“Anti-Brumm” elektronisch

Fliegen und Mücken sind um diese Jahreszeit eine besonders lästige Plage. Neben Gerüchen soll man den Plagegeistern auch mit Licht und Geräuschen beikommen können. Neuerdings.com hat einige der Hilfsmittel getestet.

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“Schau mir in die Augen Mücke…gaaanz tief…Du kannst mir nicht widerstehen…”: Pearl Mückenfänger mit UV-LEDs und Ventilator (Bild: W.D.Roth)

Das gängigste Mittel gegen Mücken und Bremsen ist immer noch “Autan“. In der Schweiz ist Autan weniger angesagt, das Mittel der Wahl heißt “Anti-Brumm“. Auch dieses kommt aus Deutschland, soll aber besser wirken.

Allein unter hungrigen Frauen (nur weibliche Mücken stechen!) ist man als Mann damit jedoch ziemlich aufgeschmissen: Die Nacht wird trotz frauenabweisedem Deodorant sehr unruhig und endet auch bei Nicht-Skat-Freunden mit vielen Stichen.

Nur in weiblicher Begleitung findet man(n) Schlaf – dann stürzen sich die Mücken nämlich auf die Dame. Das allerdings zuhause der Ehefrau als Grund für Doppelzimmer nebst Begleitung zu erklären, könnte schwierig sein. Eine elektrische Lösung bewahrt den Familienfrieden.

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Rückt Fliegen und Mücken mit UV-Licht, Hochspannung und einem (relativ lauten) Ventilator zuleibe: Lunartec Mückenvernichter, nur zur Jagd in leeren Räumen bis 40 qm geeignet, wenn gerade kein Frosch zur Hand ist. Die gegrillten Insekten kann man dann durch Herausziehen des Tabletts aus dem Gerät entfernen. (Bild: W.D.Roth)

Relativ gängig ist der Ansatz, kleine chemische Plättchen in einen Verdampfer zu stecken, der an der Steckdose betrieben wird. Das Problem: Die darin eingesetzten Substanzen vertreiben Mücken entweder bloss – dann treiben sie sie weg von der Steckdose und hin zum Schlafenden – oder aber klassische Insektengifte: Dann haben sie im Schlafzimmer nichts verloren.

Andere Geräte senden einen Piepston aus, der Mücken vertreiben soll – hier besteht wieder dasselbe Problem: Die Mücken flüchten vor dem Gerät und hin zum Schlafenden. Viele Mücken scheinen allerdings ausgesprochen schwerhörig zu sein, dafür flüchten garantiert alle Hunde und Katzen in Reichweite. Angeblich senden manche Radiosender im Sommer auch diesen Ton aus, und auch als Handyklingelton soll er mittlerweile erhältlich sein.

In südlichen Ländern sieht man dagegen schon seit vielen Jahren den elektrischen Stuhl für Insekten: eine insektenanlockende UV-Leuchtröhre, vor der ein Hochspannungsgitter sitzt. Die in der Gastronomie und im Lebensmittelhandel zu findenden Geräte bestechen mit wunderschönen Glüh-Lichteffekten und dekorativ aufsteigenden Rauchwolken, während man im Restaurant genüsslich beim Essen sitzt. Für romantische Candle-Light-Dinner “besonders” zu empfehlen. Im Freien dürfen diese Geräte nicht angewendet werden, beispielsweise beim Camping, weil sie sonst alles fangen und grillen, ob Bienen oder Schmetterlinge.

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Soll Milben nerven: Ultraschall-Sender Isotronic Milbenfrei, gefunden bei Pearl. Zunächst nervt aber einmal das helle blaue LED-Licht. (Bild: W.D.Roth)

Weniger martialisch sind ähnliche Geräte, die aber mit einem Ventilator die herumfliegenden Insekten fangen und festhalten. Dort vertrocknen sie dann über Nacht und können am nächsten Morgen in der Biotonne entsorgt werden. Allerdings scheinen eher Fliegen als Mücken auf diese Art Gerät herein zufallen, und außerdem muss der Fluchtweg zur Tür frei sein, wenn man das Gerät ausschaltet, weil meist einige der Fliegen noch leben und sich ansonsten sofort wieder im Raum verteilen, sobald der Ventilator stehen bleibt.

In bisherigen Praxistests konnte man tatsächlich Küche oder Wohnzimmer gut fliegenfrei bekommen. Für Räume, in denen sich Personen aufhalten, werden diese Geräte weniger empfohlen, da sowohl Fliegen als auch Mücken sich offensichtlich lieber in die Nasenlöcher der Anwesenden als in die Lampe stürzen, wenn sie die Wahl haben. Zudem stört der Ventilator beim Schlafen.

Der Versender Pearl hat nun einige dieser Geräte ausdrücklich auch zur Mückenjagd angeboten: das Modell von Lunartec für bis zu 40 qm große Räume ist eine kleine Ausführung des bewährten “elektrischen Stuhls” plus Ventilator, während ein anderes Modell nur die Ventilatortechnologie benutzt, dabei jedoch auf ultraviolette LEDs statt zerbrechlicher UV-Leuchtröhren selbst und somit auch für Reisen geeignet ist. Tatsächlich scheint es die Mücken von einem fernzuhalten, auch wenn sich am nächsten Tag keine im Gerät fand und die Nummer mit dem Ventilator normalerweise nur auf Fliegen großen Eindruck macht.

Eine besondere Rarität ist schließlich Isotronic Milbenfrei, das selbst wie ein Käfer aussieht: es soll mit der bereits erwähnten Ultraschall-Technologie einmal nicht Mücken, sondern Milben vertreiben. Diese sorgen bei vielen Menschen für Allergien und fühlen sich in Bettwäsche besonders wohl. Hier verspricht jedoch selbst der Hersteller nur 25% Reduktion der Milben nach einigen Monaten – für ein Hotelbett, das einem die Nase verstopft, garantiert ungeeignet.

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2 Kommentare

  1. Rolf Hartmann
    schrieb am 16. Oktober 2007 um 09:12 Uhr (#)

    Mit Interesse habe ich euern Bericht über die Mücken- und Milbenschreck-geräte gelesen. Gegen Milben hilft wirklich nur eins. Ein Reinigungs-verfahren der Fa. Matrix – ist mittlerweile auch bei der DEHOGA für Hotelhygiene gelistet.
    http://www.matrix-de.com
    Alles andere ist und bleibt Humbug.
    Gruß

  2. Schreibt hier auf dem Blog Wolf Dieter Roth
    schrieb am 16. Oktober 2007 um 21:52 Uhr (#)

    Hm, die Website tut in kaum einem Browser vor lauter Java und Javascript-Tricks – was ist denn bloß so schlimm an gewöhnlichem HTML?

    Und das “mineralische Spray” kann man nicht mal kaufen.

    Dafür suchen sie Vertreter.

    Ja, der elektronische Milbenvertreiber, da habe ich auch meine Zweifel.

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