Ende der Single-Ära:
Labels setzen auf USB-Sticks

Die Grossen Labels wollen sich von der Single-CD verabschieden – und auf USB-Sticks setzen. Erste Experimente starten Universal, EMI und Warner noch dieses Jahr.

ImageWeil die Jungen Leute zwischen 12 und 24 “die CD nicht länger für cool halten”, setzt Universal Music UK gemäss einem Bericht der englischen Times jetzt auf USB-Sticks als Medien für den Verkauf von einzelnen Songs, respektive kleinen Kollektionen aus Liedern und Videos.

Die Sticks werden in Grossbritannien Ende dieses Monats auf den Markt kommen und 5 statt der 3 englischen Pfund kosten, die bisher für Single-CD fällig wurden.

Den Anfang machen Sticks von der Rockband Keane und Nicole, der Leadsängerin der Pussycat Dolls.

EMI will Pink Floyds Studio-Alben auf USB-Sticks anbieten, und Warner hat für November den Release eines Teil-Albums der Punkband Hadouken! angekündigt.

Nach Ansicht der verantwortlichen werden die Konsumenten die leicht höheren Preise akzeptieren, weil, so die Times, “die höhere Speicherkapazität der Sticks die Zugabe von Videos und anderen Multimedia-Inhalten erlaubt”.

Wir kapieren zwar nicht ganz, was denn bisher nicht auf den 700MB einer CD hätte Platz finden sollen und fragen uns, on 1GB-Sticks als Datenträger sich für die Musikindustrie wirklich lohnen – als wir das letzte Mal nachgesehen haben, kosteten Flash-USB-Sticks noch immer ein Vielfaches von CD-Rohlingen (welche im Industriellen Herstellung notabene gepresst und nicht gebrannt werden). Aber die Labels scheinen überzeugt, mit Stäbchen statt Scheiben das Publikum zurückzugewinnen, das sich langsam Richtung Download-Musik davonschleicht:

Die CD ist eine alte Technologie, die sich nicht mehr weiter entwickelt hat. Glücklicherweise wollen die Leute noch immer ein physisches Produkt kaufen, und mit der zusätzlichen Kapazität können wir [mit den USB-Sticks] ein besseres Konsumerlebnis vermitteln.

sagt Eric Daugan, Vizepräsident des digitalen Geschäfts in Europa für Warner Music.

Die englische Hitparaden-Organisation hat sich bereits bereit erklärt, die USB-Sticks in die Kalkulationen einzubeziehen.

Und wir wünschen den Music-Majors alles Gute beim Absetzen ihrer Stäbchen. nachdem mit allerlei grosskalibrigen Kopierschutzmechanismen zu rechnen ist, werden Single-Fans wohl bald schon die Computergeschäfte nach Multiport-USB-Hubs abgrasen.

Bericht in der Times

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1 Kommentar

  1. Tom
    schrieb am 20. Oktober 2007 um 12:48 Uhr (#)

    Der physikalische Datenträger ist tot.

    Aus Ignoranz hat man die einzige Alternative zu CDs nämlich die hochauflösenden Formate SACD und DVD-Audio dem Kunden kreuz und quer um die Ohren gehauen und ihm die Lust genommen.

    Hätte man sich auf einen Standard geeinigt wäre die Ablösung vielleicht noch geglückt.

    Der Kunde hätte zumindest mehr Speicherplatz und einen wirklich besseren Klang.

    Was man jetzt aber versucht ist wirklich fahrlässig. Die CD konnte nie den Zauber der Schallplatte erreichen. Aber diese Sticks haben noch viel weniger “appeal”.

    In einer Situation wie der jetzigen wirkt m. E. jegliche Konkurrenz für die gute alte CD wie ein Brandbeschleuniger.

    Ich frage mich ob die Musikindustrie hier nicht wirklich ein großes Konzil halten sollte und eine langfristige Strategie entwickeln sollte.

    Wenn die Haptik aus dem Wohnzimmer verschwindet geht nicht nur ein Stück Kultur sondern auch ein gewisser “Wert” verloren. Dies wird im Endeffekt auch das Verständnis für einen gewissen Preis unterminieren.

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