Google & 23andme Gen-Analysen für Jedermann

Gastautor, 19. November 2007 09:15 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Die Firma 23andMe hat sich als Ziel gesetzt, jedem, der etwas über das eigene Erbgut erfahren möchte, eben diese Informationen zu einem moderaten Preis zugänglich zu machen.

Von Alexander Cyliax

ImageHeute geht die Firma 23andMe an den Start. Ziel ist es, jedem x-beliebigen Kunden eine Analyse seiner Gene und der darin enthaltenen Informationen zu liefern.

Dazu kann der Kunde ein 999$ teueres Set bestellen, welches es ihm ermöglicht, DNS-Proben zu entnehmen und diese dann zur umfassenden Analyse an 23andMe zurück zu schicken.

Interessant an der Firma ist vor allem, wer dahintersteckt:

23andMe ist das Startup von Anne Wojcicki, der Frau von Google-Ko-Gründer Sergey Brin. Google selbst ist mit 2,9 Mio. Dollar an der Firma beteiligt.

Die Genetik-Firma analysiert die eingesandten Erbgut-Proben nach allen derzeit bekannten Möglichkeiten der Wissenschaft und erstellt eine abschliessende Analyse. Dabei lassen sich nicht nur bisher nicht erkannte Krankheiten im Voraus erkennen, sondern auch wertvolle Informationen für eine Ahnenforschung (oder auch Vaterschaftsklage) herausfiltern.

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Anonymisierte Vergleiche der DNA hinsichtlich des wahrscheinlichen Auftretens von Diabetes

Gibt es neue Erkenntnisse in der Genforschung, wird das vorhandene Erbgut erneut analysiert und der Kunde bekommt ein “Update”.

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Welche Gene gleichen sich? Weltweite graphische Darstellung

Bedenkt man angesichts des baldigen Starts von “Google Health” die Möglichkeiten (besonders, wenn Google den Löwenanteil an 23andMe hält), dan ergibt sich sowohl eine Perspektive für echte medizinische Fortschritte als auch bedenkliche Szenarien mit der Wissenskrake Google.

An Hand der Informationen ermittelt 23andMe nämlich anonymisierte Daten, welche etwa erkennen lassen, wie anfällig bestimmte Personengruppen (ob geographisch, nach Altersklassen oder sich ähnelnden Genen geordnet) für Krankheiten wie z.B. Diabetes oder Krebs sind. Diese Daten werden dann graphisch ausgewertet und zur Verfügung gestellt.

Wenn ich mich richtig erinnere, hat vor einiger Zeit bereits “The Body Shop” in England ein ähnlich lautendes Angebot auf den Markt gebracht und ist damit gefloppt. Natürlich gehen aus Angeboten von Genanalysen erhebliche Chancen für die Wissenschaft einher, aber die Risiken sind offensichtlich, namentlich wenn sich Google auch noch dieses Wissen exklusiv einverleibt.

[Via Google Watch Blog]

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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Mick

    schrieb am 19. November 2007 um 09:27 Uhr (#)

    Ja, und die USA fordern ab 2009 nicht nur einen RFID Chip im Pass und im Ohläppchen des Trägers, sondern auch die Speicherung des PGG (Personal Google Genom) in einem weiteren Tag, der redundant im linken Hoden (bei Männern) oder in der linken Brust (bei Frauen) sowie in der äusseren Falte des Bauchnabels untergebracht ist. So können die unfriendly aliens auch keine illegtimen Kinder mehr in Arizona oder Montana zeugen.

  2. Dipl.-Ing. Dominik Heinisch

    schrieb am 21. November 2007 um 19:40 Uhr (#)

    klar, und was kommt morgen

  3. Zimtfisch

    schrieb am 26. November 2007 um 17:05 Uhr (#)

    Mick hat es schon ganz treffend zusammengefasst:
    Wer kann garantieren, dass die Daten nicht weitergegeben werden? Und schnell weiß man / Regierung / zukünftiger Partner nicht nur woher die Vorfahren von einem kommen sondern auch welche Erbkrankheiten man so mit sich rumschleppt. Gruselig.

    Ich glaube dennoch, dass das Projekt seine Kunden finden wird.
    Ahnenforschung ist lange nicht mehr nur ein Hobby von ergrauten Zeitgenossen.
    Es gibt viele junge Menschen, die zumindest schon mal ihren Stammbaum im Internet zu bauen beginnen. Und wenn man weiss, wie viel Geld in die Ahnenforschung gesteckt wird, sind 99 Dollar nicht so viel Geld…


1 Trackback

  1. University Update - Diabetes - Google & 23andme Gen-Analysen für Jedermann
    (19. November 2007 12:50)

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