iPod nano:
Küssen oder verbrennen?
Die einen küssen ihn, die anderen verfluchen ihn. Apples neuer iPod nano teilt die Welt. Wer allerdings an Weihnachten keinen Stress haben will, sollte sich vorsichtshalber einen der Mini-Musikanten sichern.
“Mein Gott ist der süss”, schrie meine Liebste und grabschte sich mit weiblicher Schnelligkeit den iPod nano, der eigentlich einem seriösen Test hätte unterzogen werden sollen. Für die nächsten zwei Stunden gab es keine Chance mehr, das zu gross geratene High-Tech-Teil im Edel-Schokotäfelchen-Design wieder in die eigenen Finger zu kriegen.
“Ach nein, ich glaub es nicht”, seufzte die technisch total Uninteressierte beim Anblick des 5-Zentimeter-Farbbildschirmchens. Der sieht zwar mit seinen 200 dpi Auflösung gestochen scharf aus und brilliert mit hellen Farben. Aber eigentlich ist das Display ein technischer Hochstapler, denn es löst lediglich die mässigen 320 x 240 Bildpunkte auf, die schon der alte iPod beherrschte. Aber kleiner ist nun mal einfach schärfer, so jedenfalls die bewundernde Meinung der unautorisierten Testerin. Dummerweise hatte ich bereits ein paar Video-Podcast-Folgen von “Kassensturz” und “Sendung mit der Maus” auf den 8-Giga-Speicher kopiert. Nach drei Klicks hatten die weiblichen Finger die Maus rausgelockt; Weib und nano verschwanden mit “Ach, wie niedlich” aus dem Blickfeld.
Das gab mir Zeit, all die Internetforen durchzuklicken, in denen Linux-Anhänger und andere iTunes-Abstinenzler wütend über den neuen nano herfallen.
Dieser weigert sich nämlich, mit bekannten Hilfsprogrammen wie Yamipod oder iDump zusammenzuarbeiten. Yamipod und Co. ersetzen das megabyteschwere iTunes und können ohne Installation direkt am PC die iTunes-Songs abspielen und kopieren.
Da iTunes ferner nicht unter Linux verfügbar ist, ist Yamipod auch die Lösung für spezielle Individualisten, die zwar Windows hassen, aber iPods lieben. Kurz bevor es zu öffentlichen Verbrennungen der neuen iPods kam, hatte dann aber ein findiger Geist den Code geknackt und im Internet publiziert.
Und ich konnte nach kurzem aber heftigen Zweikampf meinen nano wenigsten so lange zurückerobern, um ihn in die Docking-Station des Noxon zu stöpseln. Dort funktioniert er problemlos und dudelt wie gewohnt über den Verstärker. Entwarnung also auch für alle Zubehörbesitzer.
Danach schaffte ich es immerhin, fünf Minuten lang mit dem integrierten Spiel Vortex zu zocken. Die BrickOut-Kopie vertreibt Langeweile und schädigt vermutlich langfristig das Daumengelenk. Davor bewahrte mich aber liebevoll meine Lebenspartnerin, welche den nano für einen “kleinen Besuch bei Freundinnen” entführte.
Glücklicherweise ist der Akku nach fünf Stunden Video oder 24 Stunden Musik leer, irgendwann werde ich das Teil also sicher wieder zurückkriegen. Schwieriger dürfte es sein, in den nächsten Monaten die Geschenkerwartungen von Partnerin und Patenkindern zu befriedigen.
319 Franken beziehungsweise 199 Euro sind eigentlich zu viel für das Kleinding. Aber wer kann schon Frauen enttäuschen. Wenn ich Glück habe, ist der nano ja bis Weihnachten schon wieder ausverkauft.
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7 Kommentare zu diesem Artikel
3 Trackbacks
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(23. September 2007 16:03) - neuerdings.com » Blog Archiv » nike + (iPod) im Test: Schrittzähler gegen Schrittmacher
(27. November 2007 12:29) - Sansa Fuze im Test: Schon nahe am iPod » neuerdings.com
(19. Oktober 2008 01:01)
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Küssen? Nein! Verbrennen? Nein! Zu Weihnachten schenken lassen? Ja!!
Patrick
in den usa kostet das teil 149 bzw. 199 dollar. da gibt es nur eins sammelbestellung machen und rüberfliegen…
ore
mit “weiblicher schnelligkeit”?! “eigentlich seriöser test”?! chauvi!
Thomas Fontana
Bin ich der Einzige, dem der neue iPod optisch (vorallem von den Proportionen her) überhaupt nicht gefällt?
Stefan S.
nö bist du nicht, ich mag das ding auch nicht… zumindest nicht im vergleich mit dem 1st gen nano, den zweiten, runden mochte ich auch schon nicht. jetzt ist aber mein touch unterwegs *ätsch* :P
Nam
die nanos sehen allgemein nicht so dolle aus
der davor war viel zu dünn, der hier ist so klobig…
das maß aller dings ist immer noch das iphone
das hat die besten Proportionen^^
Stefan S.
deshalb ja der touch… i’m lovin’ it :D