Der elektronische DJ
Nicht erst seit Techno sollen aufeinander folgende Musikstücke zueinander passen. Bisher wurden experten in diesen Fragen als “DJ” bezeichnet. MP3-Erfinder Dr. Brandenburg hat es jetzt einer Maschine beigebracht.

Dr. Karlheinz Brandenburg, Erfinder von “MP3″, stellte auf der IFA 2007 die Neuentwicklung “Genre-ID” vor (Bild: W.D.Roth)
Nichts ist unangenehmer, als wenn mitten im Schmusen ein versehentlich dazwischengeratenes Stück von “9 inch nails” die Stimmung stört. In der Disco kann wiederum ein langsames Stück im falschen Moment die Stimmung zunichte machen. Auch im Radio will man zwar Abwechslung, aber durchaus mal zwei oder drei zueinander passende Stücke kombinieren.
Bislang war das Fachwissen des Discjockes hier gefragt - so manche Übergänge und Musikkombinationen waren jeweils die Spezialität eines DJs, die ihn auszeichneten.
Was wirklich genial zusammenpasst, das wird auch zukünftig nur ein DJ entscheiden können. Von Musik, Rhythmus, Instrumentierung und Gesangsstimme ähnliche Musikstücke heraussuchen, das kann allerdings inzwischen auch der Computer: “Genre-ID” heißt die neueste Erfindung von Dr. Karlheinz Brandenburg, der neben “MP3″ auch schon andere Erfindungen rund um Audio wie Ionosono oder das digitale Wasserzeichen präsentiert hat.

“Das klingt ja alles total gleich!” - Na das soll es ja auch!” (Bild: W.D.Roth)
Damit es nicht gar zu langweilig wird und die Musik bei einer großen Bibliothek stundenlang gleich klingt, kann dem System eingegeben werden, wie stark die aufeinander folgenden Stücke stilmäßig jeweils voneinander abweichen sollen.
Damit das Ganze gut funktioniert, ist allerdings ein ausreichend großes Musikarchiv notwendig. Beim heutigen Dudelradio natürlich genau das, wo es fehlt…
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