Autodiebe ausgebremst
General Motors will ab 2009 ihre Navigationssysteme mit einer eingebauten Diebstahlssicherung ausrüsten: gestohlene Autos werden per Fernsteuerung ausgebremst.

Schon die ersten Versuche mit dem Onstar-Navigationssystem von Opel/General Motors vor über 10 Jahren erinnerten an “Online-Überwachung”: In einem damit ausgerüsteten Testwagen konnten schon mit den 9600 Baud der ersten GSM-Datenübertragungen Webcam-Standbilder des Fahrers geschossen und übertragen werden, ebenso konnte sich die Zentrale über das Telefon im Cockpit melden oder es belauschen, ohne dass der Fahrer hierauf Einfluss nehmen konnte.
Gedacht war dies, um in teuren LKWs überprüfen zu können, ob diese noch von ihrem vorgesehenen Fahrer bewegt wurden oder bereits gestohlen waren. Mit der übermittelten GPS-Position konnte dann dem Zoll am in Frage kommenden Grenzübergang Bescheid gesagt werden.
Für PKWs war die Technik seinerzeit zu voluminös und teuer, und auch der Gedanke, dass sich Papi ermahnend über Funk meldet (“Mein Sohn, fahr langsamer! Hast Du schon wieder diese Biggi dabei oder was machst Du eigentlich in Moltraching???”), dürfte die Technikbegeisterung so mancher in Grenzen gehalten haben.
Immerhin 700 bis 800 gestohlene Autos sollen dank des 17 US-Dollar monatlich kostenden Onstar bereits wiedergefunden werden. Regulär dient das System neben der üblichen GPS-Navigation als Notruf, der mit einem Crashsensor auch automatisch ausgelöst werden kann, und den Fahrer mit einer Servicezentrale von Onstar verbindet.
Tabu war es dagegen bislang, einem mit einem solchen System ausgerüsteten Auto die Zündung zu unterbrechen: Ein schlagartig abgeschalteter Motor ist ein Sicherheitsrisiko – abgesehen vom möglichen Liegenbleiben des Wagens auf der linken Autobahnspur oder auf einer Brücke ist auch der Ausfall von Servolenkung und Servobremse ein Problem. Andererseits stellen auch 400 Tote im Jahr in den USA durch Polizei-Verfolgungsjagden ein Problem dar.
Nun soll nach einer Ansage “Halt, Polizei!” der Motor erst gedrosselt werden, mit eingeschalteter Warnblinkanlage, um nachfolgende Fahrzeuge zu warnen, falls der Dieb nicht brav rechts ran fährt. Erst nach einer Weile wird der Motor dann ganz abgeschaltet. Diebe sollen so der Polizei nicht mehr davonrasen können. Ebenso könnten gestohlene Autos nicht mehr gestartet werden.
Wer Bedenken hat, dass die Polizei auch ihn auf der Flucht ferngesteuert anhalten könnte, kann die Funktion auch abschalten lassen, was aber nur jeder 20. Kunde macht. Unangenehmer ist schon, dass Hacker massive Verkehrsstörungen auslösen könnten, wenn sie das System knacken. Ab 2009 sollen 20 Modelle von GM mit dem Dienst ausgerüstet werden können.


























Artikel per Feed
Artikel per E-Mail
Artikel bei Twitter
Facebook-Seite