Mac OS X 10.5 Leopard im Test (III/III)Fazit:
Unspektakulär solide

Andreas Göldi, 30. Oktober 2007 09:24 Uhr, 13 Kommentare Kommentare

Ist ein Upgrade auf OS XLeopard wirklich ein Muss für Mac-Besitzer? Und kann Apple den Innovationsabstand zu Windows Vista wieder herstellen? Wir ziehen Bilanz.

Teil II: Mac OS X Leopard – Viel Neues, wenig Spektakuläres

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Ohne Zweifel: 2007 war ein wichtiges Jahr für die Personal-Computer-Branche. Microsoft lancierte Windows Vista und Office 2007, und im Apple-Lager wurden mit iLife’08, iWork’08 und jetzt Leopard ebenfalls alle wichtigen Softwareprodukte rundumerneuert. Auf der Windows-Seite musste Vista reichlich Kritik einstecken. Die ressourcenfressenden Spezialeffekte und ständigen Sicherheitswarnungen konnten das Publikum nicht begeistern. Kann das neue Mac-Betriebssystem da besser abschneiden?

In der Mac-Szene wurden die bisherigen Updates dieses Jahres wohlwollend, aber ohne grosse Aufregung zur Kenntnis genommen. Diese Reaktion scheint unter dem Strich auch für Leopard angebracht: Es ist eine solide neue Version mit viel Zusatznutzen, aber kein Grund zur übermässigen Begeisterung oder gar zum Schlangestehen (wobei diese Warnung für viele Mac-Fans natürlich zu spät kommt…).

Nach fast zweieinhalb Jahren Entwicklungszeit kann man sich ob dieser letztlich eher unspektakulären Leistung eine gewisse Enttäuschung nicht ganz verkneifen. Ganz offensichtlich scheint das Konzept “Personal Computer mit GUI” weitgehend ausgereizt zu sein, wenn das eine Lager (Microsoft) primär damit wirbt, dass es endlich etwas sicherer geworden ist und das andere (Apple) als tollstes neues Feature eine längst überfällige Backuplösung präsentiert. Beide Betriebssystem-Updates hauen einen nicht wirklich nicht vom Stuhl. Das war mehr Modellpflege als echter Fortschritt.

Trotzdem: Apple hat mit Leopard ein abgerundetes, sorgfältig gestaltetes und robustes Betriebssystem veröffentlicht. Ein Upgrade ist schmerzlos und bringt sofort zusätzlichen Nutzen. Auch wenn man über einige der neuen visuellen Elemente geteilter Meinung sein kann, bekommt man als Mac-Nutzer durch Leopard eindeutig ein signifikant besseres Mac-Erlebnis. Man merkt, dass Apple in diesem Release den Fokus auf Optimierung der Kleinigkeiten gelegt hat statt auf die grossen Sprünge. Und das schätzt man bei der täglichen Arbeit durchaus.

Damit vergrössert Apple den Qualitätsvorsprung gegenüber Windows sogar noch weiter. Denn während beim Mac mit Leopard mehr denn je alles aus einem Guss wirkt, leidet Windows Vista immer noch an Kinderkrankheiten. Featuremässig schenken sich beide nichts, bis auf ein paar selten gebrauchte Gimmicks können beide Betriebssysteme etwa gleich viel. Wer es ganz genau wissen will: Engadget hat einen ausführlichen Feature-Vergleich zusammengestellt.

Einige der entwicklerlastigen Features von Leopard wie 64-Bit-Support und das Core-Animation-Framework werden wohl erst mit der Zeit ihren echten Nutzen zeigen — dann nämlich, wenn Produkte auf den Markt kommen, die auf diesen neuen Möglichkeiten basieren. Aber die vielen kleinen Verbesserungen von Leopard, die sofort für den Enduser sichtbar sind, rechtfertigen den Upgrade-Preis durchaus schon jetzt. Andererseits gibt es aber auch keinen Grund zur Eile. Wer all diese Dinge nicht unbedingt sofort braucht, kann auch getrost bis zur Version 10.5.1 warten, in der dann vermutlich ein paar der noch spürbaren Unebenheiten ausgebügelt sind.

