Test Zyxel NSA-220 (I/II):
Datenserver für 1,5 TB Multimedia

Zyxel wagt mit der Netzwerkfestplatte NSA-220 den Schritt in die vernetzte Unterhaltung. Der “beinahe-Homeserver” fasst zwei Festplatten mit je 750 Gigabyte Speicher und stellt deren Daten ohne PC-Unterstützung im Netzwerk zur Verfügung. Da die Box nebenbei auch als DLNA-Server werkelt, harmoniert sie gut mit zusätzlichen Musik- oder Videoplayern in Stube, Küche und Schlafzimmer.

zyxel nsa 220 Heimserver

Von zwei Dingen kriegt der wahre Technikfreund nie genug: Blinkenden Lämpchen und Speicherplatz. Der taiwanesische Hersteller Zyxel erfüllt den ersten Traum schon seit bald 20 Jahren. Seine Modems sind Legende und zeigen mit beruhigendem Lämpchengeflacker, dass man online und das Internet am Leben ist.

Ziemlich unbekannt ist dagegen, dass sich Zyxel seit einigen Jahren auch im Bereich des “Network Attached Storage” (NAS) engagiert. NAS ist, simpel gesagt, die Lösung für alle Computeranwender, die einen PC nicht rund um die Uhr röhren lassen wollen, nur damit sie oder andere Benutzer im Netzwerk jederzeit Zugang auf die Daten haben.

Während NAS im professionellen Umfeld ganze Schränke füllen, sind sie im Heim- und Kleinbürobereich kaum von externen Festplatten zu unterscheiden. Erst ein Blick auf die Rückseite zeigt, dass dort statt der üblichen USB-Dose auch noch eine Ethernet-Buchse vorhanden ist, welche die Verbindung ins Netzwerk herstellt.

Diese Buchse ist beim Zyxel NSA-220 als Gigabit-Variante ausgelegt. Sind alle Partner im Netz entsprechend schnell, flutschen in unserem Test bis zu 11 Megabyte Daten pro Sekunde durch das Kabel. Zum Vergleich: Eine direkt im PC verbaute schnelle Harddisk schaufelt maximal 90 Megabyte Daten pro Sekunde in den Arbeitsspeicher. Externe Festplatten via USB bringen es maximal auf 35 Megabyte pro Sekunde. Wer das NSA-220 aber nicht gerade zum Schneiden von Digitalvideos verwendet, wird bei der täglichen Arbeit kaum durch zu wenig Tempo behindert.

Bis zu 1,5 TB

In das Gehäuse des NSA-220 passen maximal zwei Festplatten mit einer Gesamtspeicherkapazität von 1500 Gigabyte (1,5 Terrabyte). Dabei kann man entscheiden, ob man die beiden Festplatten zu einer Riesendisc vereinigen will (RAID-0) oder die Box mittels RAID-1 für Datensicherheit sorgen soll. Bei RAID-1 werden die beiden Festplatten gespiegelt. Das heisst, sie enthalten identische Daten. Gibt ein Laufwerk den Geist auf, hat man eine Kopie auf der zweiten Festplatte. Wütet allerdings ein Virus oder ein überklickeifriger Nutzer, werden die Daten innert Millisekunden auch auf beiden Platten gelöscht.

Wer mehr Sicherheit will, kann die Zyxel-Box mit maximal zwei externen USB-Festplatten ergänzen. Die externen Festplatten werden aber nicht in die RAID-Automatismen eingebunden, das Backup muss durch Software erfolgen. Mit Memeo liefert Zyxel ferner eine Windows-Software mit, welche die Daten von Windows-Rechnern periodisch auf das NSA kopiert.

Recht clever ist auch der Copy-Knopf am NSA-220. Wird beispielsweise ein USB-Stick oder ein Speicherkartenleser angestöpselt, kopiert ein Knopfdruck den Inhalt in einen mit Zeitstempel benannten Ordner auf der Festplatte. Dies funktioniert sogar mit Digitalkameras, sofern diese das Picture Transfer Protocol (PTP) unterstützen.

Verwaltet wird die Speicherbox am einfachsten über den Webbrowser. Damit alles mit rechten Dingen zugeht, ist der Zugang passwortgeschützt, und für jeden Teilnehmer im Netzwerk lassen sich fein abgestufte Rechte vergeben. Ordner auf dem zentralen Speicher lassen sich so für einen, mehrere oder alle Benutzer freischalten oder dabei die Rechte auf Lesen oder Schreiben einschränken. Leider können Rechte nicht gruppenweise vergeben werden.

Zyxel NSA-220 Datenserver Benutzer

Unter Windows verhält sich das NSA danach vollkommen transparent, die Ordner sind ohne Installation irgendwelcher Treiber sichtbar. Sie erscheinen als übliche Netzwerkfreigaben und verlangen beim Zugriff die nötige Passworteingabe. Am einfachsten ist es, wenn man einen Ordner auf dem Dateispeicher einem neuen Laufwerksbuchstaben unter Windows zuordnet. Auf Wunsch stellt dann Windows diese Verbindung bei jedem Rechnerstart automatisch her.

Der Zugriff auf freigegebene Ordner kann aber auch einfach via FTP erfolgen. Damit kann man sein Netzwerk einfach ins “Internet erweitern” also auch von unterwegs auf wichtige Dateien zugreifen.

Folgt Teil 2: Das NSA-220 als Medienserver und Downloadknecht

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3 Kommentare

  1. andreas
    schrieb am 25. Oktober 2007 um 13:06 Uhr (#)

    wie sieht es mit anderen os aus? mac os/linux/etc.? richtig schön ist es ein nas zu haben welches als bindeglied zwischen den welten fungiert.

  2. Mario Ramseier
    schrieb am 25. Oktober 2007 um 13:26 Uhr (#)

    Eine wirklich gute Sache, habe den Kauf vor gut 2 Wochen gewagt (inkl. 2 250 GB Platten für knapp CHF 500.-).

    Funktioniert bis jetzt alles wunderbar, Geschwindigkeit ist ebenfalls ok, d.h. kein Problem von mehreren PCs auf MP3s zuzugreifen. Das einzige was mich stört ist die Vergabe der Rechte, die ist in meinen Augen nicht wirklich “fein abgestuft”. Daher eine Vergabe von Rechten auf Unterordner o.ä. ist nicht möglich. Für alle Konstellationen muss ein Ordner auf der Hauptebene erstellt werden, sprich es ist nicht möglich z.B. ein Ordner Music zu erstellen, in einen Unterordner aber für Benutzer xy zu sperren. Schade.

    Ich bin aber sehr zufrieden, leider ist der DMA-1000W noch nicht verfügbar, das wäre dann der Streaming Client von Zyxel mit WLan, die Version ohne WLan gibts, kostet 230.- (Wlan ca. 50.- mehr), aber wer will schon Kabel ziehen.

  3. eXor
    schrieb am 18. Dezember 2008 um 22:56 Uhr (#)

    Hallo
    Habe nun die NSA220 min 2x750GB (Raid 0) in Betrieb.

    Mein OS ist Ubuntu0810, die Software um das Gerät zu Konfigurieren hab ich mit Wine nicht hingebracht. Aber da ein Teil des Netzes als DHCP konfiguriert ist, bekam die NAS eine IP und ich wurde glücklich

    Sogar der DAAP-Server läuft mit Amarok :)

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