Stupidfilter Weniger Unsinn im Internet
Es wird viel Unsinn verbreitet im WWW - insbesondere Foren und Blogs leiden unter unerwünschten Spam-Einträgen. Eine neue Software soll nun Einträge auf Intelligenz überprüfen.
Einst war das Internet ein Werkzeug der Wissenschafter, dann die Spielwiese von Geeks. Ingenieuren, Technikern, Informatikern. Dann kamen die BWLer, Rechtsanwälte und AOL-User. Heute bevölkern jede Menge Katzenbilder das Netz. Und neben Spam-Einträgen wird auch einfach jede Menge Schwachsinn gepostet. Die wirklich interessanten Sachen sind so im Rauschen kaum mehr zu finden.
Zwei US-Geeks, die Informatiker Gabriel Ortiz und Paul Starr, schlagen nun zurück: Ihre Software soll groben Schwachsinn semantisch erkennen und ablehnen. Der Filter reagiert auf penetrante GROSS- oder kleinschreibung, exzessiv verwendete Wortabkürzungen, zuviele Ausrufezeichen!!!! oder ständig eingestreute LOL ROFL PIMP.
Echte Intelligenz beziehungsweise deren Fehlen kann der Filter nicht erkennen, ebensowenig wie (nicht zu sperrende) Ironie oder (zu sperrenden) Irrsinn, er reagiert nur auf typische Schwachsinns-Schreibweisen. Im Prinzip könnte er also auch Beiträge nach reinen Rechtschreibkriterien oder Schimpfwörtern ablehnen - was ja heute schon gemacht wird und nicht gut funktioniert.
Eine Datenbank soll den Filter anlernen und ihm zeigen, was Schwachsinn ist. Die Datenbank wird momentan mit Kommentaren aus Youtube gefüttert.
Im Dezember soll die Software fertig sein. Sie ist Open Source und kann von jedem weiterentwickelt werden. Es soll auch ein Firefox-Plugin geben, dessen Sinn jedoch unklar bleibt: Wer Schwachsinn posten will, wird es sich kaum vorher installieren. Ein Plugin für Blog- und Forensoftware wäre eher gefragt.
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1 Kommentar zu diesem Artikel
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- Peterchen weiß Bescheid
(24. November 2007 14:39)
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Helga
Ich stimme zu, dass viel Unsinn im Netz im Umlauf ist. Jedoch bezweifle ich, dass eine Software dem wirklich entgegen wirken kann. Und fällt es nicht irgendwie unter freie Meinungsäusserung, wie man sich und was man ausdrückt??
Also wer hat dann das Recht zu entscheiden was Unsinn ist? Einer der tollen Dinge des Internets ist doch die Meinungsfreiheit und der Zugang zu einer Vielfalt von Informationen. Wieviel Information man aufnimmt, wieviel Rauschen man in Kauf nimmt, um das Ganze in brauchbares Wissen zu verwandeln, ist dabei doch jedem selbst überlassen.
Eine ganz andere Sache ist, ungewollt von Spam überhäuft zu werden. Aber ich denke, das lässt sich noch am ehesten über Datenschutz regeln und nicht über Zensierung von Inhalten.
Davon abgesehen, finde ich manche inkorrekten Schreibweisen (z.B. kleinschreibung) teilweise schöner und ausdrucksstarker als die Korrekte. - Und was ist mit der neuen und der alten Rechtschreibung?…Nun bis die Software deutsche Rechtschreibfehler oder Wortwiederholungen erkennt, wird es wohl sowieso noch ein bisschen dauern (wenn sie im Dezember erstmal in US-Version raus kommt).
Interessant wird es in jedem Fall sein, zu sehen wie intelligent die Software dann wirklich ist und wie sie denkt und funktioniert!