Leopard lässt sich auf allen Macs ab G4-Prozessor (mit mindestens 867 MhZ CPU) installieren, d.h. auf allen Macs, die in den letzten ca. sechs Jahren auf den Markt gekommen sind. 512 MB RAM-Speicher sind das Minimum, aber realistischerweise sollte man eher mit einem oder lieber zwei Gigabytes rechnen. Für 129 Euro bzw. 189 CHF gibt es Upgrade für eine Maschine, eine Familienlizenz für bis zu fünf Installationen kostet 199 Euro bzw. 279 CHF.

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13 Kommentare

  1. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 09:32 Uhr (#)

    Für mich klingt das, was Du hier beschreibst, wie das, was man in Seattle ein “ServicePack” nennt und den Windows-Käufern als Nachbesserung alle zwei Jahre kostenlos zur Verfügung stellt.
    Und bis das passiert ist, kommt mir kein Vista auf die Kista…

  2. supeermario
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 11:24 Uhr (#)

    uuaahh…
    okay wenn man mit den “paar” neuen features nichts anfangen kann, ist es eben so…
    allerdings finde ich ein betriebssystem schon updatenswert (was für ein wort), wenn es schneller und stabiler läuft.
    mit vista muß sich 10.5 überhaupt nicht messen. da reicht schon ein blick auf die preismodelle.

    p.s. ave steve…

  3. Schreibt hier auf dem Blog Andreas Goeldi
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 12:53 Uhr (#)

    Es ist schon deutlich mehr als ein Servicepack, denn bei denen kommen ja eigentlich nie komplett neue Applikationen und deutliche Aenderungen an der Benutzeroberflaeche mit. Bei einem Windows-SP merkt der Normaluser meistens kaum was (ausser mehr Stabilitaet, hoffentlich).

    Andererseits hat sich Microsoft damals angeblich auch ueberlegt, Windows XP SP 2 als “neues” Betriebssystem rauszubringen, weil da zum ersten Mal in einem SP tatsaechlich ein bisschen neue Funktionalitaet drin war.

    Was mich mehr erstaunt, sind die vielen Aenderungen unter der Motorhaube. Ich wollte gestern eine lokale Web-Anwendung (samt Apache-Modulen etc.) auf einem frischen Leopard-Mac installieren, und sie haben das Filelayout ziemlich stark geaendert. Nix war mehr dort, wo es unter 10.4 mal war. Da scheint Apple stark aufgeraeumt und diverse neue Dinge hinzugefuegt zu haben. Das ist vermutlich langfristig sinnvoll, aber kurzfristig auch etwas anstrengend.

  4. SmoothkilleR
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 13:11 Uhr (#)

    “Einige der entwicklerlastigen Features von Leopard wie 64-Bit-Support und das Core-Animation-Framework werden wohl erst mit der Zeit ihren echten Nutzen zeigen ? dann nämlich, we”
    we was? wenn,….

  5. Sam
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 13:31 Uhr (#)

    Da hatte jemand wohl keine Zeit, den Artikel fertig zu schreiben :-)

    Oder die geupdatete Kiste ist beim Veröffentlichen abgeraucht.

  6. Schreibt hier auf dem Blog Andreas Göldi
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 14:01 Uhr (#)

    Sorry, da ist wohl bei der Freischaltung was falsch gelaufen. Der Artikel ist jetzt wieder vollständig.

  7. Nam
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 16:18 Uhr (#)

    das ewige Mac vs. Windows…
    ich als Windows nutzer hab da ja so meine Theorien…
    Vorurtiel 1: Vista ist ja viel zu teuer.
    soweit ich das sehe, kostet Leopard doch änhlich viel oder nicht?
    Vorurteil 2:Vista verbraucht viel zu viel Speicher.
    Beim Leopard sollte man auch 1 bis 2 GB haben?
    Also ich weiß ja nich-

  8. Andi
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 22:00 Uhr (#)

    Da ja im Internet schon der Wintel Hack erhältlich ist(dailyapps.net), lässt sich vielleicht mal ein direkter Vergleich zwischen den Kontrahenten anstellen.
    Was für eine Zukunftsvision: Stabiles OS auf Hardware nach freier Wahl.

