Rodenstock Informance Brille mit Routenplaner
Rodenstock will ein Navigationssystem in die Brille integrieren. Informance ist zwar noch eine Designstudie - aber Verlaufen in fremden Städten war gestern.

Rodenstocks Sportbrille Informance mit Head-Up-Display (Bild: Rodenstock)
Ein israelischer Hersteller hat bereits Brillen mit eingebautem TV-Display angeboten. Ein doch etwas wirklichkeitsfremde und lebensverkürzende Idee, solchermaßend fernsehend durch die Stadt zu laufen.
Der Brillenhersteller Rodenstock denkt nun etwas “vernünftiger” daran, die Anzeige von Pulsmessern (immerhin handelt es sich ja um eine Sportbrille!) oder Navigationsgeräten in einer Brille anzeigen zu lassen.
Mit der Technologiestudie “Informance” zeigt der Brillendesigner Rodenstock nun seine Vision von multimedial nutzbaren
Augengläsern. In Kooperation mit dem britischen Technologieunternehmen
Cambridge Consultants entwickelten die Münchener Brillentechniker eine
Sportbrille, die den Träger über ein Head-up-Display mit diversen
Informationen versorgen soll. “Die Designstudie hat mittlerweile
Prototypenreife erreicht”, erläutert Ellen Zimmermann, Sprecherin von
Rodenstock, im Gespräch mit pressetext. Von einer Serienfertigung sei
man jedoch entgegen aktuellen Medienberichten noch weit entfernt.
Das Display der Hightech-Brille verfügt auch nur über eine Auflösung von 320 mal 240 Pixel, das ist nicht vergleichbar mit den bereits in Richtung HDTV bzw. PC-Display gehenden Brllen der Israelis. Dafür geht es ohne Kabelsalat: Die Informationen werden dem Träger mithilfe einer speziell
entwickelten Optik in das Sichtfeld projiziert. Alle Daten werden über
eine Funkverbindung zum Empfänger in der Brille übertragen. Die Stromversorgung erfolgt über eine Batterie. Die hierzu benötigen
Komponenten sind im Brillengestell integriert und wiegen lediglich
sieben Gramm.
“Head-up-Displays wurden ursprünglich für die Anwendung im militärischen Bereich konstruiert und sind zumeist ziemlich schwer”, erläutert Mike Hazel, Optik-Spezialist bei Cambridge Consultants. Als Beispiel führt er die Helme von Kampfpiloten an. “Unser Ziel war es, diese Anwendung massentauglich zu machen”, so Hazel. Daher musste die Technik leicht und in eine normale Brille integrierbar sein. Beim aktuellen Prototypen nimmt das Display eine Fläche von zwölf Prozent des Sichtfelds des linken Auges ein. Während der Träger geradeaus sieht, kann er die Informationen aufnehmen, erläutert Hazel.
Also eine weitere Einschränkung: Das Bild erscheint nur auf einem Auge. “Mit derartigen Konzepten wollen wir ein neues, sportliches Klientel
ansprechen. Gerade bei Ausdauersportarten sehen wir ein Potenzial für
diese Technologie. Dabei werden die Pulsdaten des Läufers vom Brustgurt
direkt zur Brille übertragen. Der Blick auf die Pulsuhr entfällt”,
erläutert Zimmermann.
Und der auf den Wurzelstrunk im Pfad des Joggers wohl auch…
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