “Wall Street Journal” eingebaut. Insgesamt seien Verträge mit 50 bis 100 Zeitungsverlagen getroffen worden.

    Wenn das nur gut geht? Ich bin jedoch überzeugt von diesem Reader ist er doch “klein aber oho”.

    Nebenbei bemerkt der Markt ist gigantisch

    Mit über 100 Millionen Online Kaufakten entfallen auf:
    Computer 7.7%
    Electronics 13.3%
    Software 17.3%
    CD?s and Videos 20.2%
    eBooks & Infos 31.5%

    Erkennen Sie, welch unglaubliches Potential auf all jene wartet, die eBooks schreiben, veröffentlichen und vermarkten? Alle Marktstudien belegen, dass die Entscheidungsfreudigen von der Gunst dieser Stunde profitieren werden.

  2. leu
    schrieb am 20. November 2007 um 16:47 Uhr (#)

    Somit bin ich nicht der einzige der die Ankündigung schlicht ignoriert hat. Meine grosse Frage ist, wieso man einem elektronischen Buch denn eine Tastatur spendiert? Irgendwie doof, wie das aussieht.

  3. Thomas
    schrieb am 20. November 2007 um 21:23 Uhr (#)

    Idee an und für sich finde ich sehr gut. Doch dann sind wir wieder beim Punkt: Für jeden “Scheiss” ein eigenes Gerät dabei…

    Mir wäre lieber was zwischen dem iPhone und dem Asus EEE PC, der all das auch kann, noch einiges mehr und dann noch in Farbe.

  4. Ludi
    schrieb am 21. November 2007 um 07:43 Uhr (#)

    Wooooohoooo ich freu mich ja schon auf die ersten Kunden, die Amazon verklagen, weil ihr Kindle-Email-Postfach zugespamt wird und sie für jede eingehende Mail 10 Cent zahlen müssen!
    Nebenbei bemerkt hat Amazon das falsch verstanden. Der iPod ist nicht deshalb erfolgreich, weil Gerät und Inhalt von der gleichen Firma kommen. Das ist bei einem Taschenrechner auch so. Der wesentliche Unterschied zwischen einem Taschenrechner und einem iPod ist das Sex-Appeal, und daran bemessen ist der Kindle leider näher am Taschenrechner, sorry Amazon.

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