Tomtom GO 720T Test I/III:
Vielseitiger Luxusguide
Das Navigationsgerät TomTom Go 720T hat uns einen Monat lang durch Stadt und Land begleitet. Dabei erwies sich der digitale Pfadfinder als kompetenter Reisebegleiter mit vielen praktischen Zusatzdiensten wie beispielsweise einer Handy-Freisprechanlage. Ein übersichtliches Display mit Sprachbefehlen begeisterte, die hohe Telefonrechnung für Stauabfragen und lieblose Sonderzieldaten ärgerten. Offen bleibt die Frage, ob sich das TomTom nebenbei als überwachender Big-Brother betätigt.

Tomtom Go 720T – das Spitzenmodell
TomTom Go 720T im Test – Teil II: Er folgt auf Zuruf
TomTom Go 720T im Test – Teil III: Fazit: Heikle Fahrtenschreiber-Funktion
Den TomTom’s geht der Ruf von Zuverlässigkeit und einfacher Bedienung voraus. Beim Spitzenmodell Go 720T ist vor allem ein Strauss neuer Funktionen dazugekommen.
Besonders beworben wird dabei die Hilfefunktion.
Auf der Menüebene gibt es dazu einen Rettungsring. Wird er angeklickt, zeigt er eine breite Auswahl von Hilfsdiensten.
Besonders populär dürfte wohl der Knopf “Nächster Arzt” sein.
In unserem Test waren die Angaben aber nicht sonderlich hilfreich. Obwohl die nächste Arztpraxis nur wenige 100 Meter entfernt lag und auch so im Telefonbuch verzeichnet ist, wollte uns das TomTom 20 Kilometer weit von der Schweiz nach Deutschland schicken.
Rechtschreibung: Note ungenügend!
Bei dieser Auflistung von Sonderzielen begegneten wir auch erstmals der lieblosen Datenerfassung, die arg nach Billiglohnlanddienstleistung aussieht.
Dass sich hinter “spitalverund ar standort kan?” das Spital Heiden verbirgt, erahnt man nicht einmal, wenn man fliessend TomTom’s Muttersprache, nämlich Holländisch spricht.
Erfreulich ist, dass die meisten Einträge mit einer Telefonnummer hinterlegt sind. Wenn man sein Mobiltelefon mit dem Tomtom gekoppelt hat, stellt ein Tippen auf das Hörersymbol direkt die Verbindung her.
Bei den Telefoniefunktionen finden sich dann auch die nützlichsten Erweiterungen des Go 720T. Die gängigsten Telefone lassen sich problemlos mit dem Navi koppeln und kopieren dann sogar ihr Adressbuch auf den Fährtenfinder. Das Telefon kann dann also in der Tasche bleiben, wenn man auf dem TomTom einen Gesprächspartner auswählt und mit diesem über das integrierte Mikrofon und den Lautsprecher parliert. Wer kein Fahrzeug der 100’000-Euro-Klasse lenkt, sollte zum Sprechen aber besser anhalten. Die Distanz zwischen Navi und Sprecher ist einfach zu gross, um bei all den üblichen Nebengeräuschen ein vernünftiges Gespräch zu führen. Für die gebrüllte Abmachung eines Termines reicht es aber allemal.
Das TomTom spielt Radio.
Womit wir auch schon beim Thema Audio wären. Das Go 720T kann seine Fahranweisungen über einen internen Lautsprecher, über ein per Kabel angeschlossenes Audiogerät oder – und das ist neu – über einen UKW-Sendekanal oder ein Bluetooth-Headset ausgeben.
Der integrierte Lautsprecher des TomTom, es sei lobend erwähnt, bietet aber vor allem bei der Sprachausgabe eine gute Qualität und vor allem in den meisten Fällen genügend Lautstärke. Dass sich dies durch “Wischen” am unteren Bildschirmrand einstellen lässt, erinnert schon ein bisschen an den neusten iPod.
Gefallen hat im Test auch die UKW-Funktion. Dazu stellt man sein Autoradio auf eine senderfreie Frequenz, beispielsweise 100 MHz ein. Am TomTom tippt man nun denselben Wert als Sendefrequenz ein. Sofort hört man das TomTom dann aus dem Autoradio. Vor allem Cabrioletfahrer werden dieses Feature schätzen, weil normalerweise der interne Lautsprecher des TomTom nicht mit den Windgeräuschen konkurrenzieren kann.
Macken mit Bluetooth-Köpfhörer
Wenig Freude hatten wir an der Audioausgabe über einen Bluetooth-Kopfhörer. Beim Versuch, ein Motorola S9 Headset mit dem TomTom zu koppeln, zeigte sich dieses sehr bockig. Von fünf Versuchen schlugen vier fehl.
Und selbst wenn die Kopplung klappt, ist die Lösung nicht durchdacht. Wir erwarteten nämlich, dass TomTom, Mobiltelefon und Headset ein sauberes Dreiecksverhältnis eingehen würden. Eingehende Telefongespräche sollten die Fahranweisungen unterbrechen und das Headset mit dem Handy verbinden. Im Test klappte das aber nicht vernünftig, weil das Headset jeweils nur mit Telefon oder TomTom gekoppelt werden konnte und beim ersten Anruf die ganze Bluetooth-Funktionalität verwirrt den Geist aufgab.
Da das TomTom nebenbei auch noch als MP3-Player Musik von SD-Kärtchen abspielen kann, prüften wir auch diese Funktion noch zusammen mit dem Headset. Leider ist im TomTom das A2DP-Profil nicht sauber implementiert, wir konnten also nicht mit den Tasten am Headset zwischen einzelnen Songs springen.
TomTom Go 720T im Test – Teil II: Er folgt auf Zuruf
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Großes Lob für diesen ausführlichen Erfahrungsbericht. Der Test ist sehr nah an der Praxis orientiert und zeigt viele Macken auf, die in den Tests großer zeitschriften oft zu kurz kommen. Schön, wenn man merkt, dass sich jemand tatsächlich mit einem Produkt beschäftigt hat…
Vielen Dank für den Bericht. Nicht nur billiges dahergerede nach einem eintägigen Test sondern tatsächlich das Ding wirklich benutzt. Grüsse
Saubere Arbeit Leute,
das ist schon der zweite Test von euch, nach dem ich mein Gadged kaufen werde !
Als Tom-Tom-Interessierte danke ich mal für den ausführlichen Test. Wenn ich das hier so lese, denke ich, dass ich mit dem Tom-Tom die richtige Wahl treffe. Auch wenn ein paar Kritikpunkte dabei sind, aber die gibt es wohl bei jedem Gerät.
Aber jetzt werde ich mich erst einmal auf heute abend vorbereiten: in den Garten setzen, auf EMForum.at ein wenig stöbern gehen und unseren Jungs schon mal jetzt die Fußball-Hand, nein -Daumen drücken. Wenn sie gewinnen, werde ich gleich mein Tom-Tom kaufen gehen. Na, dann mal los…
Guten Tag,
als TomTom 720 T Benutzer date ich regelmäßig, wie von TT empfohlen, alle Woche mein Gerät per Docking-station und TomTom-Home, besonders wegen der gps-fix-Daten,up.
Hat schon jemand bemerkt, daß nach jedem wie oben beschriebenen Update alee gespeicherten Routen und a l l e programmierten Warntöne gelöscht sind?
Mathias Weichert