Manga-Mousepads Politisch unkorrekte Handschoner
“Handsofa”, “Gel Mouse Pad”, “3D-Mauspad”, “Manga Mouse Pad” - so heißen sie offiziell. Wie sie inoffiziell heißen, sagen wir hier nicht - dies ist ein anständiges Blog.

Gezeichnet oder fotografiert? Egal, liegt ja doch die Maus drauf! (Bild: W.D.Roth)
Ein ziemlich pubertärer Gag aus dem Land des Lächelns - die Mauspads mit weiblichen Wölbungen. Doch kennt sie immer noch nicht jeder - mancher weigert sich auch, sie zu kennen.
Vor zweieinhalb Jahren mußte man die Ware, die sich in Deutschland ob ihrer Dicke nicht als Brief verschicken läßt, noch umständlich über Hawaii aus Japan importieren, wohin sie wiederum aus China kommen - mit Versand und Zoll kam das auf 25 Euro bei drei Exemplaren, die zugegeben teils durchaus stilistisch akzeptabel waren.

Die Blisterverpackung mit “Test-Loch” ist allen 3D-Mauspads gemeinsam. Hier “Shikoku” von Pearl (Bild: W.D.Roth)
Inzwischen gibt es die bucklige China-Ware auch weit einfacher bei Pearl für 6,90 Euro oder beim nur diese Hard-, nein Soft-, nein Mouseware liefernden Anbieter “Sexy Mousepads” für 19,95 Euro. Bei letzterem untypisch nicht mit einer Zeichnung, sondern einer Pamela-Anderson-ähnlichen Blondine bedruckt.
Die Geschmacksfrage wollen wie hier nicht klären - es könnte zu gewaltigen Magen- und Darmproblemen führen, eine der Damen vor lauter Zuneigung zu verspeisen. Geruchstechnisch sind die Produkte in fabrikneuem Zustand auch eher problematisch: Die Damen riechen ausgesprochen streng, stark chemisch. Das legt sich aber, wenn man sie erst einmal einige Tagen an die frische Luft setzt.

Unsymmetrisch: “Hokkaidos” für Linkshänder nicht sehr ergonomische Kehrseite von Pearl (Bild: W.D.Roth)
Hoffen wir mal, daß sie kein Blei enthalten, wie China-Spielzeug für (kleine) Kinder. Der Weichmachergehalt wäre eine andere Frage - Neuerdings.com konnte Greenpeace allerdings bislang noch nicht zum Schadstoff-Test überreden.
Hören tut man nichts - nein, es quietscht auch nichts - und der Anblick - nunja. Da landen wir doch wieder bei der Geschmacksfrage. Für den Benutzer ist es eigentlich egal, der schaut ja schließlich bei der Arbeit auf den Bildschirm und nicht auf sein Mauspad.

Daß in Tokios U-Bahnen das Pograbschen angeblich so verbreitet ist, gehört wohl leider zur japanischen “Kultur”. Wie sonst sind diese Manga-Motive zu erklären? (Bild: W.D.Roth)
Der mehr oder weniger frivole Anblick wird in der Praxis somit ohnehin von Maus und großen Männerpfoten verdeckt. Ein Problem wären im Büro eher Chef und Kollegen, die das Mauspad beide schnellstmöglich entsorgen dürften, der erste im Eimer, die letzteren am PC zuhause.
Es ist aber eigentlich klar, daß ein derartiger Pennälerscherz nur an dem für “freizeitorientierte Surftouren” bestimmten Heim-PC etwas verloren hat. Und das ist schade, denn die 3D-Mauspads haben tatsächlich ergonomische Vorzüge und wären im Büro durchaus richtig aufgehoben.

Ursprüngliche Variante von 2005, immer noch am geschmackvollsten (Bild: W.D.Roth)
Sie entlasten den “Mausarm”, der meist zu lange angehoben die Maus bedient und so zu schmerzhaften Sehnenscheidenentzündungen (RSI-Erkrankungen) führt - insbesondere bei im 2-Finger-System arbeitenden Redakteuren eine sehr verbreitete Berufskrankheit.
Die 3D-Mauspads sind deshalb auch bei weiblichen Bloggern durchaus gefragt (keine Sorge, das “Gewinnspiel” ist längst abgelaufen und somit nicht Grund dieses Tests! Blogwerk bloggt nicht für Gummi- Möpse Mäuse).

Hand-Sofa? Na wenigstens schlafen die Hände darauf nicht ein… (Bild: W.D.Roth)
Ein Trost, daß Frauen dann überhaupt nicht so sexistisch sind wie die bösen Männer. Doch Pech gehabt: Männerhintern gibt es bislang nicht in 3D-Mauspad-Form. Vermutlich, weil in Japan niemand so etwas verlangt.
Und leider auch nicht die dennoch oft zitierte neutrale, “langweilige” Ausführung in Mausgrau. Das wäre nämlich die Lösung fürs Büro: ergonomisch, und dennoch nicht konfliktträchtig. Auch zuhause. Und: Die Phantasie hat doch ohnehin viel mehr zu bieten, oder?

Achtung, Verschleiß: Nach 2 Jahren Dauerbetrieb wird der BH lose - aber nicht da, wo die meisten es erwarten dürften… (Bild: W.D.Roth)
Nun aber zur Frage der Haptik, auf die doch alle insgeheim gewartet haben dürften: Auf welchem Modell liegt die gestreßte Hand nun am angenehmsten?
- Die Modelle von Pearl sind der Preisklasse entsprechend weich-schwabbelig. Die Oberfläche wie (Männer-Feinripp) Unterwäsche. Dürfte nach einigen Wochen Nutzung nicht mehr so ansehnlich aussehen.
- Die Hawaii-Importe von 2005 liegen deutlich angenehmer elastisch-nachgiebig unter der Hand, erfüllen ihren armschonenden Effekt, wenn auch mit Abnutzungserscheiningen. Die Oberfläche entspricht Baumwoll-Bettwäsche.
- Die Pamela-Anderson-Blondine ist wie das US-Original gut mit Silikon gefüllt und dürfte denen, die tatsächlich herumtatschen und nicht nur den Handballen auflegen, das angenehmste Erlebnis bieten. Die Oberfläche erinnert passend zum Bild an Badeanzüge. Die Kaffeetasse sollte man allerdings auch über dieses Modell besser nicht auskippen.
Mousepads bei Pearl
Teurer beiSexy Mousepads
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4 Kommentare zu diesem Artikel
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(11. Juli 2008 16:30) - neuerdings.com » Blog Archiv » Japanische Mäusejeans: Ohne Worte
(18. Juli 2008 11:21)
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Flocke von Kroetengruen
Wie geil ist das denn? :mrgreen:
Gibts die Knackärsche auch mit Kerlen??? :mrgreen:
Peter Sennhauser
Lesen sollte mann, bevor mann kommentiert.
dirk
Habe mir mal gerade die Site von sexy-mousepad.de angeschaut, also ich finde das Mousepad mit der echten Braut super geil! Kommt auf diesem Foto leider nicht so rüber.. aber netter Artikel.
Chris
Ohh mann… Ich bin PC Spieler… Da hätte ich ANgst mich mitten im Gefecht zu “vergreifen” XD
Japaner halt… :)