Apple strafft iPod/-Phone – KollektionWallstreet ist nicht amused
Der Winz-iPod Shuffle kommt in vielen neuen Pastell-Farben; der Nano schrumpft und wird Video- und Coverflow-fähig, der “Classic” benannte iPod legt massiv Kapazität zu, der iPod Touch ist ein iPhone ohne Phone – und das iPhone gibts nur noch in 8GB, dafür 200 Dollar oder 30% billiger. Dieser Preiscut dürfte für den Taucher der Apple-Aktie am Mittwoch verantwortlich sein.
Vor einigen hundert Gästen und etwa halb so vielen Journalisten hat Steve Jobs in San Francisco die Weihnachts-Kollektion der iPod-Musikplayer vorgestellt.
Die Neuheiten sind ein etwas geschrumpfter iPod Nano, der um ein hochauflösendes Display, Video- und Coverflow-Fähigkeit erweitert wurde; der Einstieg von Apple mit iTunes ins Klingelton-Geschäft; der sogenannte iPod Touch, der im Wesentlichen ein iPhone ohne -phone ist, aber auch Funknetzanbindung beherrscht und wie das iPhone mit einem direkten Link zum Musikshop iTunes ergänzt wird; eine Kooperation mit Starbucks zur Vermarktung von Musik via Wifi in den Cafés direkt an den iPhones /iPod Touches und, zu guter letzt, die Ankündigung, dass das iPhone nur noch mit 8 Gigabyte und neu für fast 200 Dollar weniger, nämlich für 399 Dollar erhältlich sein wird.
So begeistert die Claquere an der Keynote mit Steve Jobs all dies aufnahmen – die Börse in New York sah die Geschichte deutlich nüchterner und verschaffte der Apple-Aktie einen Taucher von 5,15 Prozent (16 Uhr New Yorker Zeit am Mittwoch) oder 7,43 Dollar auf 136.70 Dollar.

Er hat noch nicht fertig, und ein paar Skeptiker – auch solche an der Börse – steckt Apple noch allemal weg: Steve Jobs am Mittwoch an der Keynote in San Francisco. (Bild Blogwerk/PS)
Verantwortlich dafür dürfte der Umstand sein, dass Jobs, der neuen Produkten an diesen immer gleich ablaufenden Veranstaltungen normalerweise eine beeindruckende Statistik über die Verkaufszahlen des Vorgänger-Geräts voranschickt, kein Wort über den Absatz des iPhone verlor.
Er sagte lediglich, die
“Kundenzufriedenheit war noch bei keinem Apple Produkt grösser als beim iPhone”
- in der Lesart von Analysten heisst das: Die Leute, die sich das teure Gerät geleistet haben, sind zufrieden, aber ich will nicht verraten, wie viele das sind. Und das ist im Fall des PR-Zauberers Jobs ein Alarmzeichen.
Marktforscher wie iSuppli sollen zwar berichtet haben, dass das iPhone alle “Smartphones” im Juli in den Verkäufen hinter sich gelassen habe – aber die erwartete eine Millioen verkaufter iPhones bis Ende September dürfte den Analysten nicht genügen, zumal Apple 4,5 Millionen allein 2007 und bereits 2008 13 Millionen verkaufen wollte.

…aber er erntet schon mitleidige Blicke aus seinem eigenen neuen iPhone Touch. (Bild Blogwerk/PS)
Zusätzlich dürfte die Preispolitik der neuen iPod-Palette Kunden unentschlossen lassen und die Börsenhändler verunsichern.
Nach dem winzigen Shuffle, der mit einem mageren Gigabyte Speicher nach wie vor 79 Dollar kostet, fangen die Fragen über Sinn und Unsinn der Preispolitik nämlich sogleich an. Der 4GB Nano kostet mit 149 Dollar 50 Dollar weniger als der doppelt so grosse Nano 8GB, den es zudem in verschiedenen Farben geben wird (nachweislich ein wichtiger Faktor für den Kaufentscheid bei diesen Lifestyle-Geräten!).
Der “Classic” fristet mit 249 Dollar für die 80GB und 349 Dollar für die 160-GB-Version am ehesten ein nachvollziehbares Preisdasein unter anderen externen Festplatten. Der iPod Touch allerdings, in einer 8GB-Version für 299 Dollar und einer 16GB Version für 399 Dollar kostet in dieser Version genau gleich viel wie das 8GB iPhone – und damit ist die Position des “Touch” als “iPhone für Arme” dahin, zumal sie für 50 Dollar weniger die zehnfache Speicherkapazität kriegen und dafür “nur” auf Wifi und den Sex-Appeal des “Multitouch” verzichten. Sowas mag in Europa keine grosse Rolle spielen, die Amerikaner aber sind extrem preissensibel.
Apple-Webseite: Alle iPod-Neuheiten auf einen Blick.



























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