  9. mds
    schrieb am 31. Oktober 2007 um 02:49 Uhr (#)

    @Peter Sennhauser: Ich teile Deine Betrachtung, aber Mac-Benutzer sind ja bekanntlich gerne bereit, etwas mehr zu bezahlen als ihre Windows-Kollegen ? ;)

  10. mds
    schrieb am 31. Oktober 2007 um 02:50 Uhr (#)

    Noch eine Meinung:

    Make no mistake: Mac OS X 10.5 “Leopard” is the real deal, a mature and capable operating system and a worthy competitor to Windows Vista. But then, so was Tiger, Leopard’s predecessor.

    Are there problems with Leopard? Sure. I point first to the price, $129, which is extravagant for a product that’s been updated so frequently since 2001. (Apple also sells a Leopard family pack for a more reasonable $199, a boon to multi-Mac households.) But $129 is only the beginning of the price Mac users will pay for Leopard. Some of those (ahem) 300+ new features actually require a .Mac subscription at a hefty $99 a year, while others require the latest version of iLife, also updated annually at $79. And since Leopard, like all previous Mac OS X releases, excludes certain classes of Macs from its compatibility list, some users will simply need new hardware. This is another area where Apple is far more aggressive than Microsoft, and it leads to more technically advanced but less compatible system. Thus far, Apple’s users have been openly supportive of this policy, opening their wallets every time the company announced a new product.

    Another problem with Leopard is the unmet expectations. Apple, like Microsoft with Windows Vista, promised more than it delivered with Leopard, and even went so far as to promise secret new features that never materialized. It’s one thing to explain, as Microsoft did repeatedly with Vista, why certain features are being dropped; that’s just disappointing. It’s quite another thing, however, to brazenly promise secret features to a giggling crowd and then not deliver them and pretend the promise was never made. That’s pathologically dishonest and disillusioning.

    Leopard is also incomplete. If you purchase this product on October 26, you’ll be getting pre-release quality software that Apple will update early and often, as they’ve done so often in the past with virtually all of its software products in the past several years. While your garden-variety Mac zealot may bristle at this suggestion, people who actually beta tested Leopard know what I’m talking about. It will get better over time. It always does.

    But the biggest problem with Leopard is that it doesn’t really offer enough of an advantage over Vista to make anyone want to switch. For all the baloney news stories about Vista’s supposed problems, Microsoft’s latest operating system is actually a solid effort that finally closed the gap with Mac OS X. Leopard was Apple’s chance to once again leapfrog Windows, and given the five years of delays Microsoft put us through, it should have been a slam-dunk. That Apple was only able to come up with something that’s roughly as good as Vista is both surprising and telling, I think. Leopard just isn’t better than Vista. And it should be.

    No matter. Leopard is an excellent product. Mac users will upgrade immediately or purchase new Leopard-based hardware with no regrets, and that’s just fine. But if you’re a Windows user sitting on the fence, Leopard doesn’t change the switcher equation at all.

    (http://winsupersite.com/r…s/macosx_leopard.asp)

  11. David
    schrieb am 17. Dezember 2007 um 14:32 Uhr (#)

    Also ganz ehrlich: ich hab nen iMac mit OS X Leopard und ich hab nen Windows-Laptop. Den Windows Laptop mit diesem schei** verfi**ten VISTA hätte ich in den letzten Monaten am liebsten mehrfach zertrümmert weil es immer noch unstabil ist und einfach immer wieder abstürzt und probleme macht(wann schafft microsoft es endlich ein betriebssystem zu bauen das funktioniert???). Ganz anders bei OS X, das ich jetzt schon seit jahren benutze: keine abstürze, keine zicken, alles läuft und mein herz wird geschont. wird zeit dass ich bei der arbeit keine windows-anwendungen mehr brauche! den mac-aufpreis zahle ich gerne und wenn ich mich dafür noch so verschulde, aber man muss schon arbeiten können, sonst verzweifelt man echt jeden tag aufs neue!

  12. Jochen
    schrieb am 2. Januar 2008 um 15:19 Uhr (#)

    Schöner Bericht, den ich mit folgendem Hinweis auf das überarbeitete FrontRow ergänzen möchte:
    Gaaanz wichtig: die Schriften in FrontRow sind jetzt geschrumpft, sodass man auch längere Dateinamen lesen kann (z.B. bei Filmen). Ganz lange Dateinamen fangen nach einiger Zeit an “durchlaufen”.

  13. sebastian
    schrieb am 8. Januar 2008 um 16:57 Uhr (#)

    ist os x 10.5 das selbe als leopard?
    oder gibt es 10.5 und 10.5 leopard?